Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2486805
Stsdtlengsfold. 
Oncusuu, 
Kirche. 
163 
Zahnscbnitte und tauartig gewundenen Rundstäbe. Auch die Häuser Nr. 55 und 
56 sind mit etwas Schnitzerei verziert. 
Die Dorflinde ist dicht am Stamme ummauert. Der Baum stammt aus der 
Zeit um 1855. 
Ußchßüll,  km südwestlich von Stadtlengsfeld, Dorf mit 740 Einwohnern 
und 132 Wohnhäusern. Evangelisches Pfarmmt. 
Geschichtliche Nachrichten. Die ältesten Namensformen sind: Uhsino, 
Uhseno, Ussine. 977 werden Güter des Klosters Rasdorf daselbst erwähnt, um 
1160 Einlmnße des Abtes und der Mönche von Fulda in Oechsen verzeichnet. 
Die Vogtei über den Ort hatte um 1214 Erpho v. Neidhartshausen. Oechsen 
ging mit Vacha 1815 aus kurhessischem in weimarischen Besitz über uud wurde 
1879 zum Amtsgerichtsbezirk Stadtleugsfeld geschlagen. 
Litterntur: Dobenecker. Reg.  Kronfeld, IAndmk. II. H, H_ 
Die Kirche steht auf einem hochgelegenen, ummauerten Platz, der an dre 
Seiten nach dem Dorfe zu abfällt. Das Gebäude enthält Spuren, die auf ver- 
schiedene Banperioden, von den Zeiten des gothischen Stils bis zum Jahre 1801 
hinweisen. Der älteste Theil ist der Thurm; er soll aus dem Jahre 1508 stammen. 
Der Thnrm steht an der Ostseite. In seinem Innern befindet sich ein Kreuz- 
gewölbe mit gothisch proülirten Rippen. Eine rechteckige Mauernische ist mit ge- 
kreuzten Rundstäben umrahmt, die den Stil aus der ersten Hälfte des 16. Jahr- 
hunderts zeigen. Doch die Jahreszahl 1717 ist auf einem Kreuz angebracht, das 
die Bekrönung dieser Nische bildet; mit der späten Jahreszahl in Einklang 
stehen die spitzbogigen Fenster des Thnrmes. Diese Fenster sind im Innern mit 
gemalten Ornamenten des Barockstils umrahmt. Ein Ausbau des Thnrmes hat 
also im Jahre 1717 stattgefunden. Auf dem Schlussstein des östlichen Haupt- 
fensters des Thnrmes steht die Inschrift: 
ANNO gdü 3M 
 d v v Q 111 Qjb 
Ein kleiner bartloser Kopf befindet sich an einem Quaderstein an der Südostecke 
des Thurmes, mit dem Stein aus einem Stück gemeisselt. Der untere Haupttheil 
des Thurmes ist viereckig, darauf steht ein beschiefertes, achteckiges Geschoss, das 
von einer Schweifknppel bekrönt wird. 
Der Hauptraum der Kirche ist im Jahre 1801 an Stelle einer älteren bau- 
Billigen Kirche erbaut worden, die aus dem Jahre 1586 stammte. Der aus Stein 
gemauerte Altar, mit einer Sandsteinplatte bedeckt, ist an der Ostseite aufgestellt. 
Hinter dem Altar steht eine Altarwand, aus der die Kanzel balkonartig heraus- 
gekragt ist. Darüber befindet sich die Orgelempore. An der Orgel ist das 
kurhessische Wappen angebracht. Das Orgelgehäuse ist mit Schnitzereien verziert, 
in denen Motive des Roccoco- und des antikisirenden Stils neben einander vor- 
kommen. Mit der Zeit des Baues von 1801 ist dies wohl vereinbar. Die Jahres- 
zahl 1801 steht in dem Schlussstein des Westportals, darauf ebenfalls der Name 
des Maunermeisters: Johann Georg Enders in Völkershausen. Die gegenwärtige 
11'
        

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