Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Meiningen: Amtsgerichtsbezirk Meiningen
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495280
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2497063
Geschichte 
Stadt 
Meiningen. 
Meinin gen. 
alten Irrungen kamen neue Streitigkeiten mit verwandten Höfen, und mit den 
Ständen und bald darauf auch noch die vielen Lieferungen und Einquartirungen, 
die der siebenjährige Krieg dem Lande verursachte. In seine ersten Regierungs- 
jahre fallt der sogenannte Wasunger Krieg, dessen Veranlassung und Verlauf 
hier kurz geschildert werden sollen. 
Eine an sich geringfügige Streitigkeit gab 1746 Veranlassung zu weitläufigen, 
für das öffentliche Wohl verderblichen Irrungen, ja zum Einmarsch fremder Truppen 
ins Land. Die Frau Regierungsrath v. Pfaffenrath, geb. Gräfin von Hohensolmsf), 
hatte am herzoglichen Hofe mit der Frau Landjägermeister v. Gleichen, geb. 
v. Schick, einen Rangstreit, der vom Herzog Anton Ulrich Wider Recht zu Gunsten 
der ersteren entschieden wurde. Letztere verbreitete darauf eine anonyme 
Schrift, in der Frau v. Pfaifenrath ehrenrührige Dinge nachgesagt wurden. Der 
Herzog befahl, dass die Verbreiterin der Schmahschrift knieend Abbitte vor der 
Beleidigten leiste, und liess sie, weil sie sich weigerte, dem Befehl nachzukommen, 
in die sogenannte "grüne Stube des Rathhauses in Arrest bringen. Ihr Gemahl, 
der Landjagermeister, der nachdrücklich Einspruch gegen den Befehl erhob, wurde 
sofort seines Dienstes entlassen und gleichfalls mit Arrest belegt, den er auf der 
Schlosswache, im sogenannten Rosenthal, verbringen musste. Da Frau v. Gleichen 
auf ihrer Weigerung verharrte, wurde sie unter militärischer Bedeckung auf den 
Marktplatz gefahren: hier wurde im Beisein von viel Volks die Schmahschrift vor 
ihren Augen verbrannt,  sie selbst aber ins Gefangniss zurückgebracht. In Folge 
eines Gesuches des Landjägermeisters und auf Verwendung verschiedener einfluss- 
reicher Manner der Stadt schritt jetzt das Reichskammergericht ein; es erliess 
einen geschärften Befehl, die v. Gleichenschen Eheleute sofort ihres Arrestes zu 
entlassen, und beauftragte den Herzog Friedrich III. von S-Gotha mit der Aus- 
führung. Der Herzog von Gotha forderte die Auslieferung der Gefangenen, aber 
man liess seinen Abgesandten nicht in die Stadt und suchte den Vollzug mit ge- 
waffneter Hand zu verhindern. Darüber kam es zu einer kleinen Fehde, die unter 
dem Namen des Wasunger Krieges bekannt ist. Herzog Friedrich liess mehrere 
Gompagnien Infanterie nebst einigen Abtheilungen Cavallerie und Artillerie über 
den Thüringerwald in das meiningische Gebiet einrücken. Am 12. Februar 1747 
kamen sie vor Wasungen an, öffneten die Thore mit Gewalt und setzten sich fest. 
Unterdessen wurde in der Stadt Meiningen, die man vor einem Handstreich sichern 
wollte, die Schanze vor dem unteren Thor starker befestigt, die Walle wurden 
ausgebessert, das untere Thor verrammelt und vor diesem ein sogenannter spanischer 
Reiter aufgestellt. Die Kanonen wurden verdeckt an den Thoren aufgefahren und 
die Ringmauer im Zwinger von den zu den Waffen gerufenen beiden Bürger- 
compagnien und dem Massfelder weiten Ausschuss besetzt  aber es kam in 
Meiningen nicht zu Feindseligkeiten und die Truppen wurden grösstentheils wieder 
entlassen. Nachdem das v. Gleichensche Ehepaar in Freiheit gesetzt war, zogen 
die Gothaer von Wasungen wieder ab. Doch wurde die Stadt aufs neue von ihnen 
besetzt, als Herzog Anton Ulrich die Erstattung der Expeditionskosten verweigerte. 
Am 23. Mai rückten deshalb die Meininger, eine Grenadiercompagnie und Küras- 
g) Die Familie v. 
Ernestineistrasse Nr. 14. 
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bewohnte das jetzt Herrn 
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