Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Wartburg
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2477139
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2477453
Vorwort. 
Die meisten von denen, die über die W'art- 
burg geschrieben haben, sind im alten Landgrafen- 
hause den Erinnerungen an die grossen Zeiten 
des deutschen Minnegesangs nachgegangen. Sie 
waren von dem Gedanken begeistert, dort oben 
den gefeierten M usenhof der Landgrafen von Thü- 
ringen, den Schauplatz des Minnesängerkampfes 
vor Augen zu haben. Sie suchten nach den Spuren 
der heiligen Elisabeth, nach der Kemenate, wo 
die ungarische Königstochter mit ihrem Verlobten 
die Kinderjjahre verlebt, nach der Kapelle, wo sie 
gebetet, nach den Stätten, wo sie die Armen ge- 
speist hat und wo das Brot in ihrem Korbe durch 
ein göttliches Wunder in Rosen verwandelt wurde. 
Die Dichter sahen die schöne Sagenwelt mit 
de" Augen Moritz v. Schwinds, der alle diese 
Szenen auf der Wartburg gemalt, und mit den 
Augen Hugo v. Ritgens, der die Räume des Land- 
gmfenhanses so prächtig im romanischen Stil des 
19. Jahrhunderts hergerichtet hatte. 
Von diesen Träumen ist inzwischen so man- 
cher vor dem Lichte der historischen Forschungen 
der letzten Jahrzehnte zerronnen. Unsere An- 
schauungen über die künstlerische Ausstattung 
einer Ritterburg aus dem Zeitalter der Kreuzzüge 
haben sich seit der Restaurirung der Wartburg in 
vielen Dingen geändert. 
Doch trotz der neuen künstlerischen Ausstat- 
tung ist von der echten alten Architektur des 
Landgrafenhauses ausserordentlich Vieles unver- 
sehrt erhalten. Die imposanten Hauptsäulen, die 
in den einzelnen Gemächern des Landgrafenhauses, 
in der Kapelle und im Sängersaal die Gewölbe und 
Balkendecken tragen, stehen noch heute an der- 
selben Stelle wie zu den Zeiten der Landgrafen. 
Auch ein grosser Theil der kleinen Säulen und 
Capitelle, die der Restaurator aus der späteren 
Vermauerung der Fenster und Bogenhallen be- 
freit und in die Arkaden der berühmten Hoffront 
des Landgrafenhauses eingesetzt hat, sind die 
Landgnienzimmer. 
Säule im
        

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