Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2494322
VEITSBERG 
Weida. 
kleinem Mund, gewöhnlich gerundetem Kinn, doch stattliche Gestalten von guten 
Körperverhältnissen bei massig spätgothischer Biegung, sowie schönem Faltenwurf, 
und zeichnen sich durch reiche Farben und Vergoldung aus. Sie tragen die Merk- 
male einer sächsischen Werkstatt (nach Mothes einer des Elsterthales, jedenfalls 
kaum einer in Neustadt a. 0. selbst befindlichen, welche von anderer Seite als 
bestehend angenommen wird), deren Werke gegenüber dem individuellen und 
idyllischen Zuge der saalfelder Werkstatt ein stärkeres Streben nach Grösse der 
Auffassung und Ernst verrathen. An den Heiligcnscheinen stehen in Goldciselirung 
die Namen der Dargestellten, bei der Maria: AVE PULGERIMA (pulcherrima) 
MARIA GRATIA, bei Katharina: SANCTA KATIIA; im Mantelsaum der Maria: 
O SANCTA M.MES (mater Messiae  und in dem der Katharina: O BEATA 
KATHARINA ORA PRO N.(n0stra'?) ANIMA  HANS THOPPHER FECIT  
Hans Thoppher bezw. Töpfer dürfte, wenn das letzte, sehr undeutliche Wort: fecit 
lautet, der Name des Künstlers sein, dessen Angabe diesem Werke einen hervor- 
ragenden Werth verleihen würde.  G cm älde finden sich, und zwar an der Staffel 
Brustbilder der Apollonia mit Zange, darin der Zahn, sowie der Ursula mit Pfeil; 
ferner an den Klappthüren der Staffel aussen Brustbilder der Dorothee. mit Korb. 
darin Rosen und Aepfel, Margaretha mit dem Drachen auf einem Buch und mit Kreuz, 
an den Klappthüren innen kleine Darstellungen der Anbetung und der Verkündigung 
(diese einfach, gut componirt, doch übermalt); im Haupttheil an den Aussenseiten 
der Flügel Veit mit dem Hahn auf dem Buch (darauf Buchstaben und Zahlen, 
Wie: WILLEGIS XXII  und Levinus (vgl. Mildenfurth, Kloster und Weida, Kapelle) 
mit der Zange, darin eine glühende Kohle. Diese Gemälde waren 1895 vielfach 
beschädigt und sehr verblasst, bezw. in den Farben verändert, auch stellenweise 
übermalt (besonders in den Heiligenscheinen), doch im Ganzen leidlich erhalten. 
Sie wurden 1896 von Mothes nach sorgfältiger Reinigung vorsichtig aufgefrischt. 
Als kennzeichnende Züge lassen sich bemerken: zu schwere Augenlider, bewusstes 
Streben nach Augen-Ausdruck, Nasen mit etwas dicker Spitze, ferner lange, 
einzeln, sorgfältig und sauber, aber etwas handwerksmässig gestrichelte Haare, 
Hände mit gut bewegten, zum Theil übertrieben langen Fingern, würdige Haltung 
der Figuren; im Ganzen auch hier ein ernster Zug, dabei kräftig-einfache Mal- 
weise. Die Seiten der die Flügel tragenden Altarstaffel-Auslatlung sind in üblicher 
Weise mit Inattgrünem Flachornament, Distelzweigen, mit weissen Lichtern und ein 
wenig Roth an den Blumen in breit und voll gehaltenen Formen bemalt (s. Abbild.). 
Auf den Mittelschrein ist [statt des Sprengwerkes mit seinen Fialen und Figuren] 
eine spätere, ziemlich geringe, manierirte Figur Christi als Schmerzensmann gesetzt, 
halblebensgross in Holz geschnitzt; hinter ihm ein sehr dünnes, leeres Kreuz mit 
einem zopiigen Engelskopf und Strahlensonne.  Fr. Alberti, in Vogtliind. Jahresber. 
XVIII. XIX, S. 107.  Lotz a. a. O. 
Figur im Obergeschoss-Raum des Südbaues, um 1500, Maria stehend, mit 
dem Jesuskind im Arm, dem sie eine Traube reicht; ganz niedlich; Holz, farbig; 
Maria 78 cm hoch. 
Reliefs an der Kirche, aus der Zeit um 1360. Aussen an den Strebepfeiler- 
Vorderfiächen unter dem Kaffgesims Darstellungen aus der Leidensgeschichte 
in wenigen Figuren; von Norden anfangend: Oelberggebet (Christus vor dem 
Kelch betend, hinter ihm Petrus mit dem Schlüssel in der Hand, Johannes und
        

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