Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2497281
Geschichte 
Stadt 
Meiningen. 
Meiningen. 
errichteten auf der südwestlich der Stadt gelegenen "Hohen Leite" ein baumhohes 
Holzkreuz, nach dem der Berg nun Kreuzberg genannt wird. 
Ende März 1815, nachdem Napoleon von der Insel Elba entkommen war und 
sich des französischen Thrones wieder bemächtigt hatte, wurden die sächsischen 
Contingente Wieder gegen Frankreich aufgerufen. Sie nahmen an der Blockade 
von Schlettstadt theil, wurden dann als Occupationstruppen in Frankreich ver- 
wendet und kehrten kurz vor dem zweiten Pariser Frieden in die Heimath 
zurück. 
War nun auch Friede geschlossen, so hörten doch die Drangsale nicht auf, 
ja dem armen Land und seiner Hauptstadt sollte noch grösseres Elend beschieden 
sein. Die von den französischen Truppen hier eingeschleppten bösartigen Krank- 
heiten rafften zahlreiche Bewohner hin und die nach der Missernte von 1816 
folgende Theuerung brachte gar manche Familie an den Bettelstab. Sorge und 
Muthlosigkeit legten sich wie eine drückende Fessel auf die Bevölkerung. Viele 
hatte der Hunger aufgerieben, wenn nicht die edle Herzogin bestrebt gewesen 
Ware, auf alle Weise das Elend zu lindern. In nordischen Hafen wurde Getreide 
aufgekauft und um billigen Preis an die Einwohner abgegeben, im Landschafts- 
hause wurde für die Armen Suppe gekocht, und den Arbeitslosen wurde Arbeit 
verschafft, namentlich wurden sie beim Bau der gleich zu erwahnenden neuen 
Hauser beschäftigt. Die Prinzessin Adelheid gründete einen Frauenverein, der 
in Gemeinschaft mit den Armenpiiegern für zweckmassige Vertheilung der ein- 
gesammelten Geldspenden und Nahrungsmittel sorgte und sehr wohlthatig wirkte. 
Dem Bettel wurde dabei nachdrücklich gesteuert. 
Zum Glück folgten ferner fruchtbare Jahre. Nach und nach hob sich der 
Wohlstand wieder, und die Bewohner blickten wieder mit Selbstvertrauen und 
Lebensmuth in die Zukunft. 
Mit landesmütterlicher Fürsorge hatte die Herzogin in den trüben und 
schwierigen Zeitlauften sich ihres Landes angenommen undmanche zeitgemüsse 
Gesetze erlassen, wenn auch die bisherige Staatseinrichtung unverändert blieb. 
Wichtig sind dagegen einige staatliche Vorgänge in- jener Zeit. 
Am 20. Juni 1808 schloss die Herzogin im Verein mit Gotha (wegen Römhild) 
mit dem Grossherzog von Würzburg einen Staatsvertrag ab, in dem die beider- 
seitigen Ganerbschaften aufgehoben und die Grenzen beider Staaten durch einige 
Gebietsaustausche genau geregelt wurden. Würzburg trat unter anderem seine 
lehnsherrlichen Rechte auf Stadt, Schloss und Amt Meiningen ab 
und erhielt dagegen eine Summe von 50000 Gulden. Bemerkenswerth ist auch 
eine Verordnung vom 3. October 1818, nach der als Landesfarben des Herzogthums 
Weiss und Grün bestimmt wurden ü). 
Das Stadtbild veränderte sich in jener Zeit ganz wesentlich. Im Frühling des 
Jahres 1817 wurden die alten Gebäude am Spitalhof nebst der Wais enkirche 
(Hospitalkirchlein) eingerissen, weil das Gymnasium dorthin gebaut werden sollte. 
Dasselbe Schicksal traf im Herbst den unteren Thorthurm, dessen Steine zum 
Bau der neuen Schule verwendet wurden. Am 12. December 1821 wurde das 
October 
1900. 
1') Meininger wöchentliche Nachrichten, 41. Stück vom 10. 
farben von S-Meiningen" in der Dorfzeitung vom 16. Deeember 
1818. 
Vgl. 
hierzu : 
„Die Landes-
        

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