Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2493391
Weida. 
BURKERSD 01m. 
Wcstthür. Ueber dem Chor und dem 8,6 m langen, 7,1 m breiten Langhaus eine 
Felderdecke mit gemalten Akanthusranken in ländlicher Roccoco-Auffassung; eben- 
solche Malerei an den Kirchbänken. Emporen in zwei Geschossen, auf der oberen, 
südlichen ein gemaltes Wappen, wohl v. Seckendorff, verdeckt durch ein neueres, 
davor gesetztes. Auf dem Thurm-Oberbau ein beschieferter, viereckiger Auf- 
satz, darauf, durch Knicke vermittelt, eine breite, achteckige Schweifkuppel etc.: Ä, 
[Am östlichen Vorsprung der Langhaus-Nordseite aussen findet sich die Spur einer 
ehemals hier befindlichen, nur zur Hälfte sichtbaren Bogen-Oeffnung; dem Platz 
nach dürfte es nur eine spitzbogige gewesen sein, was auf eine Bauthätigkeit im 
gothischen Stil deutet, die im Uebrigen, mit Ausnahme des Sacramentshäuschens 
(s. folg.  nicht mehr erkennbar.] An der Langhaus-Südseite ein Anbau, unten 
von Stein, unzugänglich (vermauerte Korbbogen-Thür von der Kirche aus), herr- 
schaftliche Gruft, oben geschlossener Gutsstand, von Fachwerk. 
Uhrgewicht, ausser Gebrauch, auf dem Glockenboden, wozu ein Stück 
Säulenschaft mit Reliefs von Trauben und Voluten genommen war; Sandstein. 
Grabstein an der Chor-Nordseite, laut Sockel-Inschrift für Oswald Roder 
(f 1576), 1580 gearbeitet. Im Haupttheil kniet der im Profil gesehene, fast voll 
vor der rechteckigen Blende vortretend gearbeitete Verstorbene, als bärtiger Mann, 
in recht gut ausgeführter Rüstung, den Helm zu Füssen, mit gefalteten Händen, den 
Kopf nach einem Crucifix emporgerichtet. Zu den Seiten der Blende Säulen mit 
Engelsköpfen an den Capitellen und zwei Wappen an d'en Schaften. Im Gebälk 
der Spruch: Ich weiss, dass mein Erlöser lebt. Rundbogiger Aufsatz mit einem 
verwitterten Relief, von dem sich Gottvater, die Taube und eine Figur (nicht sicher 
Christus) erkennen lassen; zu den Seiten Figuren mit Blasinstrumenten. Sand- 
stein, überweisst. 
Gedenktafel am nördlichen Triumphbogen-Pfeiler, farbige Wappen des 
Rittergutsbesitzers Hans Carl v. Carlowitz und seiner Gattin Susanne Sabine, geb. 
v. Seydewitz, in einem Flachbogen und mit Unterschrift: HIC NVLLA CERTA 
DOMVS AETERNAM QVAERO (Hier ist kein sicheres Haus, das ewige suche ich 
auf) 1736. Diese Tafel, von Sandstein, ist von einer etwas verzierten Holz-Um- 
rahmung eingefasst, an der unten eine Tafel mit Angabe der Wieder-Aufrichtung 
durch W. G.A.v.S. (Schwarzenfels) 1782 hängt. 
2 Altarleuchter; an dem einem befindet sich die Inschrift: W.  
an dem anderen keine. 
Taufkanne, von: 1735 und Taufschale, von: 1743 (nach Mittheil. des Pf. 
Peissker), Weinkanne mit:  S. (v. Seydewitz) 1735, seidelförmig. Zinn. 
Kelch, von der Wittwe des Hans Georg v. Carlowitz, Anna Margaretha, geb. 
v. Raschau, 1649 verehrt laut längerer Inschrift nebst Wappen an der Kuppe. 
Sechspass-Fuss mit geschlagenen Blümchen am Rand, die Passfelder hoch gebuckelt; 
auf einem ein Crucifix aufgelegt. Knauf mit Engelsköpfchen zwischen Eiern, die 
mit (schlechten) Mustern gravirt sind; Schaft mit Zickzack-Linien. Silber, vergoldet; 
Zeichen  vgl. Clodra, Veitsberg, Kelche); 23 cm hoch. H0 stienteller dazu. 
Glocken. 1) und 2) 1791 von Gebr. Ulrich in Laucha, mit hübschem, aus 
Früchten und Arabesken componirtem Fries; die 1. mit Wappen und Namen des 
Stifters Wilh. Gerlach Adolf v. Schwarzenfels, und am Rand mit Namen des 
Richters etc., 83 cm im Durchmesser; die 2. mit Wappen und Namen der Stifterin
        

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