Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2488252
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ÜBTBBII 
Rhön, 
Kirche. 
Ostheim. 
STERBEN ABER IST MEIN GEWIN. An den Ecken vier Wappen: v. Obernitz, 
v. Bünau, v. Geyer oder v. Gebsattel, v. Bubenhofen (ein Schild mit zwei Quer- 
balken im Zickzack). 
Hans-Veit v. Obernitz starb zu Espenfeld am 11. Februar 1577 als Herzogl. Sache. 
Rath, Hofmeister, Hofrichter zu Weimar und Jena, Gesandter am Kaiserl. Hofe, auf 
Bucha, Breitensee und Ostheim, Nutzniesser von Eispenfeld. 1520 in Tausa bei Ziegen- 
rück geboren (Vater: Hans v. Obernitz, Grafl. Gleichencher Rath auf Tausa, Eichen- 
berg, Sehinditz imd Gumperda, dessen Mutter eine v. Haugwitz war und dessen vierte 
Ehefrau geb. v. Bünau, deren Mutter eine Meissner v. Spiegel), studirte in Wittenberg 
1544 und in Padua 1551-52 Jura und Theologie, trat 1552 in Staatsdienste, wurde 
1561 Assessor am Hofgericht Jena, 1569 Hofrichter zu Weimar; war schon vorher 
Rath des Herzogs Joh. Friedrich des Mittleren und seiner Brüder geworden; fiel 1565 
in Ungnade, erlitt unschuldig lange Untersuchungshaft; von Grumbach in dessen 
Handeln abermals verdächtigt, sollte er 1567 eben hingerichtet werden, als die Meuterei 
der Landsltnechte ihn rettete. Schon 1555 heirathete er in erster Ehe Elisabeth 
v. Grafendorf (Tochter des 1547 1' Wolf v. Grafendorf auf Knau und dessen Ehefrau 
Sibylle geb. v. Zettwitz auf Kloschwitz), eine Waise, welche aber, ebenso wie ihre 
zwei Kinder, früh verstarb. Zur zweiten Ehe wahlte er 1564 Barbara v. Buttlar- 
Neuburg, die Letzte dieses Geschlechts, Miterbin des Buttlarschen, später v. Oeptischen 
Rittersitzes in Ostheim (Tochter von Ernst v. Buttlar-Neuburg auf Ostheim, dessen 
Mutter Anna v. Romrodt, und Cath. v. Haun gen. Schlaun, deren Mutter eine v. Beine- 
burg). Sie starb am 4. Februar 1574, und von ih-ren Söhnen waren schon vor ihr 
gestorben: Christian am 29. September 1570 in Ostheim und Ernst am 12. Mai 1573, 
alt 8 Jahr, der in Aue bei Espenfeld ertrunken, zuerst dort begraben, dann in Ost- 
heim zwischen den Eltern beigesetzt wurde; ihnen folgte noch vor 1577 die Tochter 
Margarethe, und endlich Oatharina, welche als einziges Kind beide Eltern überlebte 
und am 24. Mai 1582 starb. Ihr reiches Erbe rief einen langen Process hervor, der 
am Kammergericht zu Wetzlar entschieden wurde. 
(Nach den Forschungen des Majors v. Obernitz in Potsdam.) 
Inschrift um die Figur der Gattin: ANNO MDLXXIIII DEN IIII. FEBRU- 
ARY IST DIE EDLE UND ERENTUGENTSAME FRAU BARBARA HANS 
VEITEN VON OBERNITZ HAUSFRAU EIN GEBORNE VON BUTTLAR GE- 
NANT VON DER NEUNBURGK DIE LETZTE IRES ALT GESCHLECHTS IN 
GOTT ENTSCHLAFFEN. DER G. G. (Gott genade). An den Ecken vier Wappen: 
v. Buttlar, v. Haun, v. Rolnrodt, v. Boineburg. Inschrift oben: O MENSCH 
BRAUCH MIT MAS WELTLICHE LUST GEDENK ALZEIT, DAS DU STERBEN 
MUST. 
3) Ernst v. Obernitz, 1' 1573, Sohn der beiden Vorigen. Knabe von 8 
Jahren, mit kurzem Mantel, einem Kranz auf dem Kopfe, in einer Bogennische 
stehend (Lichtdruck nach dieser Seite). Inschrift um die Figur: ANNO DOMINI 
MDLXXIII DEN XII MAY IST IN GOT ENTSCHLAFFEN DER EDLE JUNG    
ERNST VON OBERNITZ, SEINES ALTERS 8 JAR DEM GOT GNADE.  
In der giebelförmigen Bekrönung die Zahl 1578. An den Ecken vier Wappen: 
v. Obernitz, v. Buttlar, Geyer v. Giebelstadt oder v. Gebsattel (Widderkopf), 
v. Haun oder Voigt v. Rieneck (gehender Widder). Nach der architektonischen 
Einfassung und dem Stil zu urtheilen aus derselben Werkstatt wie die beiden 
vorgenannten Grabsteine. Das auf demselben Lichtdruck abgebildete Fragment 
gehört zum Grabstein der Mutter des Knaben. Siehe oben Grabstein Nr. 2. 
Diese drei Grabsteine befanden sich früher in der Sacristei, daher ihre gute 
Erhaltung. 
        

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