Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2494920
WEIDA, 
Wiedenkirche. 
Weida. 
und darüber zwei Anfänge von Gurtbögen, welche das einstige Balkenwerk des 
Obergeschosses trugen. [Dieser Fries könnte darauf schliessen lassen, dass der 
übrigens auch ungewöhnlich schmale Thurm-Zwischenbau nicht von Anfang an bei 
der romanischen Kirche geplant war.] Im Südthurm zeigen ein Kämpfergesiins 
und ähnliche Anfänger oben, dass das 1. Thurm-Obergeschoss tiefer lag, als die 
jetzige Decke. Die offenen Bögen zwischen Thurm-Erdgeschossen und Zwischen- 
bau wurden in spätgothischer Zeit durch Wände ausgefüllt und über den Zwischen- 
bau wurde ein ziemlich niedriges Kreuzgewölbe gespannt. Eine verkehrt-pyramiden- 
förmige Console an der Nordost-Ecke, die Anfänger kehlprofilirter Rippen an der 
Westseite (links vom Westportal) und die Spur des einstigen Kappen-Anschlusses 
an den Wänden sind Reste jener Umgestaltung. Noch später wurde [das Gewölbe 
wieder herausgeschlagen und die Wand zwischen Zwischenbau und Südthurm ganz 
beseitigt] die Wand zwischen Zwischenbau und Nordthurm schlecht erneuert, durch 
eine Korbbogen-Thür zur Thurintreppe geöffnet. 
Das Westportal reicht in seinen äusseren Gliederungen, um stattlicheres Aus- 
sehen zu ermöglichen, über die eigentliche Breite des Zwischenbaues in die Aussen- 
fläche der Thürme. Da aber die Erdgeschosse und 1. Obergeschosse der Thürme 
aussen glatt sind, fällt dies nicht auf. Das Westportal hat aussen einmalige Ab- 
stufung mit eingelegten Säulen. Links ist die verstümmelte Basis [der eingelegten 
Säule], dann das über dem Oapitell noch angebrachte, nur seitlich profilirte 
Kämpfergesims: p erhalten; rechts ein Restchen der Basis (hierunter ist ein 
viereckiger Sand-  stein-Block, Grab stein mit Inschrift für des Schuhmacher- 
meisters Poser Tochter J ohanna Christiane, als Braut T 1811, vermauert), dann das 
aus vier gebogenen (sphärischen) Trapezen gebildete Capitell mit Kämpfergesims 
darauf. Die Bogen-Gliederung ist fast vollständig erhalten, ein rechteckiges, in 
den Kanten stark abgeschrägtes Glied zwischen zwei Kehlen, nach den Kämpfern 
zu spitz auslaufend (wie die Pfeilergliederung an der Vorhalle der Kirche zu 
Paulinzelle, s. Bd. Rudolstadt, S. 141). Die Abstufung ist an den einander 
zugekehrten Kanten mit Kehle, Stäbchen und Wulst protilirt. Die Aussen- 
Umrahmung tritt vor der Wandfläche des Thurm-Zwischenbaues vor, und ist der 
Uebergang gegen die Wandfläche durch Herumführen des Sockelprofils (attische 
Basis) gebildet, die Ecke aber durch zwei für romanischenStil auffallend flache 
Kehlen zwischen Stäbchen abgeschrägt. Ueber dem Portal ist im 1. Obergeschoss 
des Thurm-Zwischenbaues, dessen wirklicher Breite entsprechend, ein einfach 
romanisches Rundfenster (achtspeichiges Rad mit offenem Mittelring) angeordnet. 
Hierüber schliessen mit einem Holzgesims der Zwischenbau und der südliche 
Thurm ab, mit einem über beide Theile gleichmässig geführten, nach hinten (Osten) 
als Pultdach aufsteigenden Nothdach. 
Die Thürme (der nördliche unten durch schräge Nothstreben, die von der 
Nordwest-Ecke nach Norden und Westen laufen, gesichert) sind, so weit sie er- 
halten sind, ganz romanisch. Sie zeigen im 1. Obergeschoss, und zwar an jeder 
der die Langhaus-Langseiten fortsetzenden Seite, ein kleines Rundbogen-Fenster. 
Dann folgen, nun den Zwischenbau überragend, am Nordthurm drei Obergeschosse, 
durch Gesimse getrennt, welche nur an den Ecken erhalten sind. Im 1. dieser 
Geschosse an der Nord- und West-Seite je ein rundbogiges Fensterpaar auf einer 
Mittelsäule mit Würfelcapitell [welches an der Nordseite durch einen blossen
        

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