Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2505157
Salzungen. 
JZLTNGEN. 
25 
Die Viearie war, wie alle übrigen, durch die Visitatoren schon im Jahre 1528 
aufgehoben worden, doch wurde bis zum dreissigjährigen Krieg (1634) allsonntäg- 
lieh Gottesdienst in St. Wendel gehalten. Für das Sondersiechenhaus (später 
Armenhaus)  welches erst 1874 abgebrochen ward  musste nach dem Krieg 
ein besonderer Geistlicher, pastor pestilentiarius, angestellt werden. 1682 ging 
dieses Amt wieder ein, und das Kirchlein diente von da ab als Friedhofskapelle 
für die umliegenden Orte Wildprechtroda, Uebelroda und die beiden Allendorf 
(Pfarrbuch, 559). 
Das Gebäude ist klein und armlich. Die schmucklosen Mauern umschliessen 
einen rechteckigen Kirchenraum ohne Chorabschluss. Die Bauinschrift aus dem Jahre 
1481 (Abbildung nebenstehend, Text auf S. 24) bildet den einzigen Schmuck der 
NVestseite. Die Thür an dieser Mauer hat an der Aussenseite einen Spitzbogen, dessen 
Proül auf die Zeit um das Jahr 1600 deutet. Auf der Innenseite ist die 'l'hür' flach 
iiberwölbt. Von künstlerischen Formen, die mit der Jahreszahl der Bauinschrift 
im Einkl(ang' stehen, ist hier keine Spur zu iinden. Nur vier schmale rundbogige 
Fenster zwei an der Nordseite, zwei an der Ostseite  
der Kirche) stammen aus dem späten Mittelalter. Das   "df-"f-mlimlä 
eine dieser Fenster an der Ostseite ist mit einem  
Kleeblattbogen aus gothischer Zeit verziert. An den  L"-  
anderen Fenstern ist die gothische Steinarbeit fortge- [E1  I, r,   
schlagen. Eine zugemauerte Spitzbogenthür befindet   , 
slich an dÄn- häoräimauer. Eine ehemalige Rrsndboglen-   
iür an er ü sei e ist s ater zugemauer wor en. m-    
ihre Spur ist nur schwach Ihn erkennen. Das grosse   Ä 
Fenster an der Südseite ist anscheinend erst in der  "j  "U  "   
Zeit um 1600 ausgebrochen, Die Kirche hat keinen {i     
Thunn Bauinschrift an der 
    St. Wendelskirche zu Salzungen. 
Das Innere der Kirche 1st ebentalls sehr ein- 
fach. Eine eingeschossige Empore aus Holz steht an der West- und der Nord- 
seite. Die horizontale Decke ist aus roh gezimmerten Balken hergestellt. Der 
Platz für den Altar an der Ostseite ist durch keinen Chorbogeu von dem Haupt- 
raum der Kirche getrennt, sondern nur durch die Erhöhung des Fussbodens um 
eine Stufe abgegrenzt. Auf der steinernen Deckplatte des Altars steht an der 
Vorderkante die Inschrift: M F 1595 M S. 
Die Kanzel aus Stein steht auf einem aus der Südinauer heraustretenden 
Pfeiler. Auf diesem Pfeiler liegt ein schwerer Consolstein, der mit vier über- 
einander vorgekragten Hohlkehlen verziert ist (ganz ähnlich wie in Möhra). 
Darauf steht die steinerne Brüstung von der Grundform eines halben Achtecks. 
Vier Seitenwände der Brüstung sind mit Maasswerk verziert, dessen entartete 
Fischblasenmuster auf die Zeit um 1600 deuten. Eine kunstlose steinerne Wendel- 
{Pßppe von 7 Stufen führt zu dieser Brüstung e1np0r._ Am Fusse der Kanzel- 
brüstung steht die Inschrift: 
h  t  k  h 
Die Jahreszahl ist sicher 
1496 zu lesen. 
15296 
Dieser 
Widerspruch ist vielleicht dadurch zii
        

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