Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2476896
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WENIGENLUPNLVFZ. 
WILHELMSGLÜOKSBRUNN. 
Eisenach. 
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am Rande in vier Medaillons Kinderiiguren mit den Sinnbildern der vier Jahres- 
zeiten. Gute Arbeit des Barockstils. Inschrift: CH V VGF V G (d. h. Katha- 
rina Hedwig v. Utterot geborene Freiin v. Gersdorf). Höhe 6 cm, grosser Durch- 
messer 13 cm, kleiner Durchmesser 111l2 cm. (Abbildung S. 597.)  Wein- 
kanne Vnn 1724, Silber mit glatten Flächen. Doppelwappen, von denen das eine 
das derer v. Utterot darstellt. 
Glocken. 1) Von 1801, mit der Inschrift: Erz hatte ich und die Gosperode 
Gemeinde bezahlte mich.  2) Glocke von 1840.  3) Glocke von 1850. 
Altes Steinkreu z, sehr verwittert, mit zwei eingeritzten Linien, Welche 
den Stand des Hochwassers in früheren Zeiten bezeichnen. Aufgestellt vor dem 
Hause Nr. 48. 
An dem G e m e i n d e b a c kh a u s befand sich ehemals ein aus Holz geschnitzter 
männlicher Kopf mit der Unterschrift: Der Mann am Backlzaus lacht alle Spötter aus. 
N 8 ll S G h 3. rffe I1 l) 8T g, Rittergut bei Wenigenlupnitz. Das Gebäude des 
Rittergutes ist neu. Auch die im gothischen Stil erbaute Hofmauer mit hohem Spitz- 
bogenportal und Schiessscharten ist neu. In der Wohnung des Rittergutsbesitzers 
v. Klitzing befinden sich einzelne holländische Kunstgegenstände aus dem 17. und 
18. Jahrhundert, z. B. eine grosse Fruchtschüssel, vortreffliche Delfter F ayence 
des 17. Jahrhunderts, auf der Schüssel das Monogramm aus den Buchstaben A PK 
(das Monogramm des Adriaan Pijnacker). Den Untersatz bilden drei Delphinen. 
Wilhelmsglücksbrunn, Saline südwestlich von Creuzburg, zu Creuzburg 
gehörig. 
Geschichtliche Nachrichten. 1426 Eigenthum des Landesherrn, denn in 
diesem Jahre übergab Landgraf Friedrich der Friedfertige an vier Bürger von Creuz- 
burg „den Salczborn mit aller Sole des Feldes zu den Soden, gelegen poben 
Cruzeberg und dazu Hofestete, als viel sie deren dazu beduriien und buwen und 
bessern mogin", dazu Freiheiten nach Recht und Gewohnheit des Salzwerks zu 
Salzungen und mit dem Gericht über ihre Knechte. Dafür sollten sie zu gewissen 
Abgaben verpflichtet sein. Die Inhaber hatten nicht die besten Erfolge. 1452 ver- 
lieh Landgraf Wilhelm das Salzwerk an eine Genossenschaft von acht Personen. 
Bis zum Bauernkrieg scheint es dann in Betrieb gewesen zu sein, wenn es auch 
1491 als schlecht gehend bezeichnet wird; 1525 wurde es zerstört. Im Jahre 1726 
suchte Herzog Johann Wilhelm von Eisenach die Saline wieder nutzbar zu machen; 
nach ihm wurde das Werk dann auch Wilhelmsglücksbrunn genannt. Aber der 
Erfolg war nicht dauernd, auch Soolbäder, die man 1839 einrichtete, bewährten 
sich nicht, ebenso scheiterte die Einrichtung eines Soolbades in Creuzburg 1874. 
Endlich wurde ein Theil der Soole 1906 nach Eisenach geleitet, um dem dort ein- 
gerichteten Kurbad zu dienen.  
Gleich bei Wilhelmsglücksbrunn liegt der Teichhof. 
Litteratur: Kronfeld, Laudesk. II, S. 311i.  W. Rein, Ztschr. f. thüring. Gesch. 5, 
411; 6, 375. H_ H_
        

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