Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2502653
501 
Meiningen. 
STEPFERSHAIISEN 
Kirche. 
L1 
Dass ursprünglich nur für diese Kapelle die starke Befestigungsanlage geschaifen 
sei, ist nicht anzunehmen. Wahrscheinlich hat hier die Burg der Ritter von 
St BPfBTShELUSGII gestanden, deren Name im Jahre 1328 erwähnt wird. Ob die 
Herren von Stepfershausen eine steinerne Kemenate gehabt haben und ob 
ihre Mauern bei dem Bau der Kirche benutzt worden sind, lässt sich nicht 
mehr feststellen. Dass der jetzige Kirchthurm ursprünglich der Wartthurm oder 
Bergfrit der ganzen Burganlage gewesen ist, erscheint nicht ausgeschlossen. Denn 
diese Befestigungsanlage auf dem höchsten Punkt des Dorfes kann sehr wohl auch 
eine selbständige Bedeutung neben der eigentlichen Dorfbefestigung gehabt haben. 
Zur Vertheidigung des Dorfes diente die starke Dorfmauer, welche ebenfalls noch 
grossentheils erhalten ist. Nach den an der Dorfmauer erhaltenen Jahreszahlen 
1576 und 1595 ist diese allerdings jünger als die Befestigung des Kirchhügels. 
Doch ähnlich wie bei anderen Ortsbefestigungen, so ist auch hier anzunehmen, dass 
das Dorf Stepfershausen schon vor Errichtung der steinernen Ringmauer durch Wall 
. . .  
-llllllll1l A? A 
W ä 
VOM 41H 
g y x x .ä 
O 
Grundriss der Kirche in 
Stepfershausen. 
oder eine 
umgeben 
und Graben, durch Pallisaden, Flechtzaun 
dicht in einander verwachsenem Dornholz 
Umfriedigung 
war. 
3,118 
lebendigem, 
Die jetzige Kirche soll nach den urkundlichen Nachrichten im Jahre 1702 
erbaut sein. Die Jahreszahl steht an der Chormauer über der Orgel. Doch nach 
dem Charakter des Mauerwerks zu urtheilen, kann der damalige Bau nur der Er- 
weiterungsbau einer älteren Kirche gewesen sein. Der Thurm und das Mauerwerk 
der östlichen Hälfte der Kirche gehören einemfrüheren Bau au, dessen Mauern 
bei der Erweiterung im Jahre 1702 mitbenutzt worden sind. Darauf deutet 
namentlich der Chorbogen. Die Form des schön gekehlten Profils, welches den 
Ohorbogen einrahmt, entspricht der Zeit um das Jahr 1600. Ferner: An der Süd- 
mauer der Kirche hat nur die östliche Hälfte einen nach aussen vertretenden 
Sockel. Dieser Sockel fehlt an der westlichen jüngeren Hälfte. Auch die Sacristei 
stammt aus älterer Zeit als der Hauptrauin. Sie liegt vier Stufen tiefer als der 
Fussboden der Kirche und ist mit zwei Kreuzgewölben bedeckt. Die Angabe in 
B rü ckners Landeskunde, dass die ursprüngliche Kapelle im Jahre „1594 erweitert,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.