Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2506980
WASUNGEN, 
Rathhaus. 
Wasungen. 
Das Innere. Im Erdgeschoss lag ehemals ein sehr geräumiger Hausflur, 
von dem jetzt, durch den Einbau einer Zwischenwand, ein Zimmer für die Raths- 
kellerwirthschaft abgegrenzt ist. Diese Wand verdeckt zum Theil einen steinernen 
Pfeiler, der früher frei stand. Von der an dem Pfeiler stehenden Jahreszahl 153.? 
sind die beiden letzten Zahlen durch das Mauerwerk der Wand versteckt (Abbil- 
dung S. 159). Die Arbeit an diesem Pfeiler wird in einer Baurechnung desselben 
Jahres erwähnt. An dem Rundbogen der Kellerthür steht die Inschrift: 1516 
ZIGWM. Am Keller soll auch die Jahreszahl 1621 und J S, die Anfangsbuch- 
staben des Bürgermeisters Johann Salender, gestanden haben. Neben der Treppe 
ist ein erhöhter Platz für die Musikanten angelegt. Von der ursprünglichen Aus- 
stattung des Inneren sind die hölzernen Wandbekleidungen des Saales im ersten 
Oberstock erhalten. In der Mitte des Raumes steht ein achteckiger Holzpfeiler 
mit einem mächtigen Sattelholz, auf dem die beiden Unterzugbalken der Decke 
ruhen (Abbildung S. 161). Dieser Pfeiler steht genau über dem oben erwähnten 
steinernen Pfeiler von 1533. Decke und Wände sind mit Stülpbrettern bekleidet, 
deren Profile den Charakter des 16. Jahrhunderts zeigen. An einem dieser Bretter 
befindet sich eine Jahreszahl des 16. Jahrhunderts. 
Im Zimmer des Bürgermeisters im zweiten Oberstock: 
Zwei bemalte Glasscheiben, Ende des 16. Jahrhunderts, kreisrund, mit 
dem Dcppelwappen Henneberg-Schleusingen und dem Wappen einer. Markgraiin 
von Brandenburg. Die beiden Scheiben sollen, mündlicher Ueberlieferung zufolge, 
aus dem Wittwensitz der Markgraün in Frauenbreitungen stammen.  Zwei ge- 
schnitzte Bekrönungsstücke eines Schrankes. Roccoco. Auf dem einen Stück 
ist die Inschrift: fecit J. F. Schmitz. J. A. Schvnidt 1788, auf dem anderen Stück 
die Jahreszahl 1788 und das Stadtwappen in bunten Lackfarben aufgemalt. 
Litteratur: E. Fritze, Fränkisch-Thüringische Holzbauten.  Bauernhaus des Deutschen 
Reiches, Abschnitt über Thüringen von Lutsch, S. 217. 
Der Amtshof (jetzt Amtsgericht). Die Erwerbung des heute Amtshof 
genannten Grundstückes in der Südwestecke der ummauerten Stadt Wasungen 
seitens der Grafen von Henneberg, die von Haus aus mit dem Schlosse, der 
Maienluf t, -angesesseu waren, fallt aller Wahrscheinlichkeit nach in die zweite 
Hälfte des 14. Jahrhunderts. Da_s von Graf Berthold am 1. September 1335 aus 
den Händen des Ritters Wolfram Schrimpff erworbene Vorwerk ist der in 
der Südvorstadt gelegene Schafhof; wie schon der Name sagt, diente es lediglich 
Wirthschaftszwecken und war kein Ansitz. Auf den Amtshof beziehen sich wohl 
folgende Nachrichten: Am 1. Mai 1375 kaufte Graf Heinrich von Heinrich Muzzer 
den Hof, „gelegen tzü Wasungen in der stat vnder dem hohen ercker nebent dem 
obern thorn", am 22. August 1383 von Heinrich Voyd und seiner Gemahlin Felicz 
den Hof, „gelegin tzü Wasungen neben dem obern thor". Aus beiden Höfen mag 
der Amtshof hervorgegangen sein; 1397 am 7. Mai wurde er unter anderem ver- 
setzt, nach einer kurzen Reihe von Jahren wieder eingelöst; in einer Urkunde vom 
8. September 1446 sprechen die Grafen Wilhelm, Johannes und Berlt, Gebrüder, 
von „vnserm houe". 
Die Baugruppe, die aus dem Amthause, dem Thurm, der Amtseiunahme und 
dem Verbindungsbau besteht, stützt sich auf die an dieser Stelle im rechten Winkel
        

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