Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Hildburghausen
Person:
Lehfeldt, Paul Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2508208
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2510770
Hildburghausen. 
ZEILFELD. 
Zßilfßld, 7,5 km westsüdwestlich von Hildburghausen; 1210 Zilueld, 1317 Zil- 
velt, 1340 Zylvelt am Zeilbach, in der Nähe des Zeilberges. Von ahd. zilön, Richtung, 
Ziel, Grenze. S0 Zeilberg r- Grenzberg zwischen den Fluren von Zeilfeld und Pfers- 
dorf, und Zeilfeld das cultivirte Ackerland. Der Ort stand früher theils unter 
Henneberg, theils unter Sachsen, dann theils unter Sachsen-Meiningen, theils 
unter Sachsen-Hildburghausen, 1826 ganz an Sachsen-Meiningen gekommen, dem 
Amt Rölnhild zugetheilt, später dem Amt Hildburghausen.  H. Bergner, Glocken, 
S. 62.  Brückner, Landesk. II, S. 295 f.  G. Jacob, Ortsnamen, S. 327.  Voit, 
Meiningen, S. 248. 
Kirche, früher zum Spital oder zur Vikarie in Römhild gehörig, seit unge- 
fähr 1550 Tochterkirche von Bedheim. Grundriss-Forum:  Der Chor, der 
den Thurm tragt, ist 4,4 m lang, 4,3 m breit, die Sacristei nördlich davon 3,5 m 
lang, 3,2 m breit, das Langhaus 12,7 m lang, 8 in breit. Der Osttheil stammt von 
einem spätgothischen Bau (vgl. Ebenhards, Kirche). Im Chor ruht ein Kreuz- 
gewölbe von so: x_x proiilirten Rippen auf umgekehrt pyramidenförmigen, mit 
(leeren) Wappenschilden besetzten Consolen [diese an der Westseite abgeschlagen] 
und hat eine runde (jetzt leere) Platte als Schlussstein. Eine spitzbogige Thür 
führt in die Sacristei, welche ein rippenloses Kreuzgewölbe und an der Ostwand 
das ehemalige Ausgussbecken hat. Am Chor ist an der Ost- wie an der Süd-Seite 
je ein Fenster, rechteckig; ebenso an der Nord-, wie an der Ost- und West-Seite 
der Sacristei. Die Fenster haben abgeschrägte Kanten oben und an den Seiten bis 
zu zwei Drittel der Höhe herab. Neben dem Fenster der Sacristei-Nordseite 
aussen links eine schweifbogige Heiligenblende. Der stattliche Thurmbau ist über 
einem Chorgesims noch durch ein Gesims in zwei Haupt-Abtheilungen getheilt. 
In der 1. dieser Haupt-Abtheilungen sind je drei schmale Rechteck-Oelfnungen 
unregelmässig, wie es gerade der Treppenlauf erforderte, angeordnet; das oberste 
Fenster der Ostseite ist später erweitert, das unterste der Südseite hat im unteren 
Theil eine eigenthümliche, rechts und links einen halben Rundbogen bildende Er- 
weiterung, ob durch willkürliches Herausbrechen oder um eine Schiessscharte her- 
zustellen (vgl. Kirchhof), wage ich nicht zu entscheiden. In der obersten Thurm- 
Abtheilung befinden sich Jj an der Nordseite zwei aneinander gestellte Vorhang- 
bogen-Fenster der Form: L  An der Südseite ein schweifbogiges: (j Fenster- 
paar auf achteckigem Mittelpfeiler; neben diesem ist rechts (nördlich) ein grösseres 
Rechteck-Fenster durchgebrochen; ebenso an der Ostseite die alte Fensterbildung 
durch ein grösseres Rechteck-Fenster ersetzt, an der Westseite durch zwei schief 
übereinander gestellte Rechteck-Fenster. Auf dem obersten Geschoss und Gesims 
erhebt sich der noch von dem Mittelalter beibehaltene Achteck-Helm, welcher dem 
Thurm und der Kirche einen würdigen Abschluss giebt.  Der Triumphbogen- 
Pfeiler ist jetzt rundbogig (ohne Capitelle an den Pfeilern), die Kirche überhaupt 
sonst in ihrer heutigen Gestalt vorzugsweise 1734 hergestellt. Diese Jahreszahl 
findet sich im Sturz des obersten Fensters der Westfront, sowie nebst einer 
lateinischen Inschrift und: Wie lieblich etc. in einem elliptischen Schild aussen über 
der Südthür. Der Architekt dieses Baues hat in ganz bemerkenswerther Weise 
gesucht, in den Fenster- und Thürbildungen sich der mittelalterlichen Weise anzu-
        

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