Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2507978
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Wasungen. SCHWARZBACH. Kloster SINNERSHAUSEN. 
 
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Grabstein mit dem Hüftbild der Anna Barbara Katharina Fleischmann, 
1762. Mit Ornamenten des Baroekstils. An die Südostecke des Thurmes gelehnt. 
Die Kirche ist im Jahre 1882 ausgebessert. Die Zahl steht über dem 'l"riun1ph- 
bogen. 
Alte Holzfachwerkhäuser. Nr. 52, 61 und 62. Letzteres besonders 
ansprechend mit geschweiften Kreuzstreben in vier Geschossen, eine Säule mit ge- 
schnitztem Schuppenmuster am Eckpfosten. Nr. 38 mit der Jahreszahl 1789; 
bunt bemalte Fensterläden, Umrahmungen der Fenster aus Laubsägearbeit.  Ein 
Pfosten mit geschnitztem Schuppenmuster ist bei Fritze, Fränkisch-Thüringische Holz- 
bauten, Tafel 26, Fig. 6, abgebildet. 
vor der Nordseite der Kirche. 
Lauben, Dorfzeitung vom 7. October 
D o r f li n d e auf erhöhtem, ummauertem Platz 
Li tt erat ur: E. Fritz e , Zur Rettung der fränkischen 
1906, Sonntagsbeilage. 
KIOSiBP Sinnershausen. Der jetzige Gutshof Sinnershausen (Namensformen 
Syndeloshztsevz 1295, Sincllashzzsen 1325, Smdelashiisen 1351, Szbzdershuscn 1429, 
Sindershausen 1481, Sonderslmsevz (l) 1502; abzuleiten vom ahd. Personennamen 
Sindilo) mit 23 Einwohnern, liegt 10 krn nordwestlich von Weisungen am Ostfuss 
der basaltischen Gebirgsmauer, die das Gelände des Werrathales vom Felda- 
grunde scheidet. In weltentrückter Abgeschiedenheit ist die Siedelung mit ihren 
herrlichen Baumgruppen, zierlichen Rasenteppichen, kleinen Wasserspiegeln und 
mancherlei steinernen Zeugen der Vergangenheit idyllisch in ein kleines Seiten- 
thiilchen der Schwarzbach eingebettet. Sagen umspinnen die Gründung des Klosters, 
welches einst in der ganzen Gegend Verehrung genoss. 
Einst war, so erzählt man, ein hennebergischer Graf, gesessen auf Eckardts, mit 
einem Ritter Fuchs von Lemwitx auf Friedelshausen über die J agdgrenzen in heftigem 
Streit entbrannt, Wobei er den von Friedelshausen mit eigener Hand erschlug. Von 
Reue gepeinigt pilgerte der von Eckardts zum heiligen Vater nach Rom. Dieser ge- 
währte dem Grafen Begnadigung und Befreiung von seiner Sündenlast unter der Be- 
dingung, dass er an der 5118116, WO er den Fuchs v. Lemnitz getödtet  eine alte 
Linde breitete allda ihr Geäst aus  zur Sühne ein Wilhelmiterkloster erbaue und 
den ersten Stein zu diesem Bau von Rom zu Fuss an Ort und Stelle trage. Der 
Graf habe darauf gethan, wie ihm befohlen, das Kloster "Sünderhaus" (oder "Sünder- 
los") genannt und als Mönch sein Leben darin beschlossen. 
Dieser Fabel gegenüber meldet das Klosterregister von Erbach ausdrücklich, 
dass das Kloster in Sinderleshusen seu in valle Rosarmn in dem Sand, dioeces. 
Ilelrbzjzol. PTOPB easirzom Rossdorf, ein Eremitenkloster nach der Regel des heiligen 
Wilhelm, von dem Ritter (Gottfried) v. Katza begründet und begabt worden ist. 
Nach Brückners Muthmassung fallt die Gründung in das Jahr 1292193. In dem 
gegenwärtig in einer Mauernische auf der Ostseite stehenden steinernen Standbild 
will man den Leiehenstein des Gründers sehen. Das Kloster, dem übrigens bald 
danach in dem Wasunger Wilhelmiterkloster ein Mitbewerber erwuchs, wurde von 
Ban- und Kunstdenkm. Thüringens. S-Meiningen. I, 2. 17
        

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