Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2496494
27 Meiningen. 
Geschichte 
Stadt 
Meiuingen. 
Ursprungs; sie stossen da auf die Werra, wo der Fluss zweimal weit nach Osten 
ausbiegt: dieser Umstand setzt das Vorhandensein der Stadtgräben voraus. Nach 
Befestigung des Ortes ist es auch erklärlich, einmal dass die Häuser nicht wieder 
vereinzelt, sondern innerhalb der zur Sicherung angelegten Walle und Mauern 
aufgebaut wurden, und sodann, dass bald darauf eine neue Pfarrkirehe in der Mitte 
des neuen Ortes errichtet wurde, da die nun ausserhalb der Bewehrung gelegene 
Martinskirche nicht mehr geeignet sein mochte. Dass die neue Siedelung in der 
Thalsohle ganz planmässig angelegt worden ist. beweist nicht nur die Einbeziehung 
der Burg in die Befestigung und die Errichtung der Kirche in der Mitte des Ortes, 
sondern auch die Thatsache, dass der nördliche und der südliche Ausgang des 
Ortes durch eine fast ganz gerade Strasse mit einander verbunden waren. 
Endlich erscheintauch der Name Meiningen in einer 982 Oct. 1 von Otto II. 
in Capua ausgestellten Urkunde, in welcher der Kaiser sein Eigengut in den 
Dörfern Meiningen und Walldorf (Meimnge et Walaclzclorf) mit allem Zubehör in 
der Meininger Mark (ein Mezbzirzgewivnarkra) im Gau Grabfeld in der Grafschaft des 
Grafen Otto der St. Peterskirche in Aschaffenburg übereignet und den 
Kolonen auf diesen Gütern (ßscalrävzzlw quoque se-rmfs quvi pertivzent ad predicta loca) 
das Recht bestätigt, welches ihre Eltern unter seinen Vorfahren genossen haben 
(Dobenecker I, 522). Diese Zuwendung erfolgte auf Bitten des Neffen des Kaisers, 
des Herzogs Otto von Alamannien und Bayern, der, ein Wohlthäter des Kollegiat- 
stiftes St. Peter. dort auch seine letzte Ruhestätte fand. In welcher Weise diese 
Schenkung in den Besitz des Reiches zurückgekommen ist, wissen wir nicht; dass 
aber Meiningen bald wiederum, wahrscheinlich durch Tausch f), Reichsdomäne ge- 
worden sein muss, lehrt die Geschichte des Jahres 1008 M). 
Die Martinskirche, der unser Chronist ein ungemein hohes Alter znschreibt, 
war bis Anfang des 11. Jahrhunderts jedenfalls der einzige gottesdienstliche Ver- 
sammlungsort der hiesigen Einwohner. Um das Jahr 1003 soll die Kirche auf 
dem Marktplatz gebaut worden sein. Die Chronik berichtet, dass, als König 
Heinrich II. auf einer Reise durch Meiningen fit) wegen grossen Wassers einige 
Tage hier liegen bleiben musste, ein kinderloser Ritter Rosenkranz sich vom 
König die Erlaubniss ausgewirkt habe, auf einem ihm gehörigen Grundstück eine 
t) Hirsch, Jahrb. des Deutschen Reiches unter Heinrich II. Berlin 1864, II, 77. 
H) Rübel, K., Die Franken, S. 332, schliesst aus der Thatsache, dass 982 llleinivlgen und Walach. 
darf königlicher Besitz, dass 1008 dieselben königlichen Güter an Würzburg in Tausch gegeben werden, 
dass Frauenbreitungen und Barchfeld durch die Schenkung Heinrichs I. 933 (vgl. Henneb. Urk.-B. I, 1) 
als königliche geschlossene villae mit fränkischen Grenzen bekannt, dass aber das unmittelbar an beide 
Marken stossende Salzungeaz bereits 775 Jan. 5 als Königsbesitz kenntlich ist  auf vorkarolingische Be- 
Setzung dieser villae und hält diesen Schluss um so "zutreffender, da Dorndorf die Wen-a weiter abwärts 
786 als königliche villa innerhalb genannter Grenzen mit ,antiqua sigAn 21', von Alters her überkommenen 
Zeichen fränkischer Grenzabsetzung, Gerstungen aber schon 744 als königliche villa verschenkt worden ist 
und Mihla 775 als königlicher fiscus erscheint", und fährt dann fort: "Ist das Ganze, entsprechend dem 
fränkischen Vorgehen, eine einheitliche Anlage, so ist auch diese Anlage spätestens in der Zeit, wo 
Gerstungen verschenkt wurde, vorhanden gewesen." 
 Dass Heinrich II. sich im Jahre 1003 im benachbarten Rohr aufgehalten hat, beweist eine von 
dort datierte Urkunde vom 30. Mai, nach welcher Heinrich II. dem Abt Berenhar von Hersfeld den Wild- 
bann und das Forstrecht in Eherinevirst erteilt (Dobeneckcr I, 602).
        

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