Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2495153
Weida 
Wnnnsnonr. 
darauf ist ein Helm durch Knicke in das Achteck übergeführt, schlanker und 
darum von wesentlich besserer Uebereinstimmung mit der Kirche, als die Schweif- 
kuppeln der meisten Kirchen der Gegend; Alles bemerkenswerth sauber aus- 
geführt. 
Kanzel hinter dem Altar, aus dem 17. Jahrhundert, neuerdings restaurirt; 
sie tritt in sechs Seiten gebrochen vor, durch ein Quergesims und durch facettirte, 
mehrfach mit kleinen Blenden belebte Eckpfeilern getheilt, in den so entstehenden 
sechs oberen und sechs unteren Feldern mit den (erneuerten) Figuren der Apostel 
in Oel bemalt; im Uebrigen ist der Holzbau weiss, mit einigen Tönen abgesetzt 
und etwas vergoldet. 
Figuren am südlichen Triumphbogen-Pfeiler, auf Consolen, von einem Altar- 
werk um 1500; Georg mit der (restaurirten) Lanze auf dem Drachen stehend; 
Anna selbdritt mit der kleiniigurigen Maria und dem Jesuskind auf dem Arm; 
lockiger Diakon (Stephanus oder Laurentius) mit Buch. Sie sind durchschnittlich 
60 cm hoch, derb geschnitzt, mit scharf geschnittenen Augen, kräftigen Nasen, 
vollen Lippen und breiten Kiefern, jetzt vielleicht eckiger wirkend als ursprünglich, 
da die Figuren der alten Farben und des vermittelnden Kreidegrundes beraubt, 
mit brauner Oelfarbe angestrichen sind; sie haben andererseits durch diese Färbung 
in dem sonst einfachen Raum eine kräftige Gesammtwirkung. Die Stellungen sind 
conventionell, die Faltenwürfe leidlich. 
Crucifix an der Wand über den Heiligenfiguren, aus dem 17. Jahrhundert. 
Die Christusiigur mit iiatterndem Schurz, doch von guter Modellirung und besonders 
Schnitztechnik, von Holz, ungefähr gleicher Grösse mit den Figuren darunter und 
ebenfalls braun gestrichen, passt dadurch ganz gut mit ihnen zusammen. 
Taufkanne, von: 1729, seidelförmig. Zinn. 
Kelch, aus dem 17. Jahrhundert; Sechspass-Fuss; Knauf gedrückt-kugelig, 
mit gravirten Rippen, Eiern und Kreisen (letzte Ausartung der mittelalterlichen 
Verzierungsweise); Kuppe breit. Silber, vergoldet; 18112 cm hoch. Hostien- 
teller, mit Kreuz. 
Webeteppich in der Sacristei, aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts (auf 
der rechten Hälfte links:  einer der wenigen in Kirchen Thüringens er- 
haltenen. Es ist eine künstlerisch bewegte Darstellung des Gleichnisses von den 
zehn Jungfrauen, farbig gewebt. Der Raum ist durch eine korinthische Säule 
getheilt. Auf der linken Seite empfängt Christus als Bräutigam die fünf klugen 
Jungfrauen; er tritt aus dem Thor eines Palastes der vordersten Jungfrau ent- 
gegen, welche ihm, wie ihre vier Begleiterinnen, die Lampen darbringt; ganz links 
ein Eingangs-Thor zu einem ruinenhaften Bau, in dessen Mauer eine Nische mit 
den Sinnbildern der Gerechtigkeit und Vergänglichkeit, Waage und Urne, stehen. 
Der Hintergrund ist Landschaft in nächtlichem Himmel mit Mond und Sternen, 
die Nachtzeit des Gleichnisses vergegenwärtigend, und zugleich einen künstlerischen 
Gegensatz zu der durch Fackelträger bewirkten Palast-Helligkeit bringend. Auf 
der rechten Seite des Bildes ist die lebhaft bewegte Gruppe der fünf thörichten 
Jungfrauen; eine derselben blickt auf ein im Fries über einem Thor angebrachtes 
Gotteslamm, über welchem ein Strahlenbündel hervorbricht. Hier bildet den 
Hintergrund eine Häusergruppe bei (inzwischen als hereingebrochen gedachter)
        

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