Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2493982
314  Münonmnnmnnsnonw. Weida. 64 
rechten Seite desselben hat durch Bearbeitung einer älteren Thür im 18. Jahr- 
hundert die Form eines Kleebogens (Verstümmelung eines Kleeblatt-Bogens  aber 
mit mittelalterlich abgerundeten Ecken erhalten. (Sie wurde in den sechziger Jahren 
unseres Jahrhunderts von einer vorhergehenden Verbauung freigelegt, von links 
etwas hergestellt nach dem Muster der rechten, angeblich aus dem 12. Jahrhundert 
stammenden, in der beschriebenen Form gefundenen Seite.) Der von dem Durch- 
gangsflur erreichbare Hof zeigt an der Eingangs- und der Süd-Seite je drei Rund- 
bogen-Stellungen (wohl 17. Jahrhundert) zwischen dorischen Säulen und mit Kreuz- 
gewölben, auf denen die Obergeschosse dieser Seiten vorgebaut sind. (Zwei 
Spitzbogen-Fenster an der Westseite des Hofes unten, mit Kanten-Abschrägungen, 
sind neu, nachgebildet dem alten Fenster im Entresol des Hauses.) Von der 
Eingangs-Seite des Hofes gelangt man linksum in einen Vorraum, von diesem 
durch eine alte Spitzbogen-Thür zur Küche. Hier an der einen Wand eine jetzt 
vermauerte, ehemalige Oeffnung oder Blende in Form zweier gepaarter Rundbögen 
auf dorischen Pilastern, von der Bauthätigkeit des 16. Jahrhunderts. Vom Vor- 
raum aus ist der nach vorn belegene, sogen. grosse Speisesaal zugänglich; in 
diesem eine mit einiger Stuckirung verzierte Decke vom Anfang des 18. Jahr- 
hunderts. Vom Hofe aus führt ein Durchgangs-Flur auch nach Norden; in diesem 
noch einige restaurirte Spitzbogen-Thüren zu Wirthschaftsräumen. 
Frau Oberhofmeister Freiin v. d. Gabelentz, gütige Angaben, bes. auch über die Besitzer. 
 Kronfeld, S. 502. 503. 
Im Schlosse befinden sich kunstgewerbliche und Kunst-Erzeugnisse, von welchen 
besonders folgende hervorzuheben sind: 
Schrank am Ende des Hausganges, von: 1646, bemalt mit Stammbaum und 
Bildniss der Frau Amalia v. Hünigk. 
Schrank im unteren Speisesaal, aus dem 17. Jahrhundert; einfassende und 
theilende Pilaster, an den Schaften mit reich und schön in starkem Relief ge- 
schnitzten Fruchtsträngen und Vögeln, an den Capitellen mit Engelsköpfen; die 
Thüren mit Feldern, welche an den Ecken einigemale abgestuft sind; sonst ist der 
Schrank einfach, oben: _f_p abgeschlossen.  Schrank im oberen Haus- 
gang, aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, gross; an den Thüren je zwei, in den 
Ecken gekröpfte Felder (mit neu gemalten Wappen), eingefasst von Schnörkel- 
Schnitzerei.  Klapp-Schreibpult im oberen Speisezimmer, aus dem 18. Jahr- 
hundert, auf Kommode-Untersatz, mit hübschen Beschlägen. 
Schrank im oberen Ecksalon, altspanisch (sogen. Alba-Schrank, in der Pro- 
vinz Estremadura in einem Bauernhaus vom Vorbesitzer, Herrn Oberhofmeister 
v. d. Gabelentz, gefunden, aufgearbeitet), auf gedrehten Füssen; im Haupttheil 
Mittelthürchen mit Vorgesetzter Minerva-Figur zwischen zwei Säulenpaaren, rings- 
um Schiebfächer; Flachen mit gegossenem Schildpatt; hübsche Beschläge und 
obere. Gallerie in Goldbronze.  Schrank im oberen Ecksalon (in Madrid ge- 
kauft, aufgearbeitet); Schiebfächer um eine Mittelthür, getheilt durch eingelegte 
Elfenbein-Leisten; Beschläge von Goldbronze. 
Truhe im oberen Gang, aus dem 17. Jahrhundert, wohl süddeutsche oder 
schweizerische Arbeit, erneuert; theilende, in den Füllungen geschnitzte Pilaster, 
dazwischen Rundbogen-Felder, mit Wappen bemalt, von Quaderung umgeben.
        

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