Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2504971
Salzungen. 
SALZUNGEN. 
des jetzigen Kurhauses eignete zu Anfang des 18. Jahrhunderts dem Geschlecht 
derer v. Jlliltitit, die vormals Wimmerschen Grundstücke den Reclltrotllfs, der süd- 
liche Bezirk, die jetzt Fischerschen Gärten, der Familie o. Buttlar. L. H e rtel. 
Die Burgi), gegenwärtig Sitz der herzoglichen Amtseinnahme und des 
Amtsgerichts. Sie schmückt die Höhe des gegen den See malerisch vorspringenden 
Sandsteinfelsens und gewahrt einen entzückenden Ausblick über den See und den 
ihn einrahmenden Hügelkranz bis zum Thüringerwald. Schon in den frühesten 
Zeiten M) erhob sich hier eine Feste, die an der Seeseite durch den steilen Felsen, 
im Uebrigen durch einen tiefen Graben, durch eigene Mauern und Thürme ge- 
schirmt war. Doch wurde sie in dem Kriege zwischen dem König Adolf von 
Nassau und den Söhnen des landerverschachernden Landgrafen Albrecht des Un- 
artigen von Thüringen 1295 von ersterem  wahrscheinlich in Folge Capitulation 
der Burgmannen  eingenommen (Ohron. Sampetr. a. 1295, Mencken III, 305; J. Rothe, 
Chronik, S. 480;. Die Vertheidigung der Veste war von den Besitzern der Stadt vier 
adligen Burgmannen (Imihflfes castrenses, burgenses) anvertraut, unter deren Be- 
fehl wehrhafte Leute standen. Jene hatten ihren Wohnsitz in eigenen Steinhausern 
(Kenmatezz) in der Nahe der Burg. Unter ihnen ragen folgende Geschlechter her- 
vor: Die von Salzizorqqenzkikik) (1116. 1133. 1145. 1222), die von Uäldprechtroda (1314. 
1323), Dietrvfclz v. Hessberg (1344), die Sßhrimpfe (1350), die von Bibra (1357), die 
Wölfe (1378) u. a. Im Ausgang des Mittelalters und zu Beginn der neueren Zeit 
waren die angesehensten Adelsgeschlechter zu Salzungen: 1) Die von Lezimbaclz, 
ausgestorben mit Gyso v. Leimbach 1556. 2) Die von Haun (Hwz); sie erhielten 
aus der Hand Graf Friedrichs v. Henneberg 1478 den „Hennebergischen Hof" als 
Lehngut; es ist dies "der heutige "Hünische Hof  der später anlässlich der Ver- 
heirathung Barbaras v. Haun mit Wolf v. Buttlar an das Buttlarsche Geschlecht 
fiel. 3) Die v. Kralaclz, (Kraluck), deren Stammhaus Cralicke bei Geisa (Rhön) liegt; 
mit ihren mannlehnbaren Gütern wurden, als Bernhard Dietrich die Reihe seines 
Geschlechts beschloss, die Herren v. Miltitx begabt. Das v. Miltitzsche Gut, vor 
dem Oberthor gelegen, fiel im Jahre 1774 an die Herrschaft heim, ging aber 1786 
in Flammen auf. Der heutige Wirthschaftshof ("llliltitxsche Hof (f) mit neueren Ein- 
bauten (Haus Nr. 483[4) an der Abzweigung der Andreasgasse von der Oberthor- 
strasse bewahrt keinerlei Erinnerung an die adligen Vorbesitzer. 4) Die von Reck- 
rodt; die ihnen gehörige Kemnate auf dem Burghügel erwarb 1609 Herzog 
Johann Ernst von Eisenach, liess sie theilweise einlegen und an dieser Stelle 
ein würdiges Fürstenschloss erstehen. Zum Ersatz für die aufgegebene Burg- 
wohnung erhielten die Reckrodte das Klostergut zu Allendorf (welches 1802 zer- 
schlagen wurde); ihr städtisches Rittergut, der "Hetzeishofw genannt, vor dem Ober- 
g) Die Benennung "Schnepfenburg" gründet sich auf einen "alten, sehr unleserlichen Brief", den man 
1560 beim Einsturz eines Thurmes und bei Oeffnung des Knopfes gefunden haben wollte und der die 
Umschrift trug: Datum auf unserer imüberwivzdliclwn Schnepfenburg. Als Herzog Johann Ernst zu 
Eisenach von diesem Funde Kenntniss erhielt, habe er angeordnet, man solle die Burg Sehnepfenburg 
nennen und eine Schnepfe im Amtssiegel führen (Heim, Chronik II, 242). 
k") Die Angaben der Salzunger Chronik, dass die Burg im Jahre 3887 der Welt (I 126 n. Chr.) 
von den Ketten gegründet, und dass sie nach ihrer Zerstörung durch die Ungarn, 942, von Walther, 
Dynasten von Frankenstein  neu erbaut worden sei, gehören in das Bereich der Sage. 
 k") Die Zwischen Hersfeld und Fulda bestehende Rivalität giebt sich auch darin zu erkennen, dass 
uleht bloss dasselbe Adelsgeschlecht, sondern auch derselbe Ritter sowohl als Fuldaer wie als Hersfelder 
Mmxsteriale auftritt (Dobenecker, Reg. I, 1535; II, 47). 
        

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