Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2494441
MILDENFURTH. 
Weida. 
nicht zur Ausführung oder wurde bald wieder gelöst. 1437 trat Herzog Sigismund 
in das Kloster. Im Verlauf des Mittelalters nahm es an Besitz und Einnahmen 
dauernd zu; als es bei der Reformation aufgehoben und 1544 vom Kurfürsten ein- 
gezogen ward, bildete es mit allen seinen Gütern, zu denen das ebenfalls aufge- 
hobene Kloster Cronschwitz und dessen Besitz hinzugenommen wurde, ein eigenes 
Amt. Dasselbe wurde 1546 an den coburgischen Hauptmann Matthes v. Wallen- 
rodt (Vollenrod) verlehnt bezw. verpfändet (Ansprüche des Anarch v. Wildenfels 
von Johann Friedrich I. 1552 zurückgewiesen, s. dessen interessanten Brief aus 
Innsbruck an Johann Friedrich  später an Andere. 1617 wurde der Besitz 
von Kurfürst Johann Georg I. gegen Abfindung des Inhabers wieder in eigene 
Verwaltung übernommen, aus Mildenfurth wiederum ein kurfürstlicher Amtssitz 
gemacht, in dem Kloster und dessen Baulichkeiten aber ausser den Räumen für 
die Amtsbehörden ein Jagdschloss hergerichtet. Das Schloss wurde dann wieder 
aufgegeben, und 1788 wurden die Amtsbehörden nach Weida versetzt (1815 ganz 
mit denen zu Weida verschmolzen), so dass Mildenfurth nur mehr ein Kammer- 
ut blieb. 
g Das Wühll haus des Kammergutspächters ist mit Benutzung eines Theiles 
der ehemal. Kirche erbaut. Dieselbe war eine romanische, kreuzförmige Pfeiler- 
basilika von reicher Grundriss-Bildung, besonders der Ostpartie. Wie das Chor- 
Rechteck einen Halbkreis-Schluss, so haben auch dessen rechteckige Nebenkapellen 
halbkreisförmige Nebenapsiden. (Diese sind auf dem Plan bei Aster fortgelassen, 
bei Walther viertelkreisförmig gezeichnet; s. über sie unten.) [Die Apsiden 
hatten jedenfalls Halbkuppeln, alle anderen Theile der Kirche Kreuzgewölbe und 
zwar quadratische über den vier (Puttrich fälschlich: drei) Jochen des Haupt- 
schiffes und halb so grosse, ebenfalls quadratische über den je acht Jochen der 
Seitenschiffe; das System war also ein sogenanntes gebundenes, d. h. an genau 
quadratische Kreuzgewölbe gebunden. Den Kreuzgewölben des Mittelschiifes ent- 
sprachen Hauptpfeiler, für die Gewölbe der Seitenschiffe kamen noch die Zwischen- 
pfeiler dazu. Auf der Vierung erhob sich ein Thurm (Mothes vermuthet einen 
niedrigen Aufbau mit hohem Zeltdach, da für einen starken Thurm die Vierungs- 
pfeiler zu schwach waren), an der Westseite war eine Doppelthurm-Anlage mit 
einem dem Mittelschiff des Langhauses gleich breiten Zwischenbau. Das Langhaus 
war, wie Lotz bemerkt, dem des naumburger Domes ähnlich, nur scheinen ihm 
 die Verhältnisse gedrückter; 
 X Q  allein die Kirche steckt 
 X X ziemlich tief in der Erde. 
   i  Die Ausbildung des Aufbaues 
    verräth die Vollendung um 
    1190-1220. Die Ostwände 
    der Kreuzflügel sind neben 
" b h) den Seitenkapellen ausge- 
  s nischt. Die einstigen Haupt- 
 pfeiler des Langhauses haben 
 " a den Querschnitt: b, die 
Zwischenpfeiler denselben, nur ohne die Dienste nach dem Mittelschiff und den 
Seitenschitien zu. Die Vierungspfeiler zeigen reichere Bildung: a; den Pfeilern
        

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