Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2501325
400 Jücnsmn. 
Meiningen  
400 
Die Mauern der Scheunen der ehemaligen herzoglichen D omäne stammen 
zum Theil aus dem 16. Jahrhundert. Die eine Scheune ist ein grosser Steinbau 
von wehrhaftem Charakter. Auf einen ehemaligen Wehrgang an dem Giebel der 
Ostseite deuten ein Kragstein und die Spuren anderer Kragsteine. An der Süd- 
seite des Gebäudes ist eine Ringmauer, über mannshoch und ungefähr 112 m dick, 
noch in der halben Länge des Gebäudes erhalten. In dieser Ringmauer beünden 
sich zwei gut erhaltene Schiessscharten. Unter dem Gebäude liegt ein grosser 
Keller. An dem Thor sind die alten steinernen Angeln für die Pforte erhalten. 
An einer neueren Scheune der Domäne ist am oberen Theil des Mauerwerks 
ein Grab kreuz mit der Jahreszahl 1574 eingernauert. Auf einem Ziegel derselben 
Scheune, im Besitz des Herrn Bernhard Morgenroth, steht der Vers: Wer Gottes 
Wort gut libt und wert dem giebt Gott was sein Herz begehrt 1720. An dem 
Wohngebäude der Domäne steht die Jahreszahl 1752. 
An der alten Schule, welche im Jahre 1801 erbaut (oder umgebaut) ist, 
ist ein Stein mit folgender Inschrift eingemauert: Magister Caspamts Sauerbmy 
Pastor Giorgizls Ixinck Schuldes Sigmund Halhich Heinrich Andhor Bre-unzeister Hans 
Schmid Valdin Dmck Dorfshem anno 1616. Auf einem anderen Stein desselben 
Gebäudes steht die Inschrift: 
VYRTQ 
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LLßs 
mßvewlfe 
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heisst: Urgete puellos ad 
in der Inschrift enthaltene 
das 
Das 
Kindlein 
1616. 
me venire (Lasset die 
Chronogramm bedeutet 
mir 
kommen). 
Die Inschrift: 
über dem Hause Nr. 
zahl 1701. An zwei 
zahl 1716. 
Heincz Schreie! 1609 befindet sich an einem Keller, gegen- 
18. An der Rundbogenthür dieses Kellers steht die Jahres- 
Kellern daneben steht an den Rundbogenthüren die Jahres- 
Geschnitztes Holzfachwerk von künstlerischer Form zeigt das Haus 
Nr. 15. An den Eckpfosten ist eine Säule geschnitzt. Am Giebel hat das Holz- 
Werk unterhalb der Fenster der beiden Erdgeschosse ansprechende Formen i). Ganz 
ähnliche Linien wie die geschweiften Hölzer unter den Fenstern des ersten Ober- 
geschosses, hat das Holzfachwerk an dem Wirthshaus in M arisf el  Es ist datirt 
durch die Jahreszahl 1725. Dieselbe Form des Holzfachwerks kommt auch an 
zwei Hausern in S chle usingen vor, an einem Wohnhause und an der ehemaligen 
„A1ten Schulewiki). Dieses letztere Gebäude ist datirt durch die Jahreszahl 16811). 
i) E. Fritze, Fränkisch-thüringische Holzbauten, Taf. 17.  Die Gemeinde gewährt für Neubauten 
des Wohnhauses 40 Festmeter, und zwar die für das Erdgeschoss benöthigten Stämme aus dem Eichen- 
forst, was man an den zahlreichen, wenn auch einförmigen Neubauten der letzten Jahrzehnte deutlich be- 
obachten kann. (Lutsch, Bauernhaus des Deutschen Reiches, Thüringen, S. 217.) 
 Aufnahmen altbäuerlieher Gehöfte von Schülern des Technikums in Hildburghausen, Heft 2. 
Blatt 15.  
w") Oskar Doerin g, Alte Fachwerkbauten der Provinz Sachsen, Liehtdruek 104. 
1-) Doering, ebendort Lichtdruck 108 u. 109.
        

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