Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2507723
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RosA, 
Kirche. 
Wasungen. 
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Gebrüder Hermann und Hartung Brate von Graf Wilhelm n1it diesem Vorwerk 
belehnt (1421), Hermann allein noch 1456. 1517 bewirthschaftete es Hermann 
v. d. binde, dessen Sohn Johann die Stelle eines Forstmeisters und Amtmannes 
in Sand bekleidete. Als mit dessen Tod der Reithof an die Herrschaft heim- 
gefallen war, belehnte Graf Wilhelm seinen Themarer Amtmann Simon v. Witzen- 
hayevz, einen geborenen Westfalen, damit. Nach dessen Tode überkam es Simon 
der Jüngere n. Witzenhcqqen, der sich an die Reichsritterschaft anschloss. Seine 
Wittwe, geb. v. Russwurm, hatte wegen Weiterbezugs der Kleidungsgelder weit- 
läufige Irrungen mit der Regierung. Mittlerweile war die alte Kemenate baufallig 
geworden; daher gab Karl  Rmn-rod, der 1633 als Besitzer des Reithofs er- 
scheint, die Kemnate selbst auf und bezog eine Wohnung" im oberen Dorfe. Mit 
Wilh. Karl v. Romrod starb diese Familie aus (1714), womit der Hof wieder an 
die Herrschaft  inzwischen Waren bekanntlich die Herzöge von Meiningen an 
die Stelle der hennebergischen Grafen getreten  heimiiel. Der hochmögende 
Geheimrath 1:. Wolzogcn ersah die Gelegenheit, sich das Besitzthum zu sichern 
und es mit Vorrechten auszustatten, worauf er es zu einem sehr guten Preise an 
den Geh. Kriegsrath Dietrich L. n. llten verkaufte. Die späteren Besitzer sind 
nach einander Oberst O. A. Iv. Nezklsclzütx (um 1'725), Ritterrath G. A. v. Wechmar, 
Rentcommissar G. Richter zu Oepfershausen (1805), Hofmetzger Rinlc zu Meiningen, 
Apotheker Sauer von ebenda (1849). 
Kirchliches. In Rosa bestand schon zu Anfang des 14. Jahrhunderts eine 
Kirche, über die die" Herren v. Wildprechtroda das Patronat ausübten. Zum kirch- 
liehen "Rösleinverband" gehörten noch die Orte Eckardts, Bemshattsevz, Zillbaclz, 
Ilclnzers und Georgenzell. 1326 traten die Herren v. Wdldprechtroda ihr Patronats- 
recht an das Kloster Georgenzell ab. 
Litteratur: Bach, Tilllifeld III, S. 71.  C. Beyer,Zi1lbach, S. 62.  Briickner, 
Landesk. II, S. 89.  Germann, Forster, Nachtrag, S. 60.  Heim, Chronik II, 72.  Voit, 
S- 201- L. Herte]. 
Die Kirche liegt inmitten des Dorfes und nicht höher als dieses. Die 
einzelnen Theile des Gebäudes deuten auf drei verschiedene Bauzeiten. Die ältesten 
'l'heile sind der Thurm und der Altarraum, beide reichen bis auf die Zeit des 
16. Jahrhunderts, möglicher Weise auf noch frühere Zeit zurück, sind indessen 
durch wiederholte Bauarbeiten später an einzelnen Stellen verändert. Der Haupt- 
raum der Kirche hat seine heutige Gestalt im Wesentlichen 1615 erhalten. 
Der T hurm steht auffallender Weise an der Westseite der Kirche, während 
sonst an den Dorfkirchen dieser Gegend der Thurm in der Regel an der Ostseite 
steht. Diese ungewöhnliche Stellung und der Umstand, dass das Mauerwerk des 
'l'hurmes keinerlei Aehnlichkeit oder Verband mit den Mauern des Langhauses hat, 
legen die Vermuthung nahe, dass der Thurm ursprünglich nicht als Kirchthurm, 
sondern als Bergfrit einer Kemnate erbaut ist. Dies Würde in1,Einklang mit der 
oben (S. 283) erwähnten Ueberlieferung stehen, dass neben der Kirche ein "Reithof" 
stand, der im 17. Jahrhundert wegen Baufalligkeit als Wohnung aufgegeben Wurde. 
Der 'l'hurn1 ist ein sorgfältig ausgeführter Steinbau mit regelmässig behauenen 
Eckquadern. Die weite spitzbogige Thür an der Nordseite des Thurmes macht 
mit ihrem reichen Proiil den Eindruck, als ob sie um 1550-1600 gemacht ist,
        

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