Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2507477
Wasungen. 
FRIEDELSHAUSEN. 
GEORu ENZELL. 
Kirchthurm der Ueberrest einer ehemaligen Kemenate ist). Der untere Theil des 
Thurmes ist quadratisch, darüber steht ein ebenfalls aus Stein erbautes achteckiges 
Geschoss mit Schweifkuppel. Am Thurm befinden sich spitzbogige und rechteckige 
Fenster, deren Formen auf das 17. Jahrhundert deuten.  Neu ist das spitzbogige 
Portal an der Nordseite des Thurmes.  An der Südseite erkennt man neben der 
Thür kreisförmige Spuren, welche wohl von einer ehemaligen Sonnenuhr stammen. 
Das Innere. Der Hauptraum ist an drei Seiten mit zweigeschossigen Em- 
poren umgeben. Die Schnitzerei an der westlichen Empore steht mit der Bauzeit 
von 1602 im Einklang. Der Saulenkopf wird durch ein Holzstück von der Form 
eines halben Mühlsteins gebildet, an dessen Vorderfiache eine Sonne geschnitzt ist 
(Abbildung S. 208). Die Orgelempore steht im Altarraum. An der Nordseite liegt 
ein aus der Ohorwand herausgekragter Consolbalken, der mit einem geschnitzten, 
geüügelten Engelskopf verziert ist. Der Hauptraum ist horizontal überdeckt.  
Kanzel aus Holz, aufgestellt an der Östseite an dem Pfeiler, welcher die 
beiden gothischen Chorbogen von einander trennt. Die sehr schlichten Formen der 
Schnitzerei weisen auf das 17. Jahrhundert. An der Brüstung sind die vier Evan- 
gelisten und der Heiland in Malerei dargestellt. 
Orgel mit ansprechenden, bunt bemalten Schnitzereien des 18. Jahrhunderts. 
Gothisches Gestühl im Altarraum, siehe oben S. 207. 
Altargerathe. Kelche: 1) 17. Jahrhundert, in spätgothischen Formen, 
Silber, vergoldet, mit etwas Emaille am Knauf. 2) Um 1860. Roccocostil. Silber. 
3) Krankenkelch mit der Inschrift: 1662 Junfer Maria von Romrod.  Zinnkanne 
mit der Jahreszahl 1773. 
Glocken aus dem Jahre 1869. 
Zwei Grabsteine sind aussen an der Südseite des Thurmes aufgestellt: 
1) Grabstein des Pfarrers Andreas Wilhelm Dreys e, 1' 1704. Der 
Verstorbene ist in ganzer Figur dargestellt, mit langem, in schlichten Linien auf 
die Schulter herabwallenden Haar. 
2) Grabstein des Pfarrers Johann Christian Zinck, mit gut gemeisselten 
Ornamenten des Barockstils und der Inschrift: 
Allhier 
Zieget und r-uhet in Gott der 
wohlerbare und gottselige 
Johann Christian Zineh 
geb. in Saltxungen, 1672 zum Preaigambt nach 
Hürnpferslzaitsen und Sehwarzbaeh        
im Anfang des 1705. Jahres      (nach Iüiedelshausen berufen) 
   und nachdem er seine Herde 14 Jahr treu und fleissig gepfleget, a0. 1719 die 
    IXbris aus der Zeit zur Ewigkeit versetszet suae aetatis 46 Jahr. 
Pastor obit ßdus doctits rnoratus et hospes, 
Pronus in uxorem proßeiusqzte pater. 
Ivnpiger usque gregem pavit sermone salubri, 
Nunc coram domino paseit ovatque suo. 
Die Linde an der-Stelle des ehemaligen Centgerichts, ein sehr alter Baum, 
auf einem Platz ausserhalb des Dorfes südöstlich von der Kirche; der Platz ist 
schön gelegen mit Aussicht auf den Thüringerwald und die Vorberge der Rhön.
        

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