Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2496593
Meiningen. 
Geschichte 
Stadt 
Meiningen. 
einer etwas eingehenderen Darstellung, als die Thatsache manchem unserer Ge- 
schichtsschreiber unbekannt geblieben ist ä). 
Im Jahre 1372 war der Würzburger Bischof Albrecht aus dem Hause Hohen- 
lohe gestorben. Das Domcapitel that in übler Stunde eine zwiespältige Wahl; die 
Minderheit nämlich wählte ein Glied aus ihrer Mitte. Albrecht von Hessberg, die 
Mehrzahl einen Bamberger Domdecan Wittig. Jener holte sofort seine Bestätigung 
von Mainz und gewann zudem die Stadt Würzburg dadurch für sich, dass er alle 
ihr von seinem Vorgänger auferlegten Beschränkungen widerrief; dieser eilt nach 
Avignon zum Papst, trifft hier mit dem Naumburger Bischof Gerhard, Grafen 
von Schwarzburg, der von seinem Capitel und von der Stadt Naumburg aus seinem 
Bisthum verdrängt war, zusammen, einigt sich mit diesem über den Austausch 
ihrer Rollen und Aemter und beide erhalten vom Papst die Genehmigung, dass 
Wittig zum Bischof von Naumburg und Gerhard zu dem von Würzburg ernannt 
und eingesetzt wird. Diese Wendung der Dinge wurde für Würzburg und für 
das Bisthum die Quelle der traurigsten Folgen  Der Schwarzburger Gerhard, 
eine ebenso unbeugsame und kriegslustige, wie verschwenderische und geld- 
bedürftige Natur, brach mit Hülfe seiner Brüder und Vettern und mit der seines 
den demokratischen Elementen der Städte feindselig gesinnten Stiftsadels den 
Widerstand der Würzburger. Im ersten Augenblick gestand er ihnen zwar die 
von Albrecht von Hessberg gewährten Begünstigungen zu, hob dieselben aber 
schon nach wenigen Monaten wieder auf, in Folge dessen die Bürger von Würz- 
burg zu neuem Kampfe schritten, jedoch von Neuem überwunden wurden. Ihre 
Demüthigung dauerte indess nur kurze Zeit. Zu neuen Kämpfen gab der Bischof 
Anlass und bot die Zeit reichlichen Zunder. In Süd- und Westdeutschland rangen 
damals Fürsten und Adel einerseits und die Städte andererseits mit einander, 
leider weder jene noch diese im Interesse der Kräftigung des Reiches, sondern 
für selbstische Zwecke. Im Jahre 1381 nämlich, nicht lange nachdem der böhmische 
Wenzel Kaiser geworden war (29. Nov. 1378), traten die Reichsstädte Schwabens, 
des Rheins und Frankens zu Speier zu einem Schutz- und Trutzbündniss zusammen, 
und gleich darauf brach der grosse Städtekrieg aus. Wenzel begünstigte in 
diesem Kampf zuerst die Städte, dann die Fürsten und endlich wieder die Städte. 
Trotz ihres Bündnisses kämpften die drei Hauptgruppen der Reichsstädte einzeln 
und wurden der Reihe nach geschlagen. War nun auch der Städtebund unter- 
legen, so hatten doch einzelne Reichsstädte in diesem Kampfe gezeigt, was der 
Bürger vermag. Besonders erfüllte der Muth, mit dem die" fränkischen Reichs- 
städte Rothenburg, Windsheiin und Schweinfurt die Belagerung des nach ihrem 
Besitz lüsternen Bischofs von Würzburg zurückschlugen, die Städte des Hochstifts 
mit Kampfeslust. Am meisten indess zündeten diese Vorgänge in der Hauptstadt 
Würzburg, in der seit dem Verlust ihrer Selbständigkeit und seit der Aufhebung 
der Zünfte ein grosser Unmuth herrschte. Es unterblieb zwar unmittelbar nach 
dem Städtekrieg ein offener Ausbruch des angesammelten Grolls, indess der 
 Dass der Wohlstand der Stadt um diese Zeit wesentlich gestiegen war, beweist eine Urkunde vom 
5.. Aug. 1378 (Henneb. Urk. IV, 18), nach der an die Bürger Apel Heyner und Beycz Kach (Betz Koch) 
eine Schuld von 1000 Pfd. Heller zurückzuzahlen war, ein für die damaligen Verhältnisse sehr erhebliches 
Kapital. 
l") Stein, Geschichte Frankens I, 367. 
3a:
        

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