Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Wartburg
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2477139
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2478221
Das 
Landgrafenhaus. 
Die 
Wartburg. 
Eine Pforte aus alter Zeit liegt im Erdgeschoss in der Mauer des Süd- 
giebels. Sie führt jetzt aus dem Innern des Badehauses in den langen Gang 
neben der Elisabeth-Kemenate. Doch dass der Bogen aus der Zeit der Er- 
bauung des Landgrafenhauses stammt, ist meines Erachtens nicht wahrscheinlich. 
Der Bogen ist in der Mitte ein wenig zugespitzt. Das macht nicht den Eindruck 
eines Bogens aus der Zeit des 12. oder 13. Jahrhunderts. Auf der Zeichnung aus 
dem Jahre 1840 (Abbildung S. 60) sieht das Mauerwerk an dieser Stelle wie ein 
späteres Flickwerk aus. Gerade hier wäre eine Thür den Pfeilen und anderen Wurf- 
geschossen der Belagerer besonders ausgesetzt gewesen. Allerdings, auch schon in 
den Zeiten des Mittelalters ist die Pforte möglicher Weise durch ein kleines davor 
liegendes Gebäude, das ursprüngliche Back- und Badehaus, geschützt gewesen. 
Vielleicht befand sich auch hoch darüber, auf den fünf Kragsteinen am Festsaal, 
ein Wehrgang oder Gusserker, durch den ein Eingang an dieser Seite "vertheidigt 
werden konnte? Auf einer Photographie aus dem Jahre 1868 sieht man, dass 
der Boden des Zwingers nach der Ausgrabung des Bauschuttes an dieser Stelle 
etwa 3 m unterhalb der Schwelle der oben genannten Pforte lag. Auf derselben 
Photographie sieht man, dass damals die Pforte an jeder Seite von einer kleinen 
Ziersäule eingefasst war. Doch es macht den Eindruck, dass dies nur ein vorüber- 
gehender Restaurirungsversuch aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gewesen ist. 
Zwei rundbogig überwölbte Keller pfo rten befinden sich an der Hof- 
front, nahe der Cisterne, in dem tief gelegenen Theil des Hofes, der ehemals der 
Zwinger der Burg war. Aus der Zeit des romanischen Stils kann nur die schmale  
in späterer Zeit zugemauerte Pforte stammen. Ein Ausfallpförtchen von so be- 
scheidener Breite ist an dieser Stelle des Zwingers wohl denkbar. Die breite 
Pforte daneben ist indessen erst im Jahre 1552 ausgebrochen, als hier der Pferde- 
stall eingerichtet wurde. Die schmale (zugemauerte) Pforte führte früher in einen 
schmalen Vorraum, von dem eine Treppe zu dem Corridor vor der Elisabeth- 
Kemenate hinaufging. Noch auf dem Grundriss aus dem Jahre 1840 ist diese 
Treppe eingezeichnet (Abbildung S. 64); später ist sie beseitigt. 
Der Zugang, der heute in das Erdgeschoss des Landgrafenhauses führt, ist, 
wie bereits früher hervorgehoben wurde, nicht der alte. Jetzt tritt man vom Hof 
aus zu ebener Erde in die Bogenlaube. Von hier aus führt eine Thür in das 
Speisezimmer des Grossherzogs, eine andere Thür in die Elisabeth-Kemenate. 
Beide Thüren waren vor dem Umbau des 19. Jahrhunderts vermauen, doch die 
breiten damals hier befindlichen Mauernischen lassen darauf schliesseu, dass diese 
Thüren schon in früheren Jahrhunderten, wenn auch nicht im 12. oder 13. Jahr- 
hundert vorhanden gewesen sind. Selbstverständlich war der Eintritt in die Laube 
des Erdgeschosses in alter Zeit nicht so bequem wie heute. Der Erdboden des 
Hofes lag etwas tiefer, so dass ein Einsteigen in die Laube nicht ohne weiteres 
möglich war. In späterer Zeit, als die Arkaden zugemauert waren, führte die 
oben genannte höher gelegene Spitzbogenpforte in das Innere der Laube des Erd- 
geschosses. (Siehe die Zeichnung aus dem Jahre 1840 auf S. 21.) Diese Pforte lag 
fast 2 m höher als der Hof; sie kann also nur durch einen besonderen Treppen- 
vorbau zugänglich gewesen sein. 
Alte Mauerschlitze für den Sperrbalken zum Verschluss der Thüren 
sind bei der Restaurirung des Landgrafenhanses nach Angabe von Baum gärtel
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.