Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2500137
303 
Meiningen. 
BIBRA, 
Kirche. 
303 
Das Gestühl für die Gemeinde hat Seitenwangen, welche in den einfachsten 
Formen des Roccocostils geschnitzt sind. Dies Gestühl stammt wohl aus der Mitte 
des 18. Jahrhunderts. 
Die Orgel aus dem Jahre 1854 ist auf der obersten Westempore aufgestellt. 
Ueber die beiden früheren Orgeln von 1663 und 1698 berichtet Hartmann in 
seinem Buche über Bibra auf S. 170. 
Bildwerke 
Stein. 
A. Die Console der Gewölbe im Chor.  
An jedem der oben erwähnten zehn Dienste der Gewölbe des Chores ist eine 
Halbiigur in den Sandstein gemeisselt, treifliche Arbeiten aus der Werkstatt 
Riemenschneiders z 
1) Ein Bischof mit einem Beil und einem Kirchenmodell. 
2) Der Erzengel Michael mit erhobenem Schwert, an seiner Brust der in 
kleinem Maassstabe dargestellte Drachen (Abbildung auf S. 297). 
3) Der Heilige Sebastian bekleidet, zwei Pfeile in der Hand haltend. 
4) Ein Papst mit dem Kreuzstab und einem Buch. 
ö) Gott Vater. 
6) Maria. 
7) Johannes der Evangelist mit dem Kelch. 
8) Ein Bischof mit einem Schwert. 
9) Ein jugendlicher Märtyrer mit einem Palmenzweig und einem geschlossenen 
Buch.  
10) Ein jugendlicher Märtyrer mit einem Palmenzweig und einem geöifneten 
Buch. 
Grabsteine 
und 
Denkmäler. 
Denkmal des Hans v. Bibra, 1' 1473. Aus der Werkstatt von Tilman 
Riemenschneider (Lichtdruck nach S. 48). Der Verstorbene ist wahrschein- 
lich erst um das Jahr 1500, also etwa 28 Jahre nach seinem Tode, dargestellt. 
Der Ritter steht auf dem Rücken einer Löwinik). Tilmann Riemenschneider hat 
ihn im Leben wohl nie gesehen, das Relief ist lediglich ein ideales Oharakterbild. 
Riemenschneider hat wahrscheinlich die Skizze dazu entworfen. Die Ausführung in 
Sandstein hat der gerade damals vielbeschaftigte Meister wohl einem Gehülfen seiner 
Werkstatt übertragen. Die rechte Hand halt den abgebrochenen Dolch und den 
Rosenkranz. Die linke Hand ruht auf der Parirstange des Schwertes, welches an 
einem langen ledernen Riemen um die Hüfte gehängt ist. Von besonderer Schönheit 
des Ausdrucks ist der ein wenig zur Seite geneigte Kopf, welcher in die obere Um- 
rahmnng des Steins hineinreicht. Das Haupt ist u-nbedeckt. Das kurz gelockte Haar 
erscheint in seinen harten regelmassigen Linien weniger künstlerisch als die Ausfüh- 
rung der Haare in den eigenhäudigen Werken Riemenschneiders. Unten zu den 
Füssen des Ritters steht sein Helm. In der Helmzier desselben ist der Biber darge- 
 Der Kopf des Thieres mit den Schlappohren hat allerdings grosse Aehnlichkeit mit dem Kopf 
eines Hundes. Irrthümlieh hat man daher angenommen, Hans v. Bibra sei hier als Jäger dargestellt; 
der abgebrochene Dolch sei das Hifthorn, dessen Quaste der Rosenkranz sei. (Weber, Leben und 
Werke Riemeuschneiders, S. 59. Gef. Mittheilung des Pfarrer Hartmann.)
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.