Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2474912
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ETTERwvINnEN. 
FARNRODA. 
Eisenach. 
Eltethal begütert waren. Später wurde er aber von den Landesherren erkauft; 
wann, ist unbekannt (1734 hiess es: in alter Zeit). 1639 waren im Ort 16 Männer 
übrig geblieben, 1800 hatte der Ort 48 Häuser, 1827 233 Einwohner. In alten 
Zeiten. sollen die Etterwinder Bergbau auf Eisen getrieben haben, 1770 War nur 
Viehzucht im Ort. An der alten Verkehrsstrasse (Schmalkalder Strasse, Wein- 
strasse) liegend, waren die Bewohner meist Anspanner, freilich besassen sie 1800 
noch kein einziges Pferd, nur Rinder geringer Qualität. Der Herrschaft hatten 
sie Frohnen, Hand- und Spanndienste zu leisten. 
1800 hatte der Ort Kirche und Schule. Seit wann eine Kirche im Ort war, 
ist nicht bekannt, in katholischer Zeit War wohl noch keine vorhanden. 
An der Stelle, Wo die Weinstrasse ins Eltethal herniedersteigt, liegt seit uralter 
Zeit Taubenellen. 1269 wies Landgraf Albrecht dem Johanniskloster bei 
Eisenach alle Güter in Tobenellende zu, und bis zur Reformation bekamen die 
Mönche Lasszins von Etterwinden und den Wiesen in Taubenellen. Um 1400 ist 
der Ort toubyn elne, um 1500 Tauben Ele genannt. Auch Taubenellen hatte zum 
Ringelstein gehört, und 1444 wurde Titzmann v. Weberstedt von den wettinischen 
Fürsten damit belehnt. In der Nähe der Taubenellener Mühle kommen noch heute 
vor die Bezeichnungen "Kirchlinde", die noch steht, und "Kirchwiese" am Alten- 
steiner Weg. 
Litteratur: Hertel in Bau- u. Kunstdenkmäler XXXV, S. 116.  HuStA. Weimar F 881; 
Amtsbeschr. v. 1754.  Lippert u. Beschorner, Lehnb. 1349[50, S. 176.  Rein, Ztschr. f. 
thür. Gesch. 3, S. 177; 4, S. 196; 5, S. 274.  Frhrl. v. Rotenhansches Privatarchiv.  Storch 
S. 79. 82.  Storch, Forst- u. Jagdwesen, S. 18. H_ H_ 
Die Kirche ist ein schlichter Bau in den antikisirenden Formen der Schule 
Schinkels aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf der Wetterfahne steht die 
Jahreszahl 1843. Künstlerisch von Interesse ist die Form des Taufgestells 
aus Holz, ebenfalls mit antikisirenden Ornamenten. 
Abendmahlsgeräthe: Kelch, Silber, von 1660, mit sechspassförmigem 
Fuss und der Inschrift: Jesus. Höhe 0,21 m. 
Ein stattlicherer Fachwerkbau ist das Haus Nr. 36 (Abbildung s. 437). 
Die steinernen Pfosten des Hofthores tragen die in den Dörfern der Umgegend 
häufig wiederkehrenden Verzierungen. Jahreszahl 17.93. Ueber der Hausthür steht 
der Spruch: 
Was steht ihr hier und schaut es an 
Sperrt auf die bösen Meuler. 
Ich hab gebaut wie wzirs gefällt 
Hat mich gekost mein schön Stück 
Geld. 
Farnroda, Pfarrdorf mit 234 Wohnhäusern und 1620 Einwohnern (1827 624) 
und einem Rittergut, 711., km südöstlich von Eisenach, am Erbstrom, dessen eigent- 
licher Name W uta war. 
Geschichtliche Nachrichten. Das Dorf war wenigstens schon im- 
13; Jahrhundert Eigenthum der L an dgrafen, stand aber anscheinend ursprünglich 
1620 Einwohnern (1827 624) 
am Erbstrom, dessen eigent-
        

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