Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2476616
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STEDTFELD, 
Kirche. 
Eisenach. 
Die Kirche ist ein bescheidenes Gebäude, dessen Chor bis in die Zeit um 
1500 zurückreicht. Der Chor befindet sich im Innern des 'l'hurmes, der an der 
Ostseite der Kirche steht. Der schmucklose Raum ist mit einem Kreuzgewölbe 
ohne Rippen und ohne Gewölbeconsole bedeckt. Der Triumphbogen ist rund; 
ein altes Kämpfergesims ist an der Südseite erhalten. Auch dieser Rundbogen 
ist wohl nicht älter als aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Das Innere des 
Chores ist 4,55 m lang, 5,20 m breit.  Der Thur m ist bis zur Höhe des Dach- 
firstes aus Stein erbaut; später hinzu gefügt ist das Obergeschoss aus beschieferten 
Holz und die Schweifkuppel. Die Thurmuhr ist in das Thüringer Museum ge- 
kommen". 
Auf das 16. Jahrhundert deutet das mit einem Vorhangbogen zugemauerte 
Fenster an der nördlich an dem Thurm gebauten Gruft der Familie v. Boyneburgk. 
Neben dem Fenster beündet sich ein Schild mit einem Monogramm mit den 
Buchstaben J. B. Diese Gruft ist wahrscheinlich im 16. Jahrhundert erbaut und 
war ursprünglich Sacristei der Kirche. Die Gruft ist erst im Jahre 1766 in diesen 
Anbau verlegt worden. 
Der Hauptraum der Kirche hat wohl im Jahre 1721 durch einen Umbau 
seine jetzige Gestalt erhalten. Die Jahreszahl steht auf einem Quaderstein an der 
Südostecke des Hauptraumes: 1721 D 20 November. Auf dieselbe Zeit deuten die 
Ornamente der Cartouche, welche aussen über der Thür an der Westseite angebracht 
ist. Darin steht das Wort Jehova in hebräischer Schrift. An der Schnitzerei des 
Hanptgesimses erkennt man deutlich den Unterschied zwischen dem alten Bau und 
dem Bau von 1721. Das alte Gesims hat einen geriefelten Rundstab, der an dem 
neueren Theil (ein Viertel des Ganzen) fehlt. Andere architektonische Kunstformen 
sind an dem Hauptraum der Kirche (mit Ausnahme der schönen Grabsteine) nicht zu 
finden. Die kunstlosen Fenster sind zum Theil halbrund überwölbt, zum Theil 
rund und oval.  An der Sacristei steht über der Thür an der Südseite die In- 
schrift: 1766  das Wort Jehova in hebräischer Schrift. 
Im Inneren ist der Hauptraum an drei Seiten mit zweigeschossigen Em- 
poren bedeckt, die auf kunstlosen vierkantigen Pfeilern stehen. Die Brüstung 
der Orgelempore ist mit geschnitzten Roccoco-Ornamenten verziert. An den 
Brüstungen der Emporen fanden sich früher Malereien. Der Raum zwischen den 
Emporen ist mit einem iiachen Tonnengewölbe aus Holz bedeckt.  Der Haupt- 
raum ist 19,40 m lang, 6,80 m breit. 
Die Kanzel aus Holz steht an der Nordseite des Triumphbogens. Die 
Brüstung ist geschweift in Form eines Balkons ebenso wie die Lesekanzel. Beide 
stammen aus dem 18. Jahrhundert, sind indessen modern bemalt. 
Der Taufstein ist achteckig. Fuss und Schaft sind mit einigen kunstlosen 
Gesimsen verziert, die wohl auf das 18. Jahrhundert deuten. Auf der kupfernen 
Taufschüssel steht die Inschrift: Anno 1688 D.M. V.B. G. V.K.Z.S. (Dorothea 
Marie v. Boyneburgk geb. v. Keudell zu Schwebda.) 
Die Schranken im Altarraum sind mit durchbrochenen Schnitzereien des 
Roccocostils verziert. 
der 
Grabsteine. Den werthvollsten Schmuck der Kirche bilden die Grabsteine 
Familie v. Boyneburgk. Es sind zum Theil tretfliche Steinmetzarbeiten des
        

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