Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2475765
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Eisenach. Mmmsonn. METSCHRIEDEN. 507 
 
I1 O P Q2. Der Glockengiesser hat die Buchstaben des Alphabetes rein decorativ 
verwendet und der alphabetischen Reihe nach in die Form eingedrückt. Es ist 
also eine sogenannte "Alphabetglocke", wie sich andere in N eidhardtshausen 
bei Dermbach und in Rödelwitz bei Saalfeld befinden. Zur Erklärung dieser selt- 
samen Verwendung der Buchstaben an der Glocke in Neidhardtshausen heisst es: 
man dachte dabei, dass, wie aus den Buchstaben sich die mannigfachen Worte zu- 
sammensetzen, so auch das Glöcklein mit seinen verschiedenen Tönen Gottes Lob 
verkünden sollei"). Die Glocke soll an der Stelle der Wüstung Gospenroda 
gefunden sein. Die Form der Buchstaben deutet auf das 15. Jahrhundert. 
Glocke von 1822, gegossen von Gebrüder Lee aus Creuzburg. 
Altargeräthe. Silberner Kelch mit sechspassförmigem Fusse und mit 
gravirten gothisirenden Ornamenten. Auf den scheibenförmigen Flächen des Knaufes 
stehen die Buchstaben: IESVS 1-. Die Inschrift lautet: Flrid Nid de Wangen- 
lzeivzz Fürstl. "Stich. Ganzer. Jzfmcker und Regierungsassessor 1727.  Silberner 
Kelch von ähnlicher gothisirender Form. An den Flächen des Knaufes die Buch- 
staben: IESVS 1-. Unten die Inschrift: Wal]? Sigmund von Utterod zum 
Sclzarffenberglt Anno 1680. Beide Kelche innen und aussen vergoldet. 
I-Iostiendose mit der Inschrift: BWIedr. Jobst v. Wangenheirßz 1727. 
Schraubflasche von 1740, aus Zinn, sechseckig, ohne Ornamente.  
Weinkanne aus Zinn, von 1725. ohne Ornamente. 
Kleiner Schrank aus Holz mit der Jahreszahl 17.92. 
Ehemals befanden sich in der Kirche drei kleine Holzfiguren aus der Zeit 
um 1500, die wahrscheinlich von einem geschnitzten Altar stammen. Sie sind vor 
einigen Jahren in das Thüringer Museum zu Eisenach gekommen. Die beiden am 
besten erhaltenen Figuren sind auf S. 506 abgebildet. Die eine stellt einen Bischof 
dar, die andere die heilige Margaretha, in der rechten Hand ein Buch, auf welchem 
ein kleiner Drache sitzt M). 
Ho I zfa chwe rk des 17. Jahrhunderts an dein Hause Nr. 40. Die Füll- 
bretter zwischen den Balkenköpfen sind mit geschnitzten Zahnschnitten und tau- 
artig geriefelten Rundstäben verziert; der übrige Theil des Fachwerkes ist überputzt. 
Auf dem D 0 rfpla tz stehen neun Linden. Der Platz wird "die Linden" genannt. 
Metschrieden oder Dürrer HOf, zu Stockhausen gehörig, Hof nordöstlich 
von Eisenach, um 1420 wahrscheinlich Wüstung und unter dem Namen Mercxriü?) 
unter die Ortschaften gezählt, deren Bewohner sich in dem neuen Eisenach ange- 
siedelt hätten. Es war bis 1403 im Besitze des Nonnenklosters Frauensee gewesen; 
in diesem Jahre hatten es die Karthäuser zu Eisenach gekauft. 1613 wird es in 
der Lupnitzer Kirchenchronik bezeichnet als Jllietxschriede sonsten der Dürre Hof 
genannt. 
Litteratur: Kremer, Klöster]. NiederL, S. 135.  Rothesche Chronik v. Schlorf, fol. 200. 
 H. H. 
f) Pfarrer Ernst Löber in den "Heimatglocken, evangelisches Gemeindeblatt für Neidhardts- 
hausen", Mai 1910.  Bau- u. Kunstdenkm. Thüringens, Heft XXXVII, S. 218.  
1') Siehe Bau- u. Kunstdenkmäler Thüringens, Heft XXXIX, Die Stadt Eisenach, S. 342.
        

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