Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2492294
159 
Neustadt 
PILLINGSDORF. 
159 
7,4 m breit. Aus neuerer (Restaurations-)Zeit die durch Chor und Langhaus durch- 
gehende Cassettendecke mit Sternen in den Feldern, sowie die Bemalung der Chor- 
wände als Sandstein-Brüstungen mit verkröpften Füllungen in dunklerer, marmorirter 
Bemalung und theilweiser Vergoldung. Von dem Bau des 18. Jahrhunderts die 
rundbogigen Fenster der Nord- und Süd-Seite (je eins am Chor, zwei am Lang- 
haus, regelmässig) und die ilachbogigen, mit Ohren und mit vertretenden Scheitel- 
steinen versehenen Thüren an der Ost- und West-Seite, erstere mit äusserer 
Bogenform: I1. Ueber der Ostthür ein, über der Westthür zwei Rund- 
bogen-Fenster; zwischen diesen eine Tafel mit Inschrift, bezüglich auf den Bau 
unter Kurfürst Friedrich August, Superintendent J oh. Gottlob Walter, Amtsassessor 
Christian Aug. Hedenus, Amtmann A. Traugott Redlich, Pfarrer Christoph Schulze 
und Einwohner Hans Michael Hansen, der die Kirche hat bauen lassen. Auf dem 
Chor ein beschieferter Dachthurm; viereckiges Geschoss mit einem in der Seiten- 
mitte sparrenförmig aufsteigenden Gesims, darauf, nur durch das Schieferdach ver- 
mittelt, ein Achteclz-Geschoss mit Flachbogen-Fenstern, Gesims mit Schweifkuppel, 
Arcaden-Aufsatz, Schweifkuppel, Gesims und Helm, ein fast chinesischer Aufbau. 
O r g e 1, aus unserem 
Musikinstrumenten. 
Jahrhundert, 
mit 
einiger Schnitzerei; 
31.188611 
solche 
VOII 
Kanzelbau, hinter dem Altar, aus dem 18. Jahrhundert; korinthische Säulen 
auf Postamenten von Brettern mit durchbrochener Roccoco-Schnitzerei eingefasst; 
zwischen den Säulen die Kanzel, vom Grundriss: k), an deren Flächen Füllungen 
mit Eck-Verkröpfungen gearbeitet sind; Schalldeckel mit Troddeln. Auf 
den Säulen verkröpftes Gebälk mit Giebel der Form: Ü, darin Engel, oben 
Strahlen in Wolken. Holz, weiss mit Vergoldungen. 
T a u f g e s t e I l, aus dem 18. Jahrhundert, als achteckige Platte auf vier S-förmig 
eingebogenen und wieder ausgebogenen Füssen (ähnlich Burkersdorf s. S. 13). Holz. 
Talufschale, mit: M.S; J.M.H zwischen 17-76. Zinn. 
Kelch, aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, gut an Form und Erhaltung. 
Sechspass-Fuss, mit Linienkreuzungen am Rand, auf breiter Fussplatte. Am Knauf 
hochkantige Würfel mit: ave ma 4-; am sechskantigen Schaft über bezw. unter 
dem Knauf: [yilf 6 "X- bezw. mavia (das letzte: a verkehrt) "F. Silber, vergoldet. 
Hostienteller, mit segnender Hand am Kreuz gravirt. 
2 Vasen (jetzt im Pfarrhaus), aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, von 
zierlicher Form, mit geschweiften Rippen, zweihenkelig. Zinn  
Bildniss des: Matthäus Lautenschläger sen., Pastor zu Pilingsdorß geboren 
154.5, der sein Amt 1566 antrat, laut Inschrift, nebst Spruch: Peccavi doleo veniam 
peto sanguine Christi, 11mm docui huic psallam cum redivivus ero (Sünden betraui" 
ich, durch Christi Blut erstreb" ich Verzeihung; Lehrte ihn, singe ihm Lob, kehr' 
ich zum Leben zurück). Der Pfarrer, im Brustbild mit Halskrause und schwarzem 
Rock, hält in den Händen ein Buch. Das mittelgute, in den Farben eingeschlagene 
Bild scheint der Pinselführung und Leinwand nach Copie des 18. Jahrhunderts nach 
dem Gemälde des 16. Jahrhunderts. 
Glocken. 1) Ohne Inschrift, aus dem 14. Jahrhundert; 68 cm Durchmesser.  
Acanthusreihe; Inschrift zum Andenken des Friedensfestes 1779, umgekehrte
        

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