Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2494461
BIILDENFURTE] 
Weida. 
durch Anlage von hölzernen Zwischendecken unter Beseitigung der Steingewölbe 
in ein Erdgeschoss, ein Obergeschoss und Bodengeschosse eingetheilt. Ob die 
Anschüttung des Erdbodens schon damals begann oder erst allmählich erfolgte, 
bleibt dahingestellt. Die Eingangs-Thür, welche in das Treppenhaus an dessen 
Westseite führt, stammt den Hauptformen nach aus dieser Zeit. Ebenso  
diejenigen Fenster, welche, von rechteckiger Form, blosse Kanten-Ab-  
schrägung oder einfache Proiilirung mitKarnies oder Wulst und Kehle: j 
in den Einfassungen zeigen. 
Im 17. Jahrhundert erfolgte besonders die (theilweise) Erhöhung des Ge- 
bäudes. Auch dürften wohl auf jene Bauzeit die rechteckigen Fenster  
und rundbogigen Thüren zurückgehen, welche bei schon flauerem Profil:  
eine Art Schildwerk von runden Buckeln, Diamantquadern und Recht-  
ecken in den Leibungsilachen in Relief, doch ohne Erhöhung über die  
Fläche ausgemeisselt haben (relief en creux). 
Der Haupt-Zugang in das Gebäude geschieht durch das Portal in den Treppen- 
bau zwischen südlichem Kreuzarm und Mittelschiff. Von ihm führt der Weg zur 
Wendeltreppe nach rechts; die Anlage derselben mit steinerner, als Wulst ge- 
bildeter Spindel und steinernem, gekehltem Itlandgriff an der Wand reicht bis 
zur Höhe des ehemaligen, hier im Innern sichtbaren Dachgesimses vom Protil: 
K. (Das darüber stehende, abweichende Stück ist Fortsetzung aus dem 17. Jahr- 
hundert.) Tritt man im Erdgeschoss von dem Treppenhaus nach links, so gelangt 
man in einen Flur für Wirthschaftszwecke. Er ist aus der östlichen Hälfte des 
1. (östlichen) Langhaus-Joches (so dass also hier eine Mauer das einstige Joch 
hälftet) und aus der Vierung nebst dem westlichen Theil des Chor-Rechtecks (so 
dass hier wieder eine Mauer durchgeht) gebildet. Der so entstandene Flur ist 
mit Kreuzgewölben bedeckt worden; die drei Mittelstützen derselben, ein Pfeiler 
und zwei Säulen, sind also auch aus dem 16. Jahrhundert, oder später erneuert. 
An den Wänden aber treten östlich (dem neuen Pfeiler entsprechend) und westlich 
(der vorderen Säule entsprechend) Stücke des romanischen Bündelpfeilers vom 
östlichen und westlichen Vierungsbogen vor; neben und vor letzterem treten auch 
die obersten Schaftstücke und Capitelle der Bündelpfeiler des anstossenden 1. Scheide- 
bogens der Südseite nebst diesem selbst hervor. Der gegenüberstehende nördliche 
Scheitelbogen ist durch eine Scheidewand zugesetzt, in welcher eine Rundbogen- 
Thür in einen zum Abort eingerichteten Nebenraum führt. Der nördliche wie der 
südliche Vierungsbogen sind durch Wände zugesetzt, in denen Thüren nach den 
ehemaligen Kreuzflügeln führen. Die letzteren Räume selbst haben Kreuzgewölbe 
auf Mittelpfeilern und rechteckige Fenster erhalten. Die runden Nischen in den 
Ostwänden sind dagegen noch die Apsidiolen des romanischen Baues; im südlichen 
Kreuzrlügel, dem jetzigen Milchkeller, ist die zugesetzte Spitzbogen-Oeffnung die 
einstige Verbindung zur südlichen Chorkapelle. Diese Kapelle selbst hat bei dem 
Umbau die kleinen Rechteck-Fenster erhalten, von dem romanischen Bau jedoch 
noch ihr Kreuzgewölbe, östlich den bis auf ein modernes Spitzbogen-Fenster zu- 
gemauerten Rundbogen [zur einstigen Nebenapsis] bewahrt. Das östliche (durch 
die erwähnte Mauer abgetrennte) Stück des Chor-Rechtecks hat als Decke im 
16. Jahrhundert ein Tonnengewölbe mit Stichkappen bekommen, und an der Ost- 
seite wurde die Bogenötfnung [zur einstigen Hauptapsis] durch eine Mauer mit
        

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