Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach: Verwaltungsbezirk Eisenach: Amtsgerichtsbezirke Gerstungen und Eisenach (ohne Wartburg): Amtsgerichtsbezirk Eisenach - die Landorte
Person:
Voss, Georg
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2473126
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-2475112
454 
Gnossmnnnpnrrz, 
Kirche. 
Eisenach. 
B. Farbige Bilder: 1) Mirjam, 2) König David, 3) Jesajas, 4) Jeremias, 
5) Hesekiel, 6) Daniel. 
Der Innenraum der Kirche ist in seiner ganzen Breite bedeckt mit einem 
ilachen Tonnengewölbe aus Brettern. Früher war auch dieses Gewölbe farbig 
bemalt; es wird berichtet, dass darauf der Himmel mit Wolken und Engeln dar- 
gestellt war; diese Malereien sind bei der letzten Erneuerung der Kirche um das 
Jahr 1900 übertüncht; statt dessen ist die Decke mit modernen Ornamenten bemalt 
werden. 
König 
David, 
JesajßS, 
J eremias, 
Die Kanzel aus Holz stammt, wie die Inschrift am Architrav des Schall- 
deckels zeigt, aus dem Jahre 1668. Sie ist mit guten geschnitzten Ornamenten 
des späten Barockstils ausgestattet, die mit dieser Jahreszahl wohl im Einklang 
stehen. Die Kanzel steht an der Südseite der Kirche. Die Stütze der Kanzel 
bildet ein hermenartiger Pfeiler, dessen obere Hälfte aus der Halbügur eines 
bärtigen Mannes besteht; dieser hält in der linken Hand ein Buch, die rechte 
Hand ist in ausdruckvoller Gebärde erhoben. Wahrscheinlich ist in diesem Hermen- 
pfeiler die Gestalt eines Propheten dargestellt. Man hat darin die Gestalt des 
Moses erkennen wollen, die ja häufig im 17. und 18. Jahrhundert als Kanzelstütze 
verwendet worden ist. Doch bei aufmerksamer Betrachtung ergiebt sich, dass der 
Hermenpfeiler ursprünglich nicht zu der Kanzel gehört und erst nachträglich 
daruntergestellt ist. Das erkennt man namentlich an der unkünstlerischen Art, 
wie der Kopf gegen den Fussboden der Kanzel gestellt ist. Auch die Ornamente 
unten am Schaft deuten auf eine viel spätere Zeit als das Jahr 1668. Am Schaft 
beündet sich eine geschnitzte Roccoco-Cartouche, auf welcher die Buchstaben 
 angebracht sind, wohl die Namen der Gemeindemitglieder, welche den Pfeiler 
gestiftet haben. Die Roccoco-Ornamente dieser Cartouche sind der Beweis dafür, 
dass der Pfeiler etwa um 1750-1770 geschnitzt ist, also fast 100 Jahre später als 
die Kanzel (Abbildung S. 453).  Zwei ähnliche Hermenpfeiler wurden bis vor wenigen 
Jahren im oberen Geschoss des Thurmes aufbewahrt; sie sind in das Thüringer 
Museum in Eisenach gekommen. Wie diese drei, wahrscheinlich zusammen- 
gehörenden Pfeiler ursprünglich in der Kirche aufgestellt waren, bedarf noch der 
Untersuchung.  Die Brüstung der Kanzel ist an den Ecken mit korinthischen 
Säulen besetzt, die auf reich geschwungenen Consolen stehen. Die Brüstungsfelder 
zwischen den Säulen sind mit Ornamenten ausgefüllt. Der Schalldeckel ist 
achteckig. Der untere Rand (der Architrav) ist mit geiiügelten Engelsköpfen und 
phantastischen Gesichtsmasken verziert. Hier steht die Inschrift mit der oben 
genannten Jahreszahl: V W 1668. Die Bekrönung des Schalldeckels bildet die 
aus Holz geschnitzte Figur des auferstandenen Christus mit der Siegesfahne. 
Das Taufgestell, aus Holz, zeigt ganz ähnliche geschnitzte Ornamente wie 
die Kanzel und stammt wohl aus derselben Zeit. 
Das G e st ü hl 
1668 deuten. 
Altarraum 
hat 
Armstützen, 
ebenfalls 
auf 
Bauzeit 
Das Orgelgehäuse, 
Schnitzereien. 
auf 
der 
westlichen 
EmpOIG, 
sehr 
schlicht, 
ohne
        

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