Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2486659
DIRIBACE, 
Katholische 
Kirche. 
Stadtlengsfeld. 
und entspricht nicht dem Stil der Bauzeit. Der Chorranm ist ebenso breit als 
der ganze Hauptraum der Kirche, doch in den hinteren Ecken abgeschrägt. Der 
Chor hat ein Gewölbe, dessen Kappen zur Mitte des Triumphbogens aufsteigen. 
Der Hauptaltar ist ein Säulenaufbau von gewaltiger Höhe (Lichtdruck nach 
S. 152). Die Bekrönung steigt fast bis zur Höhe der Gewölbe hinauf. Für den Barock- 
stil charakteristisch ist namentlich die bewegte Bogenlinie, welche die Altarwand im 
Grundriss bildet. Auf den geschwungenen Flächen des Gebälkes spiegelt der Stuck- 
marmor lebhafte Reilexlichter, ausserdem ist das Gebälk in abwechslungsreicher 
Weise verkröpft, da die Säulen und Pilaster zum Theil in schräger Richtung an 
der Altarwand aufgestellt sind. (Siehe die Abbildlmg auf der vorigen Seite.) 
Zwischen den Säulen ergiebt sich an beiden Seiten ein fesselnder architek- 
tonischer Durchblick. Die Bekrönung ist mit stark geschwungenen Volnten des 
Barockstils besetzt, die in ihren willkürlichen künstlerischen Formen in wirkungs- 
vollem Kontrast zu den edlen Verhältnissen der korinthischen Säulen stehen. 
Reich und schön wirkt auch die Farbe des Stuckmarmors, so namentlich das 
Dunkelgrün der Säulenpostamente mit den hellfarbigen Füllungen. Die Säulen 
sind schwarz, die Pilaster roth, porphyrfarbig, die korinthischen Capitelle vergoldet 
 das alles ausserordentlich harmonisch. Die vier überlebensgrosscn Figuren aus 
Holz, welche zwischen den Säulen stehen, sind Petrus und Paulus, sowie Maria 
und Johannes. Zwischen diesen beiden Christus am Kreuz. Auf den Voluten. 
welche das Gebälk bekrönen, sitzt an jeder Seite ein überlebensgmsser Engel. Die 
Figuren sind weise bemalt mit einigen Vergoldungen und heben sich gut von den 
dunklen Farben des Stuckmarmors ab. In der Mitte der Bekrönung sind die 
Zeichen des Leidens Christi, die von den Nägelmslen durchbohrten Hände und 
Füsse, sowie das Herz Christi inmitten von Wolken und Engeln dargestellt. An 
dieser Stelle befand sich früher ein farbiges Fenster, durch das das Herz hell er- 
leuchtet wurde. Auf dem Altar steht ein Tabernakel, das von einem Pelikan be-' 
krönt wird. 
Die beiden Seitenaltäre sind in demselben Stil, doch ihrer Bedeutung 
entsprechend etwas kleiner ausgeführt (Abbildung auf dem Lichtdruck nach S. 128). 
Besonders wirkungsvoll ist die schräge Stellung der beiden Altäre neben den Pfeilern 
des Triumphbogens. Die glänzenden Flächen des Stuckmarmors sind dadurch 
in besonders abwechslungsreicher Weise dem Spiel des Sonnenlichtes ausgesetzt 
und bilden eine Fülle von malerischen Reflexen, Schatten und Halbschatten. Die 
vier korinthischen Säulen, welche das Gebälk tragen, sind hellgrau und marmor- 
ähnlich geadert, die Postamente, Architrav, Gesimse und der Haupttheil der 
imposanten Bekrönung schwarz mit hellen Adern. Die Anordnung der vier 
Säulen und der geschweiften Bogenlinien der Beh-önung ist sehr ähnlich wie 
an den beiden Seitenaltären der Kirche zu Bremen bei Geisa. Die Statue in 
der Mitte stellt den heiligen Antonius mit dem Christkinde in der Tracht des 
Franziskanerordens dar. Der Name des Heiligen steht auf dem Schild, welches 
der oben auf der Bekrönung des Altars sitzende Engel in der Hand hält. Dies 
Schild zeigt bereits die bewegten unsymmetrischen Linien des Roocooostils, während 
sonst alle Ornamente der alten Ausstattung des Raumes im Barockstil ausgeführt 
sind. Die beiden Figuren an den Seiten (ansserhalb der Saulenstellung) stellen dar: 
links den heiligen Franziskus mit Crucitix und Schädel, rechts den heiligen Johannes
        

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