Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2511668
188 HENFSTÄDT. Themar. 16 
auf, darauf als Bekrönung eine im Umriss wie eine Knospe ausgeschnittene Stein- 
platte. Die Einzelformen der Giebel, besonders die als gekehlte Schräge profilirten 
Gesimse zeigen, wie sich der Baumeister des 17. Jahrhunderts an gothische Formen 
anzuschliessen suchte. Der Triumphbogen hat die schlanke Spitzbogen-Form, welche 
auf gothische Restauration in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts deutet. Vielleicht 
war der Triumphbogen bei dem Bau des 18. Jahrhunderts rundbogig gemacht. Ueber 
ihm die Bau-Inschrift: MIT GOTT IST DIESE KIRCHE REPARIRT, ZU GOTTES 
PREIS UND EHREN AUCH VOLFÜRT IM SEPTEMBER AÖ 1704.MARTZ- 
WIK.IO.SAH.ANSCHÜTZ. Im Langhaus ruhen zwei Emporengeschosse, mit 
Zahnschnitten und neueren Vertäfelungen versehen, auf den in der Gegend üblichen 
Holzsäulen in Spätrenaissance-Bildung mit stark geschwellten Schaften. Die Decke 
ist eine Tonne aus Holz. Rundbogige Thüren führen an der Nord- und Ost-Seite 
in das Langhaus; an der Nordseite sind drei Flachbogen-Fenster regelmässig an- 
geordnet; an der Südseite finden sich ausser zwei jenen entsprechenden liachbogigen 
noch ein kleines flachbogiges und ein rechteckiges Fenster von unregelmässiger 
Anordnung; an der Westseite oben noch rechteckige Fenster. Ueber der Sacristei 
ist noch ein kleiner Fachwerk-Bau.  Brückner, SammL, S. 77;  Diöc. Themar, S. 77. 
79. 82.  Brückner, Landesk. II, S. 251.  Galletti.  Gelpke, S. 699.  Schultes, 
Amt Römhild, Zus. S. 711.  Voit, S. 239. 
A 1 t a r 
Sacristei. 
im 
Chor, 
gothisch, 
mit 
Steinplatte 
VOlll 
Profil: 
ebensolcher 
in 
der 
Kanzel am nördlichen Triumphbogen-Pfeiler, neu, vom Grundriss: U, mit 
etwas Schnitzerei.  Lesekanzel, ebenso.  Sehalldeckel einer ehemaligen 
Kanzel im Chor, aus dem 18. Jahrhundert, achteckig, mit gebogenen und geschnitzten 
Sparren als Bekrönung. Darauf Gruppe: Johannes [dessen linker Arm fehlt], 
Christum taufend, darüber die Taube und darüber das Gottesdreieck in Strahlen. 
Holz, bemalt gewesen, verstümmelt. 
Opferstock, aus dem 17. Jahrhundert, noch in mittelalterlicher Weise als 
Pfeiler mit Capitell geschnitten. 
Crucifix an der Ostwand, aus dem 18. Jahrhundert, mittelgross, von Holz. 
Crucifix auf dem Altar, von 1815 laut Inschrift auf dem etwas geschnitzten 
Holzsockel; die Figur des Gekreuzigten, die in Roccoco gehaltene Tafel mit: I N RI 
darüber und der Schädel am Kreuzesstamm sind von Porzellan. 
Grabstein an der Nordwand des Chores. Theils Umschrift, theils Inschrift: 
Wach pEi gebvrt 1521 : Qlvf mZtag nach Coupon  : ift vevfdpib bie ebel vü 
tv-gentbaf fmw-mavgaceta gvifvef (Zufrass, s. hinteres Rittergut) geborn von 
licbtenftein bet got genebig fey amen. Die Verstorbene in lebensgrosser Figur 
[Nase verstümmelt], mit Haube und Kinntuch, in faltenreichem Gewand, kniet vor 
einem Crucifix. V0n1 Kreuzesstamm schlingt sich ein Band mit den Buchstaben: 
M.F.G. O. (Wahlspruch?) herunter; links und rechts Pilaster mit verzierten 
Capitellen, darüber Gebälk mit eigenartig naturalistischer Nachahmung von Fransen 
verziert, darauf ein Rundbogen-Aufsatz mit Muschelverzierung. Im Aufsatz zwei, 
in den unteren Ecken der Umrahmung je ein Wappen. Sandstein. 
Grabstein am südlichen Theil der Langhaus-Ostwand, zum Theil durch die 
Kanzeltreppe verdeckt. Inschrift für den sächs. Kammerjunker und Hauptmann
        

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