Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2502784
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SÜLZFELD 
7 
Kirche. 
Bleiningen. 
E1 
stein sind um 1860 nach den Angaben des Oberbauraths A. W. Doebner in 
Meiningen ausgeführt. 
Crucifix aus dem 18. Jahrhundert, der Körper aus Bronze, das Kreuz aus 
Holz.  Aeltere Altargeräthe sind nicht vorhanden. 
Die alten Glocken sind beim Brande im Jahre 1858 geschmolzen. Es waren 
drei Glocken. Die beiden grössten waren gegossen 1751 von J. Melch. Derck in 
Meiningen. 
1) Die grosse Glocke hatte die folgenden Insehriften: 
a) Mein Klang verging, als ich geklungen 
Ziueihundert drei und Vierzig Jahr. 
Durch Derkens Hand, dem ich verdungen 
Kling ich nun wieder hell und klar. 
Beklage Sülafeld Adams Fall 
Dein Herz, und Sinn xu Gott hinrichte 
Bedenke der Posaunen Schall 
Der dich einst ruft zum Weltgerichte. 
b) Auf igiilxfeld, weile nicht, eile herxu 
Ich bringe dir Freude, Trost Wonne und Ruhf  
2) Die zweite Glocke hiess die Wagglocke. Ihr Klang gab den Dorfbewohnern 
das Zeichen, wann die Mühlwage geöffnet war, damit die Leute ihr zum Mahlen 
bestimmtes Getreide brachten oder ihr Mehl abholten. Die Glocke hatte folgende 
Inschriften : 
a) AVF sVLzFELD! ANSCHICKE DICH  
HEVTE zVn BVSSE. 
AVF EILE! VERWEILE IETzT NICHT. 
FALL GOTT zV FVSSE. 
Die Zahlen, welche in dieses Chronogramm eingeschlossen sind, ergeben das 
Jahr 1751. 
b) Verbum Domini Manet in Aeternum! 
c) lllit gnädigstem Landesherrschaftl. u. dero fürstl. Consistorial- Consens wurde 
diese Glocke zierfertigt durch Joh. Melchior Derhevi in Meiningen. 
Die Glocke ist 1828 gesprungen und durch Jacob Bittorf in Seligenthal bei 
Sehmalkalden umgegossen. Damals erhielt sie folgende Inschrift: 
Ich läute num. Gebet Gieb Jesu, daß mein Ton 
Zur Predigt, zu den Leichen. In Frieden stets erschall. 
Ich melde Feuer und Krieg Bewahre Dorf und Land 
Und gebe Friedensxeichen. Vor Feuer und Ueberfall. 
3) Die kleine Glocke. Unter der Krone waren die Namen der vier Evan- 
gelisten „mit Mönchsschrift" angebracht. Wegen der Schrift wurde die Glocke 
dem 15. Jahrhundert zugeschrieben. Eine Jahreszahl war nicht darauf vorhanden. 
Ueber die ehemaligen Glocken in Sülzfeld und ihre Bestimmung giebt Pfarrer 
Sprenger aus Sülzfeld ausführliche, für die Sitten und Gebräuche interessante 
Nachrichten. Abgedruckt bei H. Bergner, Die Glocken des Herzogthums Sachsen-Mei- 
ningen, S. 38. 
Nach dem Brande von 1858 wurde der Gemeinde die Glocke geliehen, 
welche ursprünglich im Schloss Sophienlust (jetzt Amalienruhe) hing. Die In- 
schrift hiess: Elisabethe Sophie, geb. Prinzessin von Brandenburg etc. 1720.  Die
        

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