Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488568
IQIpBPS, Dorf am Ursprung der Streu, 13 km nordwestlich von Ost- 
heim v. d. Rhön. 148 Einwohner, 35 Wohnhäuser. Die evangelische Kirche ist 
Filial von Stetten. Eingeschult der bayrische Hof Huflar. 
Geschichtliche Nachrichten. Der Name Melpers ist entstanden aus 
der Ortsangabe zum Albers. Der Ort Alprechtis wurde 1317 nnd 1356 an die 
v. Pferdsdorf verliehen. Im 14. Jahrhundert ging er ein, doch wird seine Flur 
14.57 neben Sondheim, Urspringen und Stetten als hennebergischer Besitz genannt. 
1555 wurde der Ort als Melpers neu gegründet, als die Söhne Friedrichs des 
Grossmiithigen das Amt Lichtenberg erworben hatten. Die Kaltensundheimer und 
Wohlmuthhäuser Bauern, die von den sächsischen Fürsten mit der Flur belehnt 
wurden, fanden diese freilich schon von Fladungern und Oberüadungern besetzt. 
Im Vertrag von Trappstadt 1599 wurden diese würzburgischen Uuterthanen ab- 
gefunden. Im dreissiährigen Kriege verödete der Ort abermals fast gänzlich. 
Litteutur: Binder, Zeitschr. d. Ver. f. thür. Gmch. XVIII, S. 176. H. H. 
Die Kirche ist erbaut im Jahre 1587 (Angabe von Binder). Es ist 
ein kleiner, fast quadratischer, an drei Seiten von Emporen umgebener Raum 
mit bretternem Tonnengewölbe. Die Emporen werden von vier gedrehten 
Rundsäulen getragen, ebensolche Säulen auf der Empore stützen die Decke. 
An der Ecke der Südempore ist der Spruch: Wer mich ehrt, den will ich auch 
ehren, und wer mich reracht, der soll auch verachtet werden und die Jahreszahl 
1607 (1667?) angebracht. Ein östlich anschliessender, um eine Stufe erhöhter 
Raum, in welchem sich vordem wohl der Altar befunden haben mag, enthält die 
Sacristei. Sie ist jetzt durch einen Einbau aus Brettern vom Kirchenraum ab- 
getrennt. In der Mitte dieses Einbaues befindet sich die Kanzel, die ihren Zu- 
gang von der Sacristei aus hat. Vor der Kanzel steht der Altar, und etwa in 
der Mitte der Kirche der achteckige, steinerne Taufstein mit der Jahreszahl 1675 
und den Wappen der v. d. Thann und der Trotha. Kanzel und Altar sind aus Holz. 
Ueber der Sacristei befindet sich die Orgel. Unter der Nordempore liegt ein Bet- 
stübchen mit einem Wappenschild in Laubsägearbeit und mit einem Holzgitter. 
Ueber der jetzigen Sacristei mag sich ehedem ein Thürmchen erhoben haben, 
denn die dicke Steinmauer ist hier höher emporgeführt als bei dem übrigen Bau. 
Das jetzt vorhandene kleine Thürmchen ist aus Brettern. An der Nordseite ist 
hinter dem Aufgang zum Glockenboden eine Schrifttafel mit der Jahreszahl 1588 
angebracht. 
Der Grabstein des Kaspar Adam von und zu der Thann, T 1681 
(wohl Stifter des Taufsteines) ist neben der nördlichen Pforte eingemauert. Er 
zeigt eine grosse Cartouche als Schrifttafel und die Wappen der Familien v. d. Thann, 
Trotha, Russwurm und Haun zu Haun. 
Die verstilmmelte, aus Holz geschnitzte Figur eines stehenden Christus auf 
der Empore. 
Abendmahlskelch, Silber vergoldet, gestiftet 1807. 
(Mittheilung von Georg Lilie in Meiningen.) 
Der Kirchhof war in alten Zeiten zur Vertheidigung eingerichtet. Der be- 
festigte Kirchhof von Alprechtis (d. i. Melpers) wird in dem Friedensvertrage von
        

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