Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirke Salzungen und Wasungen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2503588
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2506434
Salzungen. 
WILDPRECI-ITRODA. 
Fachwerkhäuser. Als das älteste Wohnhaus des Dorfes gilt das 
Haus Nr. 93. An der rundbogigen Kellerthür steht die Jahreszahl 1558. Das 
Haus war ehemals Gutsgebaude der Familie Wolff v. Totenwarth. Für diese Zeit, 
in der noch die gothischen Formen gebräuchlich waren, sind charakteristisch die 
gekehlten Holzconsolen (Knaggen), welche unter den vorspringenden Obergeschossen 
angebracht sind. Aehnliche Consolen oder Knaggen sind an einem Hause in Schwal- 
lungen aus dem Jahre 1548 erhalten. Auch die gebogenen Streben sind für diese 
Zeit bezeichnend. Das Haus ist in dem Werk von E. Fritze, Fränkisch- 
thüringische Holzbauten, Tafel 8, abgebildet. Auch der Grundriss ist für die 
thüringisch-fränkischen Fachwerkhäuser der älteren Zeit typisch. Der Hausiiur 
liegt ungefähr in der Mitte der Hoffront. Im Fussboden linden sich die Fallthüren 
für zwei Keller. Wohnstube und Kammer liegen an der Giebelseite nach der 
Strasse zu. Die Treppe, welche zum Obergeschoss hinaufführt, liegt im Flur. 
(Fritze, Holzbauten, S. 20.) 
Haus Nr. 94, mit etwas Schnitzerei. 
Haus Nr. 90, nach den Forschungen von Fritze noch aus hennebergischer 
Zeit (16. Jahrhundert). (Bau- und Kunstdenkmaler Thüringens, Heft XXXI, Ein- 
leitung von Fritze, S. VIII.) 
Wildprechtroda, Kirchdorf mit 342 Einwohnern, 2 km südsüdöstlich von 
Salzungen, an einem Seitenbach der Armbach. 
Im 13. und 14. Jahrhundert nannte sich ein adliges Geschlecht nach dem Orte, 
als dessen hervorragendste Vertreter Berthold der Aeltere, ein Vertrauter und Burg- 
mann Ludwigs v. Frankenstein 1241, und Bertholdus der hingere de Willebreclzie- 
rode (auch Wylbreehterod), der Gründer des Klosters Georgenzell, in den ersten 
Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts erscheinen.  
Das Rittergut zu Wildprechtroda, das ursprünglich dem Kloster Fulda zu 
Lehen ging, wurde von dem genannten Ritter Berthold dem Jüngeren an das 
Kloster Herrenbreitungen verkauft, welches die stiftische Lehnsherrlichkeit ablöste. 
1330 geht Wildprechtroda, sieut aqua dvlvielit, von den Frankensteinern an 
die Grafen von Henneberg über. Später finden wir die Gebrüder Sittich 
und Wilhelm Marschalk und seit 1432 die v. Butlar im Besitz des Ortes. Sie 
theilten ihn in zwei Rittergüter und erbauten zwei Schlösser, das Vordere und das 
Hintere Schloss.  
Wildprechtroda hatte im Mittelalter eine von Salzungen aus bedienstete 
Kapelle, noch heute trägt ein Platz im Dorfe danach den Namen. Im dreissig- 
jährigen Kriege wurde sie bis auf wenige Mauerreste und einen Altarstein zer- 
stört. Die an der alten Stelle erbaute Dorf kirehe wurde 1683 eingeweiht. 
Litteratur: 
Chronik II, 363.  
Brückner, Landesk. II, S. 29. 
Walch, Beschreibung, S. 239. 
Brückner, 
Pfarrbuch,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.