Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Wartburg
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2477139
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2478343
Das 
Landgrafenhaus. 
Die 
Wartburg. 
steht an dieser Seite das um 1860 erbaute Haus mit den Wohnzimmern für den 
Grossherzog und für die Grossherzogin. Der künstlerische Eindruck des Land- 
grafenhauses ist dadurch an dieser Seite völlig verändert. 
Ob die Aussenfronten des Landgrafenhauses ursprünglich bunt bemalt waren, 
wissen wir nicht. Alte Farbspuren sind allerdings jetzt, 700 Jahre nach der Er- 
bauung, nicht mehr aufzufinden gewesen. Doch der künstlerisch reizlose Tuffstein, 
mit dem die Bogenfelder über den Arkaden im Erdgeschoss zur Entlastung der 
unteren Bogen ausgefüllt sind, legt die Vermnthung nahe, dass diese Flächen ursprüng- 
lich mit Putz bedeckt und bemalt gewesen sein könnten. Aus Miniaturen des hohen 
Mittelalters, welche reichere Ritterburgen darstellen, dürfen wir auch auf der Wart- 
biug eine Bemalung der Frontmauern annehmen. Die beste Vorstellung von dem 
farbenprächtigen Anblick, den die Mauern eines Burgpalastes im 14. Jahrhundert dar- 
boten, erhalten wir aus den schönen Bildern der Manessischen Handschrift. 
Das Dach des Landgrafenhauses, jetzt aus Schiefer, war ursprünglich aus Blei 
Dies ist im Jahre 1318 bei dem grossen Wiartburgbrande geschmolzen. Die beiden 
grossen, aus Sandstein gemeisselten Figuren auf den Spitzen der beiden Giebel 
(ein Drache und ein Löwe) sind neu. 
Das Landgrafenhaus ist 38,5 m lang und 14,5 m breit. Die Höhe beträgt 
an der Südseite (vom Hof bis zur höchsten Spitze des Giebels) 23,35 m. 
Das 
Innere 
Landsrafenhauses. 
Das Speisezimmer. 
Lichtdruck nach dieser SeiteQ 
Der Raum ist durch seine reiche Ausstattung mit künstlerisch hervorragenden 
Wandteppichen des 15. und 16. Jahrhunderts, mit geschnitzten gothischen Truhen 
und Schränken, alten Musikinstrumenten, Krügen und anderen Geräthen aus 
früheren Jahrhunderten einer der anziehendsten der ganzen Wartbnrg. Doch 
dieser vollendete Eindruck beruht mehr auf der Ausstattung mit werthvollen 
Kunstgegenständen als auf der schlichten Architektur des Raumes. (Lichtdruck 
nach dieser Seite.) 
Aus der Epoche des romanischen Stils stammt der Kamin. Alt sind die 
beiden unteren Doppelpfeiler und die beiden mit gemeisseltem Blattwerk verzierten 
Doppelcapitelle. Allerdings die alte Oberüäche der Skulpturen ist bei der Re- 
staurirung durch Ueberarbeitung vernichtet (Abbildung S. 40). Der obere Theil 
des Kamins, die mächtigen Kragsteine und die zierlichen Rundsäuleu, welche
        

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