Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2476774
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STREGDA, 
Kirche. 
Eisenach. 
202 
v. Erichshausen und Kaspar und Baldewin Hofmeister von den Grafen von Henne- 
berg, den Rechtsnachfolgern der Fraukensteiner, mit Zinsen in Stockhausen, lrlraozis 
und Stolccde belehnt werden, so kann unter den beiden letzten Namen nur die 
Wüstung Fronis und das Dorf Stregda (Strelcede) verstanden werden. Franken- 
steinisch war auch Ramsborn und ein Theil des Mosebergs, wahrscheinlich der 
nach Ramsborn zu liegende, gewesen. 
In der Hauptsache jedoch gehörte das Dorf den Landeslierren. Landgraf 
Albrecht verlieh 1287 den Leuten von Stregade die niedere Gerichtsbarkeit und 
Zollfreiheit. Dass sie diese allerdings auffallenden Vorrechte wegen ihrer eifrigen 
Hülfe bei der Ptlasterung Eisenachs erhalten haben sollten, klingt doch etwas aben- 
teuerlich. Vor 1324 hatte der Ritter Götz v. Remstet, genannt Marschalc, mit 
seinem gleichnamigen Sohn Güter in Strelcedha mit allem Recht und Zugehörungen, 
auch den Wald Moseberch (doch wohl nur zum Theil). In jenem Jahre kaufte 
das Nikolaikloster. in Eisenach diesen Besitz der Remstets. 1411 verkauften die 
Nonnen ein Vorwerk, geleg-zöz in dem clorffc und in den feldvfn cxtu strecltede und vor 
der genanntm stat Isenache, ferner Land vor dem Moseberge 
  v, und eine Wiese in dem Kuwegehenge (jetzt noch Flurname 
  Ä Kuhgehäinge). 1476 überlless das Kloster den Moseberg 
QKOJVQM "tazwischen Kruthztßezz und Slreckede" mit Gehölz, Weide- 
  , jtäx: t  grund etc. den Bauern von Stregda gegen einen Erbzins. 
 glitt J) v, Auch die Güter im Dorfe sind wohl. auf Erbzins veräussert 
   worden. Das Dorf selbst mit Lehen und Zinsen und mit 
  ,  den Erbgerichten blieb bis zur Reformation dem Kloster zu- 
ssflrßß" gethan, nur gehörte die Obrigkeit mit Frohn, Folge und 
  '  Steuer dem Amt Oreuzburg. Bis nach 1830 hatten die Streg- 
Kragstein im Thurm daer nach Oreuzburg Erbzinsen und Frohndienst zu leisten. 
der Kirche in Strßgdß- Der erwähnte Ort Fronis oder Fronishof war 
frankensteinisch-hennebergisches Lehen, war aber wahrschein- 
lich um 1400 schon Wüstung. Johannes Rothe zahlt ihn mit unter die Orte, 
deren Bewohner in die neue Stadt Eisenach gezogen seien. 1725 erwarben die 
Stregdaer die Flur Fronishof. 
Die ehemalige Kirche stammte wahrscheinlich erst aus der Zeit nach der 
Reformation, vielleicht war sie 1632 neu gebaut. 1906 wurde sie erneuert. 
Litteratur: Frankensteiner Kaufbrief.  Henneb. Urkb. IV zu 1330 u. 1397.  HuStA. 
Weimar F 966.  Kronfeld, Landesk. II, S. 347 f.  Paullini, Ann. Is., S. 75f.  Peter, 
Beitr. z. Gesch. Eis. XIV, S. Zff.  Storch S. 58. H_ H_ 
Die Kirc hß ist in der Hauptsache ein Neubau aus dem Jahre 1906. Von 
der alten Kirche ist indessen der untere Theil des Thurmes erhalten und bei 
dem Neubau benutzt. Doch nicht das ganze, aus Stein erbaute untere Geschoss 
des 'l'hurmes ist alt. Der steinerne Bau wurde um ungefähr 11]? m erhöht. Der 
Thurm steht an der Ostseite der Kirche. In dem Innern des Thurmes liegt der 
Altarraum. Der Raum ist ungefähr quadratisch, 3,19 m lang, 4 m breit und 
mit einem alten, halbrunden Tonnengewölbe überdeckt. Der Altar ist neu.  
Die Jahreszahl 1632 steht über einer iiachbogigen Thür der Sacristei. Mit 
dieser Bauzeit im Einklang befindet sich der von der alten Kirche erhaltene, halb-
        

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