Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2484810
VAOIIA, 
Widemuk. 
Vachn. 
gesims tragen. Die Säulen sind durch Quadersteine unterbrochen, die etwas vor 
die Maueriläche vertreten und dadurch lebhafte Schatten bilden. In derselben 
Weise ist auch die Wölbung des Thorbogens durch einzelne vertretende Steine 
belebt  eine Unterbrechung der Linien und Flächen, die in der Architektur der 
Spätrenaissance häufig vorkommt. Der consolartig geschweifte Schlussstein ist an 
der Unterseite mit gemeisselten Beschlagmustern verziert. Die Inschrift auf dem 
Fries heisst: DIE WIDMARCKT. Ausserdem stehen über jeder der beiden Portal- 
saulen die beiden Buchstaben W R (verbunden; es ist der Anfangs- und der End- 
buchstabe des Namens Widemarkter). Die Fenster der beiden Wohnräume rechts 
und links vom Hausthor haben schlicht rechteckige Umrahmungen, deren Profile 
in üblicher Art nur um den oberen Haupttheil der Fenster herumgeführt sind und 
an den unteren Enden gegen ein Volutenornament"auslaufen. 
Die drei Obergeschosse sind aus Fachwerk, deren am meisten ins Auge fallendes 
Schmuckstück der Erker an der Nordwestecke ist. Er ruht auf einem steinernen, 
aus der Mauer des Untergeschosses vorgekragten Consol, das mit derb geschwungenen 
Proülen und einem Eierstab verziert ist. Auf dem Consol steht die Inschrift: 
ZU RECHTER ZEIT DER REGEN. Der Eckpfosten des Erkers ist mit ge- 
schnitzten Blattornamenten, Kerbschnitten und Schneckenlinien verziert, die auch 
an anderen Eckpfosten der Widemark wiederkehren. Auch hier keinerlei eigent- 
liche" künstlerische Schnitzerei, die wesentlich über die herkömmlichen Formen 
hinausgeht. Etwas omamentale Schnitzerei befindet sich auch an den Füllbrettern 
zwischen den Balkenköpfen; die Ornamente bilden ein Beschlagmuster, das für 
diese Zeit charakteristisch ist. Dasselbe Ornament ist auch oberhalb der Füll- 
bretter in das Schwellholz eingechnitten.  Die langen Wandflächen der beiden 
Obergeschosse zeigen keinen anderen künstlerischen Schmuck als die gleichförmige 
Wiederholung derselben oben beschriebenen Ausfüllung der Brüstungsfelder und 
derselben kurzen Streben mit den ausgeschnittenen Lilienspitzen am Kopf der 
Hauptpfosten. 
Das Hauptgesims ruht auf weit ausladenden, geschweiften Consolen. Die breiten 
Füllbretter zwischen und über den Consolen sind mit Beschlagmustern verziert, 
die aus der Flache ausgestochen und bemalt sind. Die oben genannte Inschrift 
des Zimmermeisters Hans Weber steht auf einem der horizontalen Füllbretter. 
Die zu Ehren der Gattin Widemarkters angebrachte Inschrift: VIVAT VICTORIA 
ANNO 1613 ist auf einem anderen Füllbrett, oberhalb des Erkers angebracht. 
Die Worte: VIV AT VICTORIA sind auch auf zwei andere Füllbretter geschnitzt, 
einmal an der Hauptfront, einmal an der Hoffront.  Ueber diesem Hauptgesims 
steht ein an allen Seiten stark zurücktretendes niedriges Dachgeschoss, über welchem 
das reiche soeben beschriebene Hauptgesims noch einmal wiederholt ist, und zwar 
rings um das ganze Hauptgebäude, auch an den beiden Seiten des Wirthschafts- 
hofes. 
An beiden Hoffronten ist der Schmuck des Fachwerkes ebenso reich und mit 
genau denselben Ornamenten durchgeführt, wie an der Hanptfront. Das Thor 
der Hoffront ist in Korbbogen überwölbt. Daran steht die Inschrift: 
Duo AEDIFICATORE ADIVVANTE 
(Deo aedilicatore adjnvante). Das in der Inschrift enthaltene Chronogramm er- 
giebt die Jahreszahl 1613.  Ursprünglich stand auf der Mitte des Dachiirstes
        

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