Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Neustadt: Amtsgerichtsbezirke Neustadt a. Orla, Auma und Weida
Person:
Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488877
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2491730
Neustadt 
NEUSTADT 
Schloss, Arehidiakonat, 
Kapellen. 
Hinter der Südfront des Schlosses läuft jenseits einer schmalen Terrasse der 
alte Befestigungsgraben entlang (s. Stadtbefestigung). 
Die Westseite des Hofes wird von einem unscheinbaren Gebäude einge- 
nommen, die Oststeite jetzt von einem Stück Garten, dahinter dem Graben. 
Kronfeld, S. 473.  Wünscher, S. 53 f.  Ansicht, Neben-Ans. des Stadtbildes von 
Lessing, gest. von Hess. 
Im Schlosse befinden sich einige etwas verzierte, eingelegte Möbel aus der 
Zeit der Prinzessin Güntherine, auch 2 hübsche, vergoldete Spiegel mit Band- 
Verzierung. Im Vorsaal des 1. Obergeschosses einige ganz leidliche Bildnisse 
fürstlicher Personen in Lebensgrösse: Herzog Friedrich Heinrich von Sachsen-Zeitz, 
in rothem Mantel mit Ordenskette, sowie dessen Gemahlin Anna Friederike 
Philippine, in weissem Atlaskleid mit goldbrokatenem Mantel, in der Weise Rotarfs 
gemalt, ferner kleinere Bildnisse der Prinzessin Güntherine von Schwarzburg (vgl. 
Lausnitz), und einer anderen Dame, wohl der Prinzessin Eberhardine. 
Ehemal. Archidiakonat (zeitweilig Diakonat gewesen), Kirchplatz 
Nr. A. 106 (früher Kirchhof). An der Front in dem engen Gässchen (das zur 
J ungferngasse führt) jetzt zu ebener Erde das obere Stück eines recht guten, spitz- 
bogigen Fensters mit einem Vierpass im Kreis als Schluss und mit Untertheilung von 
zwei Spitzbögen, sichtlich von einem immerhin reicheren Bau des 14. Jahrhunderts 
herrührend, aber bis auf schwache Umrisse durch Putz ausgefüllt, im Innern des 
Hauses von Mauerwerk ganz zugedeckt. So lässt sich nicht entscheiden, 0b dieser 
Bautheil von anderer Stelle, also einem zerstörten kirchlichen Bau, beim Neubau 
dieses Hauses bloss verwendet wurde oder 0b er hier ursprünglich gesessen hat, 
also der Bau selbst ein alter ist. Die jetzige tiefe Lage des Fensters ist nicht ent- 
scheidend, da das Erdreich angeschüttet ist; gegen eine spätere, bloss der Ver- 
werthung des Baurestes entsprechenden Einmauerung spricht die in solchen Fallen 
nicht leicht vorkommende, auffallend regelrechte Lage des doch ziemlich grossen, 
vielleicht aus mehreren Stücken bestehenden Baugliedes. Andererseits weist in dem 
sonst weniger einem kirchlich gediegenen Aufbau entsprechenden Gebäude nur 
im Innern der Rest einer Wandnische im Erdgeschoss-Flur, mit dem Profil: m. 
und ein rechteckiges Erdgeschoss-Fenster neben der Thür mit dem Profil: 
kauf ältere Zeiten, doch erst auf das 16. Jahrhundert. [Jedenfalls giebt der 
 Befund der Annahme Nahrung, dass hier oder in der Nähe ein kirchlicher Bau 
unabhängig von der Johanniskirche gestanden habe, etwa eine Kapelle, vielleicht auch 
ein NOIIHBHkIOSÜBF. Desselben Vorhandensein ist nur durch Ueberlieferung be- 
kannt; doch sprechen die Namen benachbarter Punkte: Jungferngasse und Mädchen- 
pforte, anderen Städten nach zu urtheilen, einigermaassen dafün] 
[Kapelle der Maria, vor dem Triptiser Thor in der Triptiser Vorstadt, 1492 
und besonders 1513 begabt, 1537-38 bis auf den Grund abgebrochen, in der Er- 
innerung durch die Bezeichnung: „bei der Kapelle" geblieben; Platz der Zenkerschen 
Fabfik-  Wünscher, Kirchengesch, S. 30 u. MittheiL] 
jetzt Carlsbrücke, vorhanden 
[Kap 8 l l G des heil. Nikolaus, an der Nikolausbrücke, 
gewesen.  Kaphan, Johannislg, S. 20.] 
[Kapelle 
des 
Rathhauses, 
Rathhaus 
f01g'
        

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