Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2494056
71 Weida. SGHÜPTITZ. 321 
blende, südlich einer kleineren, rechteckigen Blende; Chorbogen; Chor-Rechteck, 
für den Geistlichen- und (jetzt unbenutzten) Kirchenältesten-Stand, 3,1 m lang, 
5,4 m breit; Triumphbogen rundbogig, auf Pfeilern, deren südlicher, durch den 
rundbogigen Kanzel-Durchgang unterbrochen, jetzt im Gesims zugegipst, dessen 
nördlicher um ein Stück vorgemauert ist; auf dem Chor-Rechteck der 
Thurm, in dessen Obergeschoss an der Ostseite ein rundbogiges Fensterpaar: m. 
[auf abgebrochener Mittelstütze], sonst Fensterschlitze. (Der Thurm ist nach Herrn 
Pf. Couv reur allem Anschein nach erst errichtet worden, nachdem die „Martinus- 
kapelle" bereits längere Zeit bestanden hatte. Jedenfalls hat denselben später eine 
Feuersbrunst heimgesucht; ein in die Wand eingemauertes Balkenstück, das Er- 
innerungs- und Schutz-Zeichen einer solchen, deutet darauf hin.) Ein spätgothischer 
Bau fand um 1500 statt; das südliche Ohorschluss-Fenster wurde dabei schweif- 
bogig erweitert, ein ebensolches am Obergeschoss der Thurm-Südseite durch- 
gebrochen. Im Uebrigen ist die Kirche Bau aus jüngeren Zeiten. Langhaus 9,8 m 
lang, 6,8 m breit, wohl im 16. Jahrhundert angelegt. In der Mitte der Langhaus- 
Südseite eine (zugemauerte) Rundbogen-Thür. Emporen mit Wulst- und Kehl- 
Profilen der Balken aus dem 17. Jahrhundert, wohl 1716 erneuert. Ueber Chor- 
Rechteck und Langhaus neuerdings bunt marmorirte Felderdecken. An Kirchbank- 
Wangen bezw; Emporen-Brüstungen (an der nördlichen unten: 1716) Ornamente 
bezw. Sprüche derb gemalt, bunt erneuert. Fenster an der Südseite des Chor- 
Rechtecks und an beiden Langseiten des Langhauses korbbogig; wohl von der 
Restauration von 1730 (Jahreszahl auf der Bank der Kirchenältesten). Die Ver- 
mauerung der südlichen Thür und die Anlegung der westlichen, flachbogigen Thür 
stammt aus der 1887 vorgenommenen Restauration der Kirche. Auf dem massiven 
Thurm-Obergeschoss ein auf Consolen vortretendes, verbrettertes Fachwerk-Geschoss, 
darauf ein auch an den Giebelflächen verschindeltes Satteldach. Bei der letzten 
Restauration der Kirche von 1886 und 1887 wurde das Innere und Aeussere ge- 
putzt und am nunmehr westlichen Ausgang eine Bretterwand mit Thür und Fenstern 
aufgerichtet.  Pf. Couvreur, lifittheil.  Kronfeld a. a. O. 
Geistlichenstand an der Südseite des Chor-Rechtecks, in den oberen 
Oeffnungen und Bekrönungs-Brettern durchbrochen geschnitzt; ungefähr aus der 
gleichen Zeit, wie die mit: 1730 bezeichnete Aeltestenbank an der Nordseite 
des Chor-Rechtecks. 
Kanzel am Südpfeiler des Triumphbogens, mit: ANNO 1716 in einem Feld. 
Sie ist, jetzt nur auf einer Eisenstange und Holzbalken ruhend, in drei Seiten 
gebrochen, dann in stumpf gebrochener Fortsetzung der 3. Fläche an der Lang- 
haus-Ostwand noch in vier Feldern weitergeführt. Die durch Leisten getrennten 
Felder enthalten in Malerei unten Ornamente, im Haupttheil Sprüche in Schnörkel- 
Un1rahmung. Schalldeckel von entsprechender Form, mit dem sächsischen Wappen 
als Bekrönung. Holz, weiss, mit einigen Farben. 
Altarwerk als Altar-Aufsatz, aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Im 
Mittelschrein steht Maria, das Kind, das einen Apfel halt, auf dem rechten Arm 
tragend, in der Linken das [abgebrochene] Scepter, zu ihren Häupten zwei Engel 
mit der Krone; zu ihren Seiten ein heiliger Bischof, der die Rechte segnend erhebt, 
in der Linken den [abgebrochenen] Bischofstab hält, und Martin, mit der Rechten 
den Mantel haltend, den er mit dem [abgebrochenen] Schwert in der Linken zer-
        

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