Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2492230
Neustadt 
OPPURG. 
den verschlungenen Namenszug: J .G.G.V.H (Julius Gebhard Graf v. Hoym) 
enthalten. Am Fries des Hauptgesimses darunter das Jahr der Renovirung unter 
ihm: MDCCXLVI; darunter am Fenster des 2. Obergeschosses das Jahr der Er- 
bauung: MDCOVIII.  Die einfache Nordfront zeigt an den vertretenden Theilen 
Eckpilaster, im zurücktretenden Mitteltheil eine flachbogige Eingangs-Thür, ein- 
gefasst von Pilastern, über deren Gebälk im 1. Obergeschoss ein Balcon mit vor- 
trefflichem, schmiedeeisernem Gitter, in dessen Mitte ein Schild mit den ver- 
schlungenen Anfangsbuchstaben (wohl des Grafen v. Hoym) und: 1750. 
Graben um das Schloss im Rechteck ringsherum geführt gewesen, an der Ost- 
und Süd-Seite ein Stück erhalten, an der Westseite als Vertiefung erkennbar. 
Im Innern ist zunächst das den ganzen Mittelbau einnehmende Treppenhaus 
der Haupttreppe bemerkenswerth, stattlich, doch durch ganz weissen Anstrich etwas 
nüchtern wirkend. Eingang von der Südfront her. Im Erdgeschoss Kreuzgewölbe 
mit vertretenden, etwas verzierten Streifen als Diagonal-Betonungen und mit ge- 
doppelten, vortretenden Streifen als Gurtbögen. Durch Bogenstellungen auf Pfeilern 
wird ein Durchgang zum nördlichen Hof gebildet, rechts und links Durchgänge zu 
den Vorplätzen der Erdgeschoss-Räume, weiterhin zu den rechts und links an- 
steigenden zwei Treppenläufen, welche, dreifach gebrochen, sich im 1. Obergeschoss 
auf einem Vorplatz vereinigen. Derselbe bildet die Verbindung nördlich nach dem 
Hofbalcon, südlich, wo er seitlich erweitert ist, durch drei ilachbogige, auf Pfeilern 
ruhende Oeffnungen nach dem Hausgang der Süd-, Ost- und West-Seite, an welchem 
die Zimmer liegen. Vom 1. Obergeschoss führt an der Nordseite des Mittelbaues 
die Treppe, einläufig und gebrochen, zum 2. Obergeschoss und Dachboden. 
Ueberall eiserne Gitter, zum Theil sehr schöne  an Fenstern des Treppen- 
hauses und als Geländer. 
Schiffner, Sachsen 1845, S. 610 u. Ans.  Pf. Schubert, Handschr. Mittheil.  Stcmnilor, 
Pagus Orla, s. Ortsgcsch, dazu S. 67 über den Türkenhof u. d. IUSChII, S. 120 ff. Friedrichstcin u. 
neues Schloss.  Wünscher, S. 4. 8 f. 18 f. 29. 
Von 
zuheben, 
Innen-Ausstattung ist Mancherlei 
es meisterhafte Oefen. 
der prächtigen 
besonders sind 
aus 
älterer 
Zeit 
hervor 
1. Obergeschoss. 
Vom Treppenhaus östlich herum: Esszimmer. Tapeten, auf Leinwand in 
Oel gemalt, gesellige Scenen mit grossen Figuren, ilott bewegt, wie vergrösserte 
Copien niederländischer Bilder vom Ende des 17. Jahrhunderts, in grauen und 
schwarzen Tönen, eingefasst von gelblichen Umrahmungen mit Roccoco-Mustern; 
3 Bilder über den Thüren, einfacher, ähnliche Scenen mit wenigen Figuren in 
bräunlichen Tönen. Ofen; unten Gussplatten mit Fruchtbündeln und dem Wappen 
v. Rumor; darüber glasirter Thon: zuerst viereckiger Aufbau mit Sockeln von 
hübscher Relief-Musterung (Muscheln, Vasen, Ranken), mit korinthischen Ecksäulen, 
an der Vorderfront noch mit korinthischen, gepaart gestellten Zwischensäulen, so 
dass hier drei Abtheilungen entstehen, deren mittlere, breitere mit Rundbögen auf 
korinthischen Pilastern geöffnet ist (Motiv des römischen Siegesthores); die Flächen 
rechts und links davon mit Blumengehängen, die Seitenfronten mit Blumenbündeln 
relieiirt; auf diesem Aufbau und Gebälk ein Aufsatz als gekehlter Sockel, darauf 
vierkantige Schweifkuppel, abgeplattet, mit Gebälk für eine Urne; Capitelle, Flächen 
und Urne weiss, das Uebrige weiss und blau marmorirt.  Südöstliches Eck-
        

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