Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2475724
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Eisenach. MARKSUHL, Holzfachwerk. 
503 
eingefasst von Quadersteinen, die in lebhaftem Relief hervortreten. Im Schlussstein 
ein Löwenkopf. Die Bekrönung der Pforte bildet eine kleine Nische, die jetzt leer ist. 
Im nördlichen Flügel des Schlosses befindet sich die Wohnung des Ober- 
försters. Im Untergeschoss liegt eine gewölbte Halle mit unregelmässigen Kreuz- 
gewölben, deren schmucklose Architektur auf die Hauptbauzeit des Schlosses hin- 
weist. Die Halle ist jetzt durch Zwischenwände in einzelne Raume zerlegt für 
die Wildpretkammer, den Holzstall und andere wirthschaftliche Zwecke.  Im Be- 
sitze des Oberförsters befand sich eine Wascherolle aus dem Jahre 1708, ver- 
ziert mit geschnitzten Ornamenten, ein tretfliches Stück, dem wohl die Aufbewahrung 
in einem der thüringischen Heimathsmuseen zu wünschen wäre. Die Rolle stammt 
aus Unterellen. (Abbildung S. 501.) 
Ueber die Anlagen des ehemaligen Schlossgartens geben einige Grund- 
risse in der Grossherzoglichen Bibliothek zu Weimar Aufschluss. Dem Haupt- 
schlossgebäude zunächst lag ein Theil des Gartens, der ein in der Mitte liegendes 
Bassin mit einem Springbrunnen umschloss. Am Rande des Bassins standen vier 
Figuren, welche die Jahreszeiten darstellten. Acht geradlinige Alleen führten stern- 
förmig von diesem Bassin aus in den Garten. Westlich davon lag der grosse 
Gemüse- und Blumengarten. In seiner Mitte lag ein erhöhter, mit Baumen be- 
pflanzter Platz, der in alter Zeit das Theater hiess. Südlich daran stiess der 
Irrgarten, dessen vielfach verschlungene Wege im Jahre 1833 nach den Er- 
innerungen eines damals 66 Jahre alten Zieglers aufgezeichnet wurden. Die Zeich- 
nung ist auf S. 502 abgebildet. Das Original befindet sich in der Grossherzog- 
liehen Bibliothek zu Weimar. Aus den Zahlen, die in die Wege eingetragen sind, 
kann man den Weg vom Eingang (links oben) bis zur Mitte des Irrgartens ver- 
folgen. Doch auf völlige Zuverlässigkeit kann der nur aus der Erinnerung ge- 
zeichnete Plan wohl keinen Anspruch machen. 
ÄHGS Holzfachwerk ist nur noch an wenigen Häusern des Ortes sicht- 
bar, da wegen der höheren Brandsteuer die Gebäude in den 80er Jahren mit Kalk- 
bewurf übertüncht wurden. Gegenüber dem Schloss, an der Ecke der Bahnhof- 
strasse, liegt ein Haus, dessen Fensterbrüstungen im Obergeschoss mit rauten- 
förmig zusammengesetzten, kurzen 
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Schlosshot). Das Haus kann noch  T     
aus dem 17. Jahrhundert stammen. Geschütztes Füubmtt 
Mlt geschwälftgn Andrßaskieuzen Haus Eisenacher Strasse Nr. 1 i_n Marksuhl. 
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an einem Hause in der Eisenacher Strasse Nr. 1. Daran sind auch die zwischen 
den Balkenköpfen liegenden Füllbretter mit tauartig gewundenen Rundstaben ver- 
ziert. Dreieckförmige Kopfbänder sind geschweift ausgeschnitten. (Abbildung S504.) 
 Die Schnitzerei an den Füllbrettern des zweiten Geschosses ist auf dieser Seite 
abgebildet.  Eckpfosten mit etwas Schnitzerei sind an den Häusern Vachaer Strasse 
Nr. 6 und Nr. 18 erhalten.  Das Rath- oder Weinhaus auf dem Markte 
stammt aus dem Jahre 1701. Die hohe Steintreppe ist 1847 angebaut. Von dem 
alten Holzfachwerk ist unter dem Wandputz nichts zu sehen. Vor einigen Jahren 
ist das Haus mit Blechtafeln beschlagen worden.
        

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