Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2475653
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MARKSUHL, 
Schloss. 
Eisenach. 
114 
schnitte, Karnies, Eierstab und andere Gesimse mit einander abwechseln. Das obere 
Karniesgesims war mit einem Relief von Akanthusblättern verziert, die grossentheils 
verwittert sind. Die übrige architektonische Ausstattung der Erker ist durch die 
spätere Beschieferung verdeckt. Die Bekrönung bildet eine zierliche sechseckige 
geschweifte Pyramidenspitze. 
Die Fenster im Obergeschoss sind ebenfalls gepaart und durch eine ge- 
meinsame Bekrönung zu je zweien zusammengefasst. Die Fensterbekrönung ist 
hier viel schlichter; sie besteht aus einer horizontalen Reihe von sechs Quader- 
steinen, die gleichmassig in gerader Linie über die Fenster hinweggelegt sind. 
Die Hauptfassade hat in jedem Geschoss sechs Fensterpaare. Das hohe und weit- 
ausladende Hauptgesims ist aus hölzernen Bohlen hergestellt. 
Ganz ebenso ausgestattet ist die Seitenfront in der Bahnhofsstrasse mit 
vier Fensterpaaren in jedem Geschoss. Die hier befindliche Freitreppe stammt 
b   nicht aus ursprünglicher Zeit; sie ist erst 
 im Jahre 1818 angebaut, als an diese 
{Zit-  Stelle des Schlosses das Postamt verlegt 
f?  f,   wurde. 
1 Den einzigen Eingang zum Schloss 
Vfliff   i, bildete in alter Zeit das schöne Portal 
f ß]?   am Treppenthurm im Hofe. Die 
fix",  J   "ix-Qi-ß,  aus Sandstein gemeisselte Architektur 1st 
 W ß 1 je;  auf s. 496 abgebildet. Charakteristisch 
jlu ßß   f" h  für die Bauzeit ist die lebhaft geschweifte 
xt-ifli:   "37"  Bogenlinie, dicht über der rechteckigen 
n,   Thüröünung. Diese Bogenform ist ent- 
 standen aus dem Kielbogen des gothischen 
 x  Stils, der gerade in der frühen deutschen 
ixxiK-äiiize f-  Renaissance gern zur Bekrönung von 
Herzog Johann Ems, und Gemahlm Thüren und Fenstern verwendet wurde. 
Im Treppenhaus des Schlosses zu Marksuhl Die beiden Pilaster, welche die Thül" 
einfassen, haben kräftig geschweifte 
Flachen, welche mit Beschlagmustern verziert sind. Das oben in die Bekrönung 
eingesetzte Wappen ist verwittert. 
Der achteckige Treppenthurm tritt grossentheils frei vor die Hoffront vor. 
Die vier unteren Geschosse sind aus Stein. Die Fenster sind zum Theil schräg 
gestellt in der Richtung des Laufes der Wendeltreppe. Die darauf folgenden drei 
Geschosse aus Fachwerk und die kleine Schweifkuppel mit Laterne sind, wie bereits 
oben berichtet, 1739 aufgesetzt. Man erkennt diese Spatzeit des Fachwerkbaues 
daran, dass den schrägen Streben die gefalligen geschweiften Linien der Fach- 
werksbauten des 16. und 17. Jahrhunderts fehlen. Auch keinerlei inI-Iolz ge- 
schnitzte Ornamente sind daran angebracht. Trotzdem ist die architektonische 
Wirkung vortrefflich, allein durch die Lebendigkeit der Linien des Fachwerks. 
Der Thurm beherrscht mit seiner stattlichen Höhe weithin die ganze Umgebung. 
Auf der Wetterfahne steht die Jahreszahl 173.9 und die Buchstaben WH H Z S (d. h. 
Wilhelm Heinrich Herzog zu Sachsen). (Abbildung des Thurmes S. 497.) 
Das Innere des Schlosses enthält noch verschiedene architektonische Ueber-
        

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