Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2484898
VACE-M 
Worrabrücko. 
Vwha. 
mehr die ursprüngliche und hat eine Form, die auf das 16. Jahrhundert deutet. 
Die zu ebenerEi-de liegende Thur ist in neuerer Zeit ausgebrochen, um den Thurm 
als Lagerraum für Kohlen benutzen zu können. Ausserdem hat der Thurm einige 
alte Lichtschlitze oder Schiessscharten. Im Innern des T hurmes befinden sich 
drei Gewölbe über einander. Die ganze Höhe des Thurmes dürfte etwa 20 m 
betragen. Die Mauer ist über 2 m stark.  Das grosse dreigeschossige steinerne 
Wohngebäude auf dem Burghofe, das jetzt als Speicher benutzt wird, ist eine 
Kemenate, deren jetzige architektonische Formen auf die Zeit um das Jahr 1600 
deuten. Die Kemenate ist hart an die Stadtmauer her-angebaut. Die Lage des 
Gebäudes ist aus der Abbildung auf S. 34 ersichtlich. Die Fenster befinden sich 
zum Theil in der Ringmauer, ebenso ein alter Aborterker. Im Innern der Keme- 
uate stehen zwei, mit etwas Schnitzerei verzierte, vierkantige Pfosten mit Sattel- 
holz, weiche die Balkendecke tragen. Auch die alten aus Holz geschnitzten Ein- 
fassungen der Thüren sind erhalten. In den Burghof sind ausserdem in neuerer 
Zeit einige Fachwerkschuppen eingebaut. Simmtliche Gebäude, auch die Keme- 
nate, dienen schon seit langer Zeit als Speicher. Um die Mitte des 19. Jahr- 
hunderts befand sich darin eine Spinnerei. Die Anlage des Ganzen ist auf unseren 
Abbildungen auf S. 34 und 35 ersichtlich. 
Die Werrahrllcke. Die 51mm hölzeme Brücke ist im Jahre 1342 durch 
Hochwasser zu Grunde gegangen. Damals wurde der Bau der jetzigen steinernen 
Brücke begonnen. 
Während des dreissiährigen Krieges wurde die Brücke im Auftrage der 
kaiserlichen Truppen, die 1630-1640 in Vacha lagen, ausgebessert. 
Ueber Bauarbeiten in den Jahren 1802-1806 berichtet die Inschrift über dem 
achten Bogen von Süden her. Damals wurde dieser Bogen erneuert und an der 
ganzen Brücke eine Hauptreparatur vorgenommen. 1830 stürzte der zweite Bogen 
von Norden her bei starkem Eisgang ein. Die Emenerung bezeichnet die Inschrift: 
C. F. (Grossherzog Carl Friedrich) 1830. 
Die Brücke führt in 14 Bogen (ehemals 17) über die hier iiiessenden drei 
Arme der Wem. Auf jeder der beiden Werrainseln führt eine alte steinerne 
Treppe zur Brücke hinauf. Die beiden mittleren Brückenjoche sind mit etwas zu- 
gespitzten Bogen überwölbt. Die anderen Bogen sind halbrund. Ein koptahnlicher 
Stein, an der Osbeite der Brücke, zwischen dem fünften und sechsten Bogen von 
Norden her, wird darauf gedeutet, dass beim Bau der Brücke aus abergläubischen 
Gründen ein lebendes Kind eingemauert worden sei. 
Grenzstein an der Werrabrtlcke, ein steinerner Pfeiler am Nordende 
der Brücke, darauf ein in flachem Relief gemeisseltes Kreuz mit doppeltem Quer. 
balken, das Kreuz von Hersfeld. Der Pfeiler war ehemals Grenzstein zwischen 
den Abteien Hersfeld umd Fulda; er ist errichtet vor 1550. (Siehe Paul Gnu, Chronik 
der Stadt Vncln, S. 8.) 
Littentur: Paul Gnu, Chronik du Stndt Vanhn.  Oul Hahn, Du Scvitmkloster zu 
Vßcln, Zdtnehr. d. Verünl f. thür. Guck. N. F. I, 1879.  Kronfeld, Innduknnde.  W. Bein, 
Archiol. Wanderungen, Zeitschr. d. Vaüns f. thiir. Gcch. IV, 1861, S. 422.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.