Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Dermbach: Amtsgerichtsbezirke Vacha, Geisa, Stadtlengsfeld, Kaltennordheim und Ostheim v. d. Rhön
Person:
Voss, Georg Lehfeldt, Paul
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2483167
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2486159
Soßum, 
Kirche. 
Goisa. 
Laterne und nochmaliger Schweifkuppel. Der Thurm steht an der Ostseite, die 
Hauptfront an der Westseite der Kirche. 
Das Innere (Grundriss S. 113). Der Hauptraum ist ein rechteckiger Saal. 
Drei breite hohe Pilaster an jeder der beiden Langseiten tragen das weite Gewölbe, 
das mit vier Kreuzkappen den ganzen Raum überdeckt. Ein flacher Triumph- 
bogen an der Ostseite führt in den Chorraum; dieser ist anders gestellt als der 
Altarraum in den gleichzeitigen katholischen Kirchenbauten der Gegend. An den 
Wänden sind fünf weite Manernischen angelegt, die den Raum künstlerisch wirkungs- 
voll eintheilen. In der mittleren Nische steht der Hauptaltar aus Stuckmarmor, 
dessen künstlerisch schön componirter Sänlenaufbau, ebenso wie die beiden Seiten- 
altäre, den Hauptschmuck des Innern der Kirche bildet (Lichtdruck nach dieser Seite). 
Die vier hohen korinthischen Säulen im Hintergrunde des Hauptaltars sind so gestellt, 
dass sie eine fiachrunde Nische bilden. Von dem ebenfalls flach gerundeten Gebalk 
steigen vier Voluten auf, welche eine Art Baldachin über dem Altar bilden. Davor 
hängt ein von goldenen Strahlen umgebenes Dreieck, das Sinnbild der Dreieinigkeit, 
mit dem Auge Gottes. Zwischen den beiden Mittelsäulen steht ein hohes Crucifix mit 
Maria und Johannes. Davor ein Sacramentsschrein, ebenfalls aus der Bauzeit 
mit vier Pilastem und bekrönt von Voluten, auf denen das Lamm auf dem Buch mit 
den sieben Siegeln dargestellt ist. Der eigentliche Altar hat die Form eines 
Sukophags mit schräg geneigten Seitenflachen. Die beiden Seitenaltäre sind neben 
dem Triumphbogen, schrag gegen die Ecken des Hauptranmes, aufgestellt. Sie 
sind ebenso wie die an der linken Seite des Hauptraumes befindliche Kanzel und 
die Communionbank aus Stuckmarmor. 
Der Taufstein aus dem Jahre 1529 stammt wahrscheinlich noch aus der 
ehemaligen Kirche. Er ist mit spätgothischem Masswerk verziert. Die schön ge- 
meisselte Inschrift, in grossen gothischen Minuskeln, ist nicht vollständig sichtbar, 
da der Taufstein dicht an der rechten Seitenmauer aufgestellt ist. Zu lesen sind 
die Worte: anno bmni nnbppmm     maric ob bn Dmno c: my pleblpans 
m1? amen r: m. 
In das Innere des Thurmes führt eine Thür hinter dem Hanptaltar. Der 
Raum dient jetzt als Sacristei und scheint ursprünglich der Chorraum der Kirche 
gewesen zu sein. Den Hauptanhalt dafür bietet die oben genannte Sacraments- 
nische aus dem Jahre 1484 mit der Inschrift: anno bm 1282 (Abbildung S. 115). 
Die rechteckige Nische wird von zwei über Eck gestellten gothischen Fialen ein- 
gefasst und durch einen Kielbogen bekrönt, von dessen ehemaliger Kreuzblume 
nur noch die Ansatzspuren der gothischen Krabben vorhanden sind. Das Mass- 
werk hat dieselben Formen wie das an der Sacramentsniscbe in Motzlar und ist 
wohl aus derselben Werkstatt. Erhalten ist auch das alte Eisengitter aus Stäben, 
die rautenförmig in einander gesteckt sind. Die guten architektonischen Formen 
der Sacramentsnische zeigen, dass hier ein treflicher Steinmetz gearbeitet hat, 
wahrscheinlich aus derselben Bauhütte, welche an der Kirche zu Geisa ge- 
arbeitet hat. 
Der gesch uitzte Altar in demselben Raume stammt wahrscheinlich ebenfalls 
aus der alten Kirche (Lichtdruck vor S. 115). Die vier schönen aus Holz geschnitzten 
Darstellungen (die Heimsuchung  die Verkündigung  Maria und Joseph knieend 
im Stall zu Bethlehem  die Daretelluugim Tempel) deuten auf die Zeit um das Jahr
        

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