Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2506449
122 WILDPREOHTRODA. 
 
Salzungen. 
122 
Die Kirche aus dem Jahre 1683 hat ein Rundbogenportal mit ornamentalen 
Sculpturen. Am Thurm ist das obere Geschoss aus Fachwerk, doch ist es erst 
in späterer Zeit ausgemauert worden. Ursprünglich befand sich hier eine offene 
Galerie, von der noch die Rundsäulen erhalten sind. 
Das Innere. Der Hauptraum ist viereckig mit fiacher Decke. Nach den1 
Altarraum öifnet sich ein weiter Triumphbogen, an dessen Altarseite die Jahres- 
zahl 1680 und das Erneuerungsjahr stehen. Der Hauptraum wird an drei Seiten 
von einer Empore umgeben, die von vier kräftigen hölzernen Säulen (ähnlich 
denen in Nordheim im Grabfeld, nur einfacher) getragen wird. An der Brüstung 
des westlichen Theiles derselben stehen in ornamental geschnitzten Pilastern auf 
geschwarztem Grunde zwei Inschriften: 
ANNQ 1672 
G H W 
M Q3 
Kanzel von Stein. 
Christus und Elias. 
der 
Brüstung 
beiinden 
sich 
drei 
Reliefs : 
Moses, 
Am Altar eine Inschrift mit Bezug auf dessen Stiftung im Jahre 1681 und 
ein daneben beigesetztes weibliches Mitglied der Familie v. Butler. Neben dem 
Altar die Grabplatte des 1677 gestorbenen Christoph 
l    v. Butler, dahinter die einer 1680 gestorbenen Tochter 
       derselben. (Mittheilung des Herrn Georg Lilie.) 
"K  17x11,   
  u Ä  "l Das SGMOSS war ursprünglich eine Wasser- 
   burg. Das Herrenhaus dieser Burg ist noch er- 
V  halten. Es ist das höchste von den drei hier 
l W stehenden Gebäuden, welche um einen engen, nur 
Schlussstein und Steinmetz- 3 m breiten Hof gruppirt sind. Dieses Herrenhaus 
Zeichen e" der Hefpfefte des scheint aus dem 16. Jahrhundert zu stammen. Die 
Schlosses i" Wildprecht" etwa 2 m dicken Mauern haben rechteckige Fenster 
roda" mit schlichten Umrahmungen aus der Zeit der Re- 
naissance. Mehrere Kragsteine lassen auf ehemalige ausgebaute Erker oder 
Aborte schliessen. An der Hofseite beündet sich ein spitzbogiges Portal, auf 
dessen Schlussstein zwei verwitterte Wappenschilde dargestellt sind. (Abbildung 
vorstehend; auf der Abbildung ist auch das Steinmetzzeichen dargestellt, das sich 
an den Steinen der Pforte befindet.) Der Schlussstein, in dessen untere Kante 
die Spitze des Bogens eingeschnitten ist, hat eine facherartige Form. Das Ge- 
baude hat einen viereckigen T rep p enth urm, dessen Rundbogenportal mit reichen 
ornamentalen Sculpturen umrahmt ist. (Abbildung auf S. 123.) Der untere 
Theil dieses Portals ist bis zur Höhe des Kämpfers von mächtigen Buckelquadern 
eingefasst. Darauf steht an jeder Seite ein hoher Consolstein. Der ruudbogig 
ausgeschnittene Raum zwischen den beiden Consolsteinen ist mit Beschlagmustern 
in derbem Relief verziert. Darüber liegt ein horizontales Gesims, das von einem 
Doppelwappen bekrönt wird. Auch das Wappen ist von derben Voluten, nach 
Art von Beschlagmustern, eingefasst. Alle diese Formen deuten auf das 17. Jahr-
        

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