Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2502583
494 
STEDTLINGEN. 
Meiningen. 
494 
Kreuzstreben 
Haus Nr. 38. Holzfachwerk mit geschweiften K1" 
schnitzten Consolgesims. 
D orflinde, sehr alt, auf einem sechs Stufen hohen, 
Platz. Die Mauer bildet eine steinerne Sitzbank. 
und 
einem 
grossentheils ummauerten 
Stedtlingen, 10 km westsüdwestlich von Meiningen gelegenes Pfarrdorf mit 
328 Einwohnern, am N ordwestende des Hermannsfelder Kessels, althennebergischer 
Besitz. 
1182 widmet Graf Pappe von Henneberg den Nonnen zu Kloster Vessra aus 
Anlass der Weihung der Basilica einige Huben zu Stedtlingen. ln demselben Jahr 
bestätigt der Graf seinem Getreuen Wolfranz den Zehnten zu Stetelingeßn. Später 
gehört Stedtlingen zu den Lehnstücken des hennebergisch-schleusingischen Erb- 
schenkenamtes, deren Inhaber sich auch wohl „Schenlcen zu Stedtlivigen" nannten. 
1348 ist Syfrid Schenke von Stetelingin als Zeuge nachweisbar (Henneb. Urk. II, 80); 
1360 macht Itel Schenke seinen eigenen Wald, die Leite genannt, dem Grafen 
Heinrich von Henneberg lehnbar zum Ersatz für die Aecker und Wiesen, die da 
liegen in dem Vorwerk zu Stedtlingen, dy txn dem hojfnzeister-amjit geboren und 
die er an Berthold Schenk verkauft hat. (Henneb. Urk. V, 141.) 1353 verkauft 
Graf Johann von Henneberg an Johann e. d. Kere und Genossen das 
Lintech gelegen bie Stetelingen. (Henneb. Urk. V, 123.) Hennebergische Lehen, 
aber auch freieigene Güter besassen früher hier auch die in Bibra, welche jedoch 
seit 1621 diese Besitzstücke an die in Stein verausserten. 1708 überlässt Karl 
x   v. Stein alle seine dortigen Liegenschaften verkaufsweise an 
"D g" Herzog Ernst Ludwig von Sachsen-Meiningen, 
  ä dieser aber schon 1710 an Hofrath Trier, von welchem sie 
E:  weiter an die Familie Thilo übergingen. 
 r- Kirchlich scheint Stedtlingen während des frühesten 
   fliiit: _ Mittelalters zu der nahe gelegenen Peterskirche, einer höchst 
 merkwürdigen Kultusstatte für diesen Theil des Grabfeldes, 
x  in naher Beziehung gestanden zu haben. Nach der Zer- 
.1 störung oder Verödung der genannten Missionskirche war 
 Stedtlingen zuerst mit Hermannsfeld nach Mellrichstadt, 
 und dann, als in Hermannsfeld eine eigene Kirche be- 
 gründet wurde, nach diesem Dorfe kirchlich gewiesen. Seit 
 1556 (1564) wurde es zur selbständigen Pfarrei erhoben, 
 mit der auch die jetzt bayrischen Orte Willmars (bis 1721), 
 Ober- und Unteriilke, Sands und Neustadtles vereinigt 
.525;7')IÄIÜIITÄÜÄÄXSSQÄJ waren. Eine Zeit lang gehörten auch Ruppers und Völkers- 
Kirchthwm hausen zur Stedtlinger Pfarrei.  Die Kirche wurde 1619 
von Stedt1ingen_ und 1701 erweitert; der jetzige Friedhof 1632 von der Ge- 
meinde erkauft. Der Schulb au stammt aus dem Jahre 1815. 
Litteratnr: Brückner, Landesk. II, S. 149.- Brückner, Pfarrbuch, S. 292.  Ger- 
mann, Förster, S. 70 Anh. L_ Hgrte],
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.