Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2494950
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Weida. 
WEIDA, 
Wiedenkirche. 
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Würfel ersetzt ist]; im 2. Geschoss an der Ost-, Nord- und West-Seite je ein 
ebensolches Fensterpaar (dasjenige der Westseite durch die davor angebrachte 
Uhr verdeckt), an der Südseite dafür eine flachbogig verbreiterte Oeifnung; im 
3. Geschoss an der Ost-, Süd- und West-Seite je ein [ebenso gepaart gewesenes, 
aber] später verstümmeltes Fenster, an der Nordseite drei Oeffnungen auf zwei 
Säulen, von denen die linke Säule ein würfelförmiges, die rechte ein gekehltes Capitell 
hat, und vor diesen Oeffnungen eine wohl im 17. Jahrhundert angelegte Holz- 
gallerie für Bläser. Auf dieses Geschoss folgt der verhältnissmässig niedrige, durch 
Knicke in das Achteck übergeführte Helm. Am Südthurm ist, dem Grade seines 
Abbrechens entsprechend, im 1. der höheren Obergeschosse an der Südseite das 
Fensterpaar mit Mittelsäule wohlerhalten (abgesehen von Backstein-Aufmauerung 
dahinter), im 2. dieser Geschosse eine Oeffnung in dieser Form: m, verstümmelt, 
oben in Holz abgeschlossen.  S0 steht die Kirche als interessanteste Ruine Weidas 
da, im höchsten Grade würdig der Restauration wenigstens des Chores und Lang- 
hauses (welche, da genügende Musterstücke vorhanden sind, gut ausführbar ist), 
oder zum Mindesten werth einer Reinigung und eines schützenden Daches etc. 
Der Bau ist aus Bruchstein ausgeführt und geputzt; zu den Gliederungen ist 
schöner, röthlicher Sandstein genommen, besonders guter zu den Wanddiensten 
und Fenstern. 
Alb erti, Aelteste Herren v. Weide, S. 41 Anm.  Fischer in Weida, Photographien.  
Hahn, Gesch. v. Gera, S. 133 f.  Klopfleisch, Drei Denkmäler mittelalterlicher Malerei aus 
d. obersächs. Landen 1860, S. 35 ff.  Kronfeld, S. 513.  Liehtwer, Abr. e. Gesch. d. St. 
Weida, S. 45 f. -_Lisch, in (Hohenleubener) Vogtländ. Jahresber. XXII-XXIV, S. 135, Nr. 1. 
 Lotz, Kunsttopogr. I, S. 626.  Otte, Handb. d. kirchl. Kunstarchäol. II, 1885, S. 198.  
Puttrich (Denkm. mittelalterl. Bauk. in Sachsen), Mittelalterl. Bauwerke in SX-Weimar, 1847, S. 22, 
mit Innenansicht nach Ost, T. 16, von Geyser, z. Th. falsch.  Schiffner.  v. Voss, Die 
Ahnen des reuss. Hauses, S. 12, z. Th. falsche Zeitangaben.  Walther, Neujahrspredigt über 
die Glocke 1883, S. 2.  Walther, Weida, S. 15 ff., mit (halb restaur. gedachtem) Grundn, 
Südwestans, Abbild. eines (restaur. ged.) Ohorfensters u. des einen Kapellenfensters;  Abdruck 
der Abbildungen in: Erinnerungsblatt an die Versammlung der Thüring. Gesch-Vereine in Weida 
1891.  Ansicht auf dem Stadtsiegel. 
Wandmalerei-Rest an der Ostwand des Thurm-Zwischenbaues, vom Anfang 
des 13. Jahrhunderts, den Tod Mariens darstellend, fast nur noch in den braun- 
rothen Umrissen erhalten. Die heilige Jungfrau liegt gekrönt auf dem Bette, 
hinter welchem ein Engel ihre als Kind gestaltete Seele dem aus einem Halbrund 
hereinlangenden Heiland übergeben hat; zu den Seiten waren die Jünger gruppirt, 
und zwar ist links zunächst dem Bett der Kopf wohl des älteren Jacobus zu er- 
kennen, dann die herbeieilenden Petrus, Andreas und ein nur in Spuren erhaltener 
Jünger, rechts der weinende Johannes, dann noch drei andere Jünger. Alle sind, 
im Gegensatz zu der ruhig entschlummernden Maria, lebhaft und schmerzlich bewegt. 
In dem Versuch, das Charakteristische und Seelische wiederzugeben, beruht die 
künstlerische Kraft des Gemäldes, das auch um der Seltenheit solcher Werke in 
Thüringen willen die Aufmerksamkeit trotz des Verfalles auf sich gelenkt hat. 
Von Klopfleisch vor 1859 wieder entdeckt, ist es jetzt durch Fürsorge des 
Kirchenraths Walther mit Glas bedeckt und so vor weiterem Verschwinden 
gerettet. Von einem 2. Gemälde rechts davon ist nur noch ein handbreites 
Stück mit drei Gesichtern darauf zu erkennen. Das Ganze war wohl, sich an den
        

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