Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2490781
KEILA. 
KLEINA. 
Neustadt 
der Kreuze) und der Farbenwirkung. Freilich ist er besonders in den Stellungen 
nicht frei von der manierirten Art der damaligen Zeit (so die Motive der 
Schmerzensäusserung), auch nimmt er es mit der Richtigkeit der Körper und 
Stellungen um des Effektes willen nicht immer genau und malt, wie alle damaligen 
Deutschen mehr virtuos, als ernst und liebevoll, aber er überragt die thüringischen 
Zeitgenossen bedeutend durch seine wahrhaft künstlerische Auffassung. So wirkt 
dies Bild nicht wie die gewöhnlichen der Art bloss um des Inhaltes, sondern auch 
um seiner selbst willen als Malerei. Die Anordnung auf kleinem Raum ist gut ab- 
gewogen, die Hauptfiguren sind schön bewegt, einzelne Gesichter von charakteris- 
tischem, naturwahrem Ausdruck. Die Farben sind zum Theil sehr lebhaft (dies wohl 
durch neue Auffrischung und glänzenden Firniss auffallender geworden), doch macht 
gerade dadurch das Gemälde gleich beim ersten Anblick einen überraschenden 
Eindruck in der sonst schlichten Kirche. Die einzelnen Töne sind gut zusammen- 
gebracht durch den Gesammtton. Nach vorn und hinten heben sich die Farben 
und Figuren zum Theil hell auf dem dunkeln Hintergrunde ab, der vorn braun, 
nach oben zu in Grau übergeht. Dies um des Effektes willen; oben über schweren, 
grauen Wolken wird der Himmel lichter bis zu dem hellen (aber auch weissen 
und grauen, also kalten) Schein, der auf den sterbenden Heiland fällt und sein 
Haupt und die Dornenkrone umleuchtet. 
Taufstein, aus dem 16. Jahrhundert, rund, trichterförmig, glatt; Kalkstein. 
Tau f schale, mit: Johann George Vollenhaus P. (Pastor) Johann Peter Jahn .1. 
(Altarmann) A0 1747. Zinn. 
Kelch, aus dem 17. Jahrhundert; Sechspass-Fuss mit aufgelegtem Crucifix; 
Knauf sechsfach gebuckelt; Kuppe etwas geschweift; gute Form, doch schlechte 
Ausführung. Silber, vergoldet; Zeichen (N  19 cm hoch. 
Glocken. 1) (Der zu Knau ähnlich) Zinnenfries; vcv (1505) rlwwe mavia 
gracia plena. bominve tecvm benebicm w in mvlieribvs et benebict? Pl- (Klee- 
blattchen zwischen jeder Ziffer und jedem Wort); Fries von sich schneidenden 
Rundbögen mit Nasen an den so entstehenden unteren Bögen; 78 cm Durchmesser. 
 2) Ohne Inschrift, aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts, oben schmal, unten 
breit; 43 cm Durchmesser. 
Kleina. südlich von Neustadt; gehörte ehemals schriftsässig unter das Ritter- 
gut Kospoda; (1074 Clinowa, dem saalfelder Kloster geschenkt, ist Gleima im  
Leutenberg, vgl. Dobenecker, Reg. I, Nr. 912,   Kronfeld, "Landesk. II, S. 466.  
fwfchumann, Landesk., S. 128. 
Kirche, Tochterkirehe ehemals von Kospoda, jetzt von Linda. Grundriss- 
Form: Ü; (über der Westthür innenz) 1746, vielleicht mit Benutzung 
älterer Mauern; in unserem Jahrhundert restaurirt. Chor 5,2 m lang, 
3,4 m breit; Langhaus 8,2 m lang, 6,8 m breit. Bretterdecken; rechteckige Fenster, 
an der Westseite auch ein elliptisches; rechteckige Westthür. Auf dem Chor der 
Thnrm, heschiefert, viereckig, darauf achteckige, stark gebanchtc Schweifkuppel,
        

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